Köln l Ein Blick in den Presseraum von Viktoria Köln reicht, um zu sehen, dass dieser Verein große Zeiten erlebt hat. Dort grüßen mit Hennes Weisweiler und Erich Ribbeck Trainer-Größen des deutschen Fußballs von diversen Bildern. Ribbeck war bei Viktoria Spieler, Weisweiler trainierte den Verein von 1958 bis 1964.

Es war also eine Menge Tradition dabei, als der 1. FC Magdeburg im Sportpark Höhenberg gastierte. 1:1 (1:1) endete eine über weite Strecken flotte Partie. „Das war das beste Spiel seit Wochen von uns“, sagte Rechtsverteidiger Dominik Ernst bei „Magentasport“. „Bis auf die ersten 20 Minuten haben wir nichts anbrennen lassen. Normalerweise müssen wir die in der zweiten Halbzeit abschießen.“

FCM-Trainer Stefan Krämer bewies Mut, verhalf Neuzugang Leon Bell Bell, der wochenlang keine Rolle gespielt hatte, zu seinem Drittliga-Debüt. Der 23-Jährige lief als Linksverteidiger auf.

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Klares Tor nicht gegeben

Und die Partie begann gleich mit einem Aufreger: Bei einem Kölner Angriff versuchte Thore Jacobsen im eigenen Strafraum zu klären. Sein Befreiungsschlag traf allerdings den Rücken von Torhüter Morten Behrens. Von dort kullerte der Ball deutlich hinter die Linie, doch Schiedsrichter Patrick Hanslbauer ließ weiterlaufen – eine krasse Fehlentscheidung (5.).

Doch Viktoria setzte weiter nach – und wurde belohnt: Nach einem Querpass von Kevin Holzweiler schoss Simon Handle den Aufsteiger in Führung (9.). Brian Koglin fälschte den Ball unhaltbar ab. „Sie haben uns am Anfang ein paar Mal überrascht, das darf uns so nicht passieren“, kritisierte FCM-Sportchef Maik Franz in der Pause bei „Magentasport“. „Deshalb gehen sie auch verdient in Führung. Aber wir haben uns dann gefangen.“

Denn der Club war sichtlich bemüht, diesmal nicht nach einem Rückstand einzubrechen wie in der Vorwoche gegen Hansa Rostock. Und diese Mühe zahlte sich aus: Rico Preißinger hatte in der zwölften Minute die erste gute Chance. Ein Vorbote für den Ausgleich: In der 20. Minute wich Mittelstürmer Christian Beck auf die rechte Seite aus, nahm kurz den Kopf hoch und flankte in die Mitte. Dort fand er seinen Sturmpartner Sören Bertram. Für ihn war es das fünfte Saisontor, das erste auswärts. Und die Gäste setzten nach, kamen durch Tobias Müller und Thore Jacobsen (beide 26.) zu weiteren Gelegenheiten.

Chancen im Minutentakt

Der Club trat deutlich mutiger auf als noch in den vergangenen Auswärtspartien, störte den Gegner früh. Die Krämer-Truppe war mit Jürgen Gjasula, Thore Jacobsen, Tarek Chahed und Rico Preißinger im Mittelfeld sehr flexibel. „Wir haben uns sehr gut eingegroovt“, urteilte Co-Trainer Silvio Bankert. Und an dem immer stärker werdenden FCM änderte auch der Moment nichts, in dem es plötzlich dunkel wurde. Nach einer halben Stunde fiel ein Teil des Flutlichts aus. Schiedsrichter Hanslbauer unterbrach für zwei Minuten, ließ dann aber trotz des gedämpften Lichtes weiterspielen.

Nach der Pause dominierte der FCM mehr und mehr. Christian Beck hätte die Gäste fast in Führung gebracht – sein Kopfball nach einer Gjasula-Ecke landete aber am Innenpfosten (53.). Sechs Minuten später hätte der schöne Spielzug über Gjasula, Beck und Jacobsen eigentlich einen Treffer verdient gehabt – der Schuss von Jacobsen wurde aber zur Ecke geklärt.

Kurz darauf rissen die Magdeburger Spieler sogar die Arme jubelnd in die Höhe, hatten sich allerdings zu früh gefreut: Nachdem sich Viktoria-Torhüter Daniel Mesenhöler beim Herauslaufen verschätzt hatte, köpfte Dominik Ernst zwar in Richtung des leeren Tores – Dario de Vita klärte aber kurz vor der Linie (63.).

Die Magdeburger waren jetzt klar besser, nur die Chancenverwertung war wie so oft in dieser Saison mangelhaft. So vergaben Christian Beck (67./77.) und Tarek Chahed (68.) selbst beste Gelegenheiten.

Weitere Infos: www.volksstimme.de/fcm-blog