Magdeburg l Rico Preißinger musste schmunzeln, immer wieder. Der 22-Jährige war nach dem 1:1 vor 23.149 Zuschauern gegen Union Berlin ein gefragter Mann. Preißinger stand nicht ohne Grund im Mittelpunkt. Er machte ein richtig gutes Spiel, war am Tor und weiteren gefährlichen Szenen beteiligt. „Ich habe mich körperlich gut gefühlt. Es hat gut funktioniert. Darauf kann ich aufbauen“, sagte Preißinger.

FCM-Trainer Michael Oenning wurde für seinen Mut belohnt, Preißinger von Anfang an zu bringen. Dabei hatte der gerade erst einen Mittelfußbruch auskuriert und ein paar Minuten Spielpraxis vor einer Woche gegen Bochum hinter sich. Das war aber für Oenning kein Problem. „Rico ist ein Spieler, der nach einer Verletzung schnell zurückkommt. Deshalb habe ich ihn von Beginn an gebracht“, sagte der Coach. Und: „Ich hätte ihn auch noch länger auf dem Platz gelassen, er hatte aber bereits Gelb gesehen – deshalb wollte ich nichts riskieren.“

Preißinger liefert ab

Preißinger lieferte ab, seine Pässe hatten eine in dieser Saison bisher selten gesehene Qualität. Zunächst setzte er Felix Lohkemper in Szene, der noch an Union-Torhüter Rafal Gikiewicz (32.) scheiterte. Sieben Minuten später brachte er einen ähnlichen Pass auf Christian Beck, der sich die Gelegenheit nicht entgehen ließ und den Ball zur Führung ins gegnerische Tor lupfte. „Ich hatte eine Idee im Kopf und habe sie durchgezogen“, erklärte der Torjäger und Kapitän seinen Treffer.

FCM holt gegen Union Berlin einen Punkt

Magdeburg (tw) l Der 1. FC Magdeburg hat in der 2. Fußball-Bundesliga zu Hause in der Magdeburger MDCC-Arena gegen Union Berlin 1:1 gespielt.

  • Magdeburgs Felix Lohkemper (l) und Torschütze Christian Beck jubeln nach dem Tor zum 1:0. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Magdeburgs Felix Lohkemper (l) und Torschütze Christian Beck jubeln nach dem Tor zum 1:0. Fo...

  • Magdeburgs Mannschaft jubelt nach dem Tor zum 1:0. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Magdeburgs Mannschaft jubelt nach dem Tor zum 1:0. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

  • Magdeburger Fans zünden Bengalos und verbrennen eine Berliner Fan-Fahne. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Magdeburger Fans zünden Bengalos und verbrennen eine Berliner Fan-Fahne. Foto: Joachim Siels...

  • Magdeburger Fans zünden Bengalos auf der Tribüne. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

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  • Magdeburgs Marius Buelter (l) im Zweikampf mit Berlins Rafal Gikiewicz (m) und Berlins Marvin Friedrich (r). Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

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  • Magdeburgs Charles Elie Laprevotte (l) im Zweikampf mit Berlins Robert Zulj. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

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  • Magdeburgs Trainer Michael Oenning fasst sich an den Kopf. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

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  • Berlins Sebastian Andersson (l-r) im Kopfballduell mit Magdeburgs Tobias Mueller und Magdeburgs Alexander Brunst. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Berlins Sebastian Andersson (l-r) im Kopfballduell mit Magdeburgs Tobias Mueller und Magdeburgs A...

  • Berlins Trainer Urs Fischer gibt Anweisungen. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Berlins Trainer Urs Fischer gibt Anweisungen. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

  • Magdeburgs Charles Elie Laprevotte (l) im Zweikampf mit Berlins Sebastian Andersson. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Magdeburgs Charles Elie Laprevotte (l) im Zweikampf mit Berlins Sebastian Andersson. Foto: Joachi...

  • Berlins Akaki Gogia (l) erzielt das 1:1 gegen Magdeburgs Steffen Schaefer. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Berlins Akaki Gogia (l) erzielt das 1:1 gegen Magdeburgs Steffen Schaefer. Foto: Joachim Sielski/...

  • Berlins Marvin Friedrich (l-r), Berlins Manuel Schmiedebach, Berlins Joshua Mees und Berlins Sebastian Andersson freuen sich nach dem Tor zum 1:1. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Berlins Marvin Friedrich (l-r), Berlins Manuel Schmiedebach, Berlins Joshua Mees und Berlins Seba...

  • Berlins Manuel Schmiedebach (l) und Berlins Sebastian Andersson (r) im Zweikampf mit Magdeburgs Philip Tuerpitz (m). Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Berlins Manuel Schmiedebach (l) und Berlins Sebastian Andersson (r) im Zweikampf mit Magdeburgs P...

  • Magdeburgs Philip Tuerpitz (oben) scheitert Rafal Gikiewicz, Torwart von Berlin. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Magdeburgs Philip Tuerpitz (oben) scheitert Rafal Gikiewicz, Torwart von Berlin. Foto: Joachim Si...

  • Magdeburgs Philip Tuerpitz (l) scheitert im Zweikampf an Berlins Rafal Gikiewicz. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Magdeburgs Philip Tuerpitz (l) scheitert im Zweikampf an Berlins Rafal Gikiewicz. Foto: Joachim S...

  • Urs Fischer, Trainer von Berlin. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Urs Fischer, Trainer von Berlin. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

  • Maik Franz (l), Magdeburgs Leiter Lizenzbereich, spricht mit Mario Kallnik, Magdeburgs sportlicher Leiter. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Maik Franz (l), Magdeburgs Leiter Lizenzbereich, spricht mit Mario Kallnik, Magdeburgs sportliche...

  • Berlins Florian Huebner bedankt sich nach dem Spiel bei den mitgereisten Fans. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Berlins Florian Huebner bedankt sich nach dem Spiel bei den mitgereisten Fans. Foto: Joachim Siel...

  •  Berlins Rafal Gikiewicz (l) und Berlins Akaki Gogia geben sich nach dem Spiel die Hand. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Berlins Rafal Gikiewicz (l) und Berlins Akaki Gogia geben sich nach dem Spiel die Hand. Foto: Jo...

  • Berlins Felix Kroos (l-r), Berlins Sebastian Polter, Berlins Christopher Trimmel bedanken sich nach dem Spiel bei den mitgereisten Fans. Foto: Joachim Sielski/dpa-Zentralbild/dpa

    Berlins Felix Kroos (l-r), Berlins Sebastian Polter, Berlins Christopher Trimmel bedanken sich na...

In den ersten 45 Minuten gelang dem FCM etwas Erstaunliches: Der Aufsteiger dominierte den Aufstiegskandidaten über weite Strecken. „In der ersten Halbzeit hat die Mannschaft das umgesetzt, was in ihr steckt. Wir haben unglaublich viel investiert“, sagte Oenning.

Der Club spielte mutig, ließ Union kaum in die Partie kommen. Und die Berliner waren beeindruckt, zwischenzeitlich reagierten sie frustriert und wussten sich nur durch Fouls zu helfen.

Beck moniert Chancenverwertung

Dass aber eben doch nicht alles rosig war, fand auch Beck: „Mit einem zweiten Tor hätten wir etwas beruhigter in die Pause gehen können. So ging das Zittern wieder los.“ Der FCM machte zu wenig aus seiner Überlegenheit. Felix Lohkemper (3.), Dennis Erdmann (12.) und Philip Türpitz (29.) vergaben gute Chancen.

Einen Bruch gab es nach der Halbzeit. Mit der Führung im Rücken war der FCM nach dem Seitenwechsel zu passiv. „Wir haben uns vorgenommen, genauso weiterzumachen. Ein 2:0 hätte uns gut getan“, sagte Preißinger.

Aber: „Wir dürfen nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben. Union braucht nicht viele Chancen, um erfolgreich zu sein.“

Und nachdem Robert Zulj für Union in der ersten Hälfte die Latte traf (37.), machte es der eingewechselte Akaki Gogia besser und ließ FCM-Torhüter Alexander Brunst in der 65. Minute keine Chance.

FCM ohne Heimsieg

Auch wenn der Club in der Schlussphase noch mal durch Erdmann (76.) und Beck (90.+1) gefährlich wurde, die Bissigkeit der ersten Hälfte erreichte das Team nicht mehr. Und musste sich deshalb mit dem Punkt zufriedengeben. „Das 1:0 war die Belohnung für den Einsatz. Wir müssen jetzt noch lernen, eine solche Führung über die Zeit zu retten“, forderte Beck. Denn eins ist klar: Der FCM hat aus neun Heimspielen nur sechs Punkte geholt, dabei keinen Sieg eingefahren.

Michael Oenning bleibt trotzdem optimistisch. Denn: „Es ist eine klare Entwicklung sichtbar. Die Mannschaft wird sich belohnen. Entscheidend ist, dass die Zuschauer gesehen haben, dass die Mannschaft alles für den Sieg getan hat. Irgendwann werden die Siege kommen.“

Oenning lobt Bülter

Ein Extralob hatte Oenning für Marius Bülter parat. Der 25-Jährige spielte zunächst im Mittelfeld auf der rechten Seite und wechselte später nach der Verletzung von Michel Niemeyer auf die linke Seite. „Es ist genau diese Variabilität, die wir brauchen“, betonte der Trainer.

Der Gelobte war mit 10,92 Kilometern auch der laufstärkste Spieler auf dem Rasen. Und er ist ein Spieler, der vorangeht. „Wir haben gesehen, dass wir mit einem Top-Team mithalten können und über weite Strecken die bessere Mannschaft waren“, sagte Bülter. Und: „Das muss uns Selbstvertrauen geben, wenn wir jetzt nach Köln fahren. Dort haben wir nichts zu verlieren. Das wird ein super Spiel, in einem super Stadion.“

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