Braunschweig l Chancen. Es war so etwas wie das Wort dieses Spiels, das Wort dieses Tests des 1. FC Magdeburg bei Eintracht Braunschweig. Und zwar im doppelten Sinne. Zum einen kam die Mannschaft von Claus-Dieter Wollitz am Sonnabend zwar zu einem deutlichen Chancen-Plus – der unspektakuläre 0:0-Endstand zeigte aber, dass sie daraus keinen Profit schlagen konnte.

FCM ohne Fans

Und da war noch der andere Aspekt des Themas Chancen. Die Startaufstellung von Wollitz bei dieser Generalprobe unter Ausschluss der Öffentlichkeit ließ zwar erste Schlüsse zu, welche Spieler beim Drittliga-Punktspielstart am kommenden Sonnabend gegen Zwickau auflaufen könnten. Aber auch hier heißt die Devise des Trainers eben Chancen. „Die Tür ist für jeden weiterhin offen. Ich halte nichts davon zu sagen: ,Das war heute gut und deshalb bleibt es auch so‘“, sagte der Trainer.

Weshalb er nach Abpfiff auch fast schon philosophisch orakelte: „Alle, die heute von Anfang an gespielt haben und jetzt ihre Leistung im Training bestätigen, bei denen wäre es nicht unlogisch, wenn der eine oder andere am Sonnabend beginnt.“

Behrens bleibt im FCM-Tor

Nur bei einer Position legte er sich dann doch fast fest: Nämlich bei dem Torhüter. Morten Behrens bleibt beim FCM die Nummer eins – auch unter Wollitz. „Morten war in der Rückrunden-Partie gegen Braunschweig gut, im Trainingslager waren er und Alex (Alexander Brunst/d. Red.) dann gleichauf. Mit den Informationen, die mir Torwarttrainer Matthias Tischer weitergegeben hat, gab es für mich keinen Grund, hier nach zwei Wochen alles über den Haufen zu werfen“, meinte Wollitz.

Doch selbst bei diesem Punkt ließ er noch eine andere Möglichkeit durchblicken. „Es wäre unfair, zu sagen, dass Alex weit weg ist. Ich sehe nicht, dass er hinten dran ist“, merkte Wollitz an, „er muss weiter hart arbeiten, macht auf mich einen sehr guten Eindruck.“

In Braunschweig jedoch hütete erst einmal Behrens über 90 Minuten das Tor. Und hatte zunächst kaum etwas zu tun. Denn die Partie spielte sich hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab. Auch deshalb stach folgende Szene besonders hervor:

Gutes FCM-Umschaltspiel

In der 25. Minute kombinierte sich der FCM schnell und sicher nach vorn. Philipp Harant, der in der Innenverteidigung neben Tobias Müller begann, schnappte sich den Ball und eröffnete mit einem präzisen Pass auf Sören Bertram den Angriff. Der wiederum leitete auf Rico Preißinger weiter, dessen scharfe Hereingabe in den Strafraum von Christian Beck aufs Tor gelotst wurde. Zwar blieb der Torerfolg aus, doch das Umschaltspiel funktionierte. Ein wichtiges Zeichen. „Ich habe eine gute Struktur gesehen und phasenweise auch gutes Pressing. Da wir das aber nicht permanent durchziehen können, haben wir uns auch mal fallen lassen. Dann war es wieder wichtig, mutig nachzurücken und in die Umschaltbewegung zu kommen“, sagte Wollitz.

Costly wird wichtiger

Für diesen direkten Übergang nach einem Ballgewinn oder -verlust hat der Trainer sich auch bestimmte Spieler ausgeguckt. „Marcel Costly ist da zum Beispiel eine Waffe. Wir können nicht permanent attackieren, deshalb brauchen wir Umschaltspieler wie ihn. Er hat nämlich auch ein gutes Zweikampfverhalten gegen den Ball. Auch Sören hat das gut umgesetzt“, berichtete Wollitz.

Festnageln, das ist klar, ließ sich der Coach aber auch hier nicht. Er freue sich auf die Trainingstage. Und da zeigt sich, wer die Chancen nutzt.