Magdeburg l Mit festen Schritten schwang sich Stefan Krämer am Freitag hoch auf das Baugerüst am Trainingsplatz des 1. FC Magdeburg. Der Coach wollte sich beim abschließenden Trainingsspielchen einen Überblick verschaffen, rief auch von oben immer wieder lautstark Kommandos auf den Rasen.

Vor dem Drittligastart am Sonnabend (17.45 Uhr) gegen Eintracht Braunschweig hat sich Krämer weitgehend auf eine Stammelf festgelegt. Die Volksstimme gibt einen Überlick:

Wer ist gesetzt?

Alexander Brunst ist im Tor die klare Nummer eins vor Morten Behrens. Brunst überzeugte in der Vorbereitung, ließ keinen Zweifel an seiner Favoritenrolle aufkommen.

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In der Verteidigung haben Timo Perthel links und Tobias Müller im Zentrum einen Stammplatz sicher. Rico Preißinger, Jürgen Gjasula und Mario Kvesic sind im Mittelfeld gesetzt. „Mario wird sicher von Beginn an spielen“, verriet Krämer. „Nach der Verpflichtung von Mario hat sich die Tendenz zu einer 4-2-3-1-Taktik ergeben, weil er ein Top-Spielmacher ist.“

Preißinger und Gjasula werden deshalb wohl auf der Sechs im defensiven Mittelfeld und Kvesic hinter den Spitzen auflaufen. Charles Elie Laprévotte hat dort das Nachsehen.

Einen Platz in der Startelf sicher haben ebenfalls Neuzugang Sören Bertram links und allen voran Mittelstürmer Christian Beck, der als Kapitän und Torjäger unumstritten ist.

Wer muss noch bangen?

Innenverteidigung:

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall des erfahrenen Dustin Bomheuer und dem Fehlen von Brian Koglin, der eine Sperre aus der Vorsaison absitzt, ist neben Müller eine Lücke entstanden. Ein Startelf-Kandidat ist Björn Rother, der aber eigentlich im defensiven Mittelfeld zu Hause ist. Zuletzt wurde er in der Vorbereitung in der Verteidigung getestet.

Auch Talent Philipp Harant hofft auf seine Chance. Stefan Krämer wollte sich zwar noch nicht festlegen, sagte aber auch: „Auf dieser Position spielt Erfahrung schon eine wichtige Rolle. Björn hat in der vergangenen Saison, als er kurzfristig als Rechtsverteidiger aushalf, gezeigt, dass er sich schnell eingewöhnen kann.“ Die Tendenz spricht deshalb wegen seines Erfahrungsvorsprungs für Rother.

Rechtsverteidiger:

Auf der rechten Seite ist die Sache etwas komplizierter. Betroffen sind nämlich die Rechtsverteidigerposition und die rechte Seite im Mittelfeld. Hinten rechts tendiert Krämer zu Tarek Chahed, der im Vergleich zu Konkurrent Dominik Ernst mehr Zug nach vorne hat. „Tarek ist für mich ein guter Rechtsverteidiger, auch wenn er das bisher noch nicht so oft gespielt hat“, sagt Krämer.

Rechte Mittelfeldseite:

Vor Chahed ergibt sich eine spannende Option mit Marcel Costly. Costly und Chahed könnten nämlich häufig die Positionen tauschen, sind jeweils offensiv wie defensiv einsetzbar. Diese Variante testete Krämer beim 2:1 zuletzt im Test gegen Rotherham. Hinten anstellen müssen sich hingegen erst mal die beiden Neuzugänge Sirlord Conteh und Leon Bell Bell. Conteh wurde durch eine Verletzung zurückgeworfen, Bell Bell startete gut, konnte seine Form zuletzt aber nicht immer bestätigen.

Krämer betonte, dass er sich bei den offenen Positionen bis zu einem gewissen Punkt auch von seinem Bauch leiten lassen wird: „Ich werde lange vor meiner Taktiktafel grübeln und dann entscheiden.“

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