Magdeburg l Die Konferenz der Vertreter der Drittligavereine mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) war gestern Nachmittag kein klassisches Treffen. Wegen der Corona-Krise entschieden sich die Verantwortlichen nämlich für eine Video-Konferenz, um Reisen und große Menschenansammlungen zu meiden.

Aus seinem Büro in der Geschäftsstelle an der MDCC-Arena zugeschaltet war auch Mario Kallnik, Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg. Nach rund drei Stunden stand die Entscheidung gegen 18.30 Uhr fest, die 3. Liga pausiert vorerst bis zum 30.April. „An erster Stelle steht immer die Gesundheit. Wir beobachten jetzt, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickelt und hoffen bis Ende April auf eine Verbesserung“, sagt Kallnik. Und: „Da in einigen Städten und Bundesländern bis Mitte, Ende April nicht gespielt werden darf, hoffen wir durch diese Entscheidung auf ein Gleichheitsprinzip.“

Neun Pflichtspiele müssen verlegt werden

Klar ist: Der FCM wird die kommenden neun Pflichtspiele, inklusive der Landespokalpartie bei Germania Halberstadt, verlegen müssen. Regulär stehen somit momentan nur noch die drei Mai-Spiele gegen Großaspach (2. Mai), in Ingolstadt (9. Mai) und gegen Münster (16. Mai) auf dem Programm.

Für Kallnik steht aber fest, dass es eine zeitliche Grenze für diese Nachholspiele gibt. „Bis zum 30. Juni sollte die Saison abgeschlossen sein, weil dann die Verträge von vielen Spielern enden“, betont er. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es danach unter gleichen Bedingungen weitergehen würde.“

Am Montag gab der FCM unterdessen bekannt, dass der Trainingsbetrieb beim Club wegen des Corona-Virus vorerst eingestellt wird. „Es ist nicht vertretbar, dass die Spieler in der Kabine eng nebeneinander sitzen“, sagt Kallnik. „Wir haben sie deshalb erst mal aus dem Trainingsbetrieb herausgenommen, ihnen aber ein spezielles, individuelles Programm an die Hand gegeben, das sie zu Hause absolvieren sollen.“

Die momentane Pause hat allerdings auch einige Nachteile – vor allem wirtschaftlich. Die Vereine könnten beispielsweise nicht auf Maßnahmen der Bundesregierung eingehen. „Damit spreche ich bewusst das Thema Kurzarbeit an“, erklärt Kallnik. „Die Aussetzung suggeriert jetzt allen, dass es weitergeht. Die Spieler müssen sich fit halten, alle Mitarbeiter sind bei der Arbeit. Bei einem frühzeitigen Saisonabbruch wäre das anders. Dann hätten wir alle Mitarbeiter, auch die Spieler, unter bestimmten Voraussetzungen in Kurzarbeit schicken können.“

FCM droht Verlust im siebenstelligen Bereich

Wegen der Corona-Krise rechnet der FCM im schlimmsten Fall mit einem Verlust im siebenstelligen Bereich. Vor allem fehlende Ticketeinnahmen seien problematisch. Dieser drohende Verlust würde durch das Eigenkapital (momentan 3,3 Millionen Euro) des Clubs aber zumindest sicher aufgefangen. „Es zeigt sich, dass unsere Vereins-Philosophie der vergangenen Jahre richtig war, um selbst auf solch spezielle Situationen reagieren zu können“, betont FCM-Präsident Peter Fechner.

Denn im Gegensatz zum FCM könnten Drittligisten wie der Chemnitzer FC, der FSV Zwickau oder auch Eintracht Braunschweig existenzbedrohende Probleme bekommen. Alle drei Vereine klagten nämlich bereits in der Vergangenheit über finanzielle Sorgen.

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