Bremen l Nach dem Abpfiff wurde viel über Moral und die 4000 mitgereisten FCM-Fans gesprochen.

Die Partie des FCM in Bremen hatte einiges zu bieten. Da war die starke Anfangsphase der Gäste, die Werder früh störten und zu Fehlern zwangen. So kam auch das Führungstor durch einen verwandelten Elfmeter von Philip Türpitz zustande (5.), nachdem Werder-Torhüter Eric Oelschlägel den Ex-Bremer Tobias Schwede von den Beinen geholt hatte.

Fehlentscheidung führt zu Elfmeter

Auch eine Fehlentscheidung des etwas unglücklichen Schiedsrichters Marcel Schütz mussten die rund 4000 Magdeburger Fans verdauen, die den kompletten Oberrang der Westtribüne einnahmen. Im Zweikampf zwischen Christopher Handke und Ousman Manneh spielte der FCM-Verteidiger klar den Ball, Schütz pfiff allerdings Foulspiel im Strafraum, der Ex-Paderborner Marc-André Kruska verwandelte zum zwischenzeitlichen 1:1. „Täglich grüßt das Murmeltier“, sagte Handke zur Elfmeterentscheidung. Schon beim 0:1 in Würzburg war der Verteidiger an einer ähnlichen Szene beteiligt, in der ein Strafstoß gegeben wurde. „Vor einer Woche gegen Münster wurde ich gefoult und habe keinen Elfer bekommen.“

Kurz vor der Halbzeit hielt Magdeburgs Torhüter Jan Glinker seine Mannschaft im Spiel, als Werders Johannes Eggestein völlig frei vor ihm auftauchte, Glinker aber glänzend parierte (45.). „Wir sind eigentlich gut in die Partie reingekommen, Werder hat es uns dann aber richtig schwer gemacht. Am Ende haben wir Moral gezeigt. Die späten Treffer haben uns beflügelt“, so Handke.

Späte Tore

Nils Butzen mit seinem ersten Drittligatreffer und Schwede (90.+2) sicherten den späten Erfolg. „Man hat gesehen, dass wir mittlerweile wesentlich weiter im Kopf sind. Das hat viel mit dem Münster-Spiel zu tun“, erklärte Felix Schiller, der wie Schwede und Björn Rother eine Vergangenheit bei Werder hat. „Wir wussten, dass wir etwas mitnehmen, wenn wir gut gegen den Ball arbeiten. In der ersten Halbzeit haben wir Bremen allerdings viel zu viel Fußball spielen lassen.“

In der Halbzeit stellte FCM-Trainer Jens Härtel taktisch um, wechselte vom 4-2-3-1 auf ein 3-4-3. Für Linksverteidiger Steffen Schäfer kam Nico Hammann in die Partie, der dann als Abwehrchef fungierte. „Nach der Pause haben wir das gezeigt, was uns stark macht. Wir waren in den Zweikämpfen präsent und Werder bekam Probleme“, betonte Schiller. „Auch wenn es ein etwas glücklicher Sieg war, bringt uns das vom Kopf her noch mal weiter und pusht uns für die kommende Partie in Rostock.“

Härtel durchaus kritisch

Härtel freute sich zwar über den Sieg, sah einige Phasen des Spiels aber durchaus kritisch. „Wir hatten ein paar Situationen, in denen wir den Ballgewinn zu schnell herschenken“, sagte er. „Nach der Pause waren wir stabiler, ohne dass es komplett souverän war. Wir hatten aber im gesamten Spielverlauf die besseren Gelegenheiten. Es war aber nicht so gut wie gegen Münster, dafür haben uns ein paar Prozentpunkte gefehlt.“

4000 FCM-Fans in Bremen

Begeistert war die Mannschaft von den 4000 FCM-Fans, die für Heimspiel-Stimmung sorgten. „Sensationelle Fans und eine tolle Atmosphäre. Wir haben uns richtig wohlgefühlt“, freute sich Schwede.

Auch der saftige Rasen im Weserstadion weckte Begehrlichkeiten. „Vielleicht nehmen wir die Greenkepper mit nach Magdeburg“, sagte Handke mit einem Lächeln.

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