Magdeburg l Er muss sich nicht für ein Zweitliga-Ticket anstellen oder über Preiserhöhungen ärgern, denn er hat – und das schon seit 2007 – eine lebenslange Dauerkarte beim 1. FC Magdeburg. Die Rede ist von Ex-FCM-Stürmer Christopher Kullmann, der seinerzeit das erste Tor im neuen Stadion erzielt hatte.

In Magdeburg herrschte Freude pur, als Ende 2006 das neue Stadion fertiggestellt war. Doch in der neuen Umgebung trafen die blau-weißen Kicker plötzlich das Tor nicht mehr. So stand bei den ersten vier Begegnungen stets die Null – 0:0 im ersten Spiel gegen Eintracht Braunschweig (19. Dezember 2006), 0:3 in der offiziellen Eröffnungspartie gegen Werder Bremen (23. Januar 2007), 0:0 und 0:2 in den Regionalliga-Punktspielen gegen Holstein Kiel und RW Ahlen (10. und 24. Februar).

Um dem „Spuk“ ein Ende zu bereiten, lobte der damalige Präsident Volker Rehboldt für den ersten Torschützen lebenslang freien Eintritt aus. Am 10. März gegen Fortuna Düsseldorf war es endlich soweit. Beim 2:2 (nach 0:2-Rückstand) verkürzte der damals 19-jährige Kullmann in der 55. Minute auf 1:2. Allerdings konnte nie zweifelsfrei geklärt werden, ob der Club-Stürmer tatsächlich den Treffer erzielt hatte. „Nach einer Ecke gingen alle zum Ball, und plötzlich war er drin. Wie, und ob ich als Letzter dran war, weiß ich nicht mehr“, blickte Kullmann jetzt zurück. Und: „Dass ich der Torschütze war, habe ich erst registriert, als ich beim Zurücklaufen meinen Namen auf der Anzeigetafel sah. Im Endeffekt ist es auch egal.“

Es passte im Übrigen ins damalige Bild, dass der Ausgleich durch ein Eigentor des Düsseldorfers David Krecidlo fiel ...

Kullmanns Karriere

Kullmann wechselte 2008 zu Borussia Dortmund, kickte ab 2011 für verschiedene Clubs wie RW Oberhausen, Arminia Bielefeld, FC Homburg, Hessen Kassel, Germania Halberstadt und seit 2016 für Askania Bernburg. Das ist auch der Grund, warum er das besondere Privileg des freien Eintritts bislang kaum nutzen konnte. Entweder war er selber aktiv oder der Weg einfach zu weit. „Es ist lange her, dass ich zuletzt im Stadion war. In der vergangenen Saison gar nicht“, bedauerte der 31-Jährige, betonte aber auch: „Ich freue mich riesig, dass der Club jetzt den Zweitliga-Aufstieg geschafft hat, zumal der FCM immer mein Verein bleibt. Die Klasse ist aber für mich nicht entscheidend. Ich wäre auch gerne zu Spielen in der 4. Liga gegangen.“

Weil der gebürtige Sargstedter auch künftig für Askania Bernburg in der Oberliga kickt, weil das mit seiner Ausbildung (und Schule in Aschersleben) zum Polizisten am besten zu vereinbaren ist, bleiben Besuche in der MDCC-Arena vorerst weiterhin die Ausnahme.

Da kommt es sogar häufiger vor, dass Kullmann beim Training vorbeischaut, weil sein Praktikum in Magdeburg stattfindet. Kontakt hat er noch zu Torwarttrainer Matthias Tischer, Zeugwart Heiko Horner und Abwehrrecke Felix Schiller, mit dem er 2011/12 in Oberhausen zusammengespielt hat. „Schade, dass er jetzt weggeht“, so Kullmann, der sich sportlich noch lange nicht aufs „Altenteil“ zurückziehen will: „Wie es nach meiner Ausbildung weitergeht, weiß ich noch nicht. Eine höhere Liga ist aber immer reizvoll.“

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