Magdeburg l Selbst das trübe Wetter mit Regen und beißendem Wind konnte der guten Laune von Patrick Möschl Montag nichts anhaben. Mit einem Lächeln im Gesicht betrat der 26-Jährige um 11.05 Uhr erstmals den Rasen hinter der MDCC-Arena, trug erstmals die Trainingskleidung des 1. FC Magdeburg.

Erst am vergangenen Freitag war der Wechsel Möschels von Dynamo Dresden zum Club perfekt gemacht worden. Und der Österreicher ist froh, dass es so schnell geklappt hat. „Am Donnerstagnachmittag habe ich von meinem Manager erfahren, dass der FCM Interesse an einer Verpflichtung hat“, sagt er.

Überzeugendes Gespräch mit Wollitz

Am gleichen Abend telefonierte Patrick Möschl dann mit FCM-Trainer Claus-Dieter Wollitz. „Das Gespräch ging zwar nicht lange, war aber sehr überzeugend. Ab dieser Sekunde wusste ich, dass ich zum Club möchte“, betont er. „Ich habe Dresden um die Freigabe gebeten und bin dankbar, dass am Freitag alles geklappt hat.“

In diesem Telefonat erläuterte Wollitz dem flinken Offensivspieler, der links wie rechts auf den Außenbahnen flexibel einsetzbar ist, seine Ideen – mit dem FCM, mit Möschl. „Ich habe mit Dynamos Ex-Trainer Cristian Fiél gesprochen. Dieser sagte mir, dass Patrick richtig Tempo hat und vor allem die Einstellung mitbringt, sich im Training immer präsentieren zu wollen“, erzählt Wollitz.

Möschl zeigt sofort Einsatz und Mentalität

Montag in der Einheit mit den Ersatzspielern der Mannheim-Partie war davon schon einiges zu sehen. Möschl forderte bereits nach wenigen Minuten den Ball, bot sich an – und erzielte um 11.49 Uhr mit einem satten Weitschuss sein erstes Tor im FCM-Dress. „Ich bin davon überzeugt, dass in der Mannschaft viel Qualität steckt und dass in der Tabelle viel mehr möglich ist“, sagt er. Möschl selbst sieht sich als Mentalitätsspieler, „ein Kämpfer eben“. Das könnte gut zum FCM passen.

Kämpfen ist ein gutes Stichwort: Denn Montag traf er im Training auch auf Charles Elie Laprévotte. Und mit dem Franzosen verbindet er eine schmerzhafte Erinnerung. Es war am 16. März 2019 beim 1:1 des FCM in Dresden: Möschl kam in der zweiten Halbzeit in die Partie und lieferte sich mit Laprévotte harte Zweikämpfe. Nach gut einer Stunde wurde der Neuzugang so unsanft abgeräumt, dass er sich danach ein Wortgefecht mit dem Franzosen lieferte. Mittlerweile kann Möschl darüber lachen: „Nach einer Verletzung war ich gerade zurückgekehrt und deshalb nach dem Foul sehr emotional. Ich konnte das aber mit Elie gleich nach dem Spiel klären. Ich habe ihn jetzt richtig kennengelernt, mich mit ihm sehr gut verstanden.“

Bereits am Sonntag kam Patrick Möschl übrigens in Magdeburg an, bezog zunächst ein Hotel. „Ich habe mir dann gleich einen Account zugelegt, um das FCM-Spiel in Mannheim im Pay-TV zu sehen“, verrät er und lacht. Seine Wohnung in Dresden behält er noch zwei Monate, in Magdeburg möchte er möglichst schnell ein Apartment beziehen. „Meine Freundin kommt aus Dresden und bleibt auch erst mal noch dort“, betont der Österreicher, der für den SV Ried spielte, bevor er 2017 zu Dynamo wechselte. Bei seinem Ex-Verein war er zuletzt aber nicht mehr glücklich. Denn: „Ich bin zuletzt nicht mehr so oft zum Einsatz gekommen und hoffe jetzt darauf, dem FCM helfen zu können.“

Neben dem Platz begleitet Patrick Möschl übrigens seit rund vier Jahren ein Wort, das mittlerweile zum Markenzeichen geworden ist: „enjoy“ – was aus dem Englischen übersetzt „genießen“ heißt. „Das ist mein Wort und verfolgt mich jetzt schon mehrere Jahre“, erzählt er.

Lieblingswort als Markenzeichen

Doch wie kam es dazu? Möschl klärt auf: „Als ich noch beim SV Ried gespielt hatte, kamen wir irgendwann im Urlaub auf dieses Wort. Das hat mich einfach gut charakterisiert und begleitet mich seitdem.“

Keine besondere Bedeutung hat für ihn dagegen die Rückennummer 27, die er sich jetzt beim FCM ausgesucht hat. Zuvor in Dresden hatte er noch die 22, in Ried war es die 25. „Die Nummer 22 wollte ich nicht mehr haben, weil es in Dresden eben nicht so gut für mich lief. Da die 25 bereits vergeben war, haben meine Freundin und ich überlegt, welche Nummer passen könnte. Wir sind dann auf die 27 gekommen“, klärt er auf.

Sollte sich Patrick Möschl gut zurechtfinden, könnte er diese Nummer auch in der kommenden Saison beim Club tragen. Zwar läuft der Vertrag nur bis zum Sommer – eine weitere Zusammenarbeit ist aber nicht ausgeschlossen. „Wir schauen jetzt erst mal, wie es für mich läuft. Wir wollen möglichst schnell Siege einfahren. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen. Der Rest kommt dann schon“, sagt Möschl.

Weitere Infos gibt es im FCM-Blog