Paderborn/Magdeburg l Leopold Zingerle erinnert sich nur ungern an die letzte Begegnung mit seinem Ex-Verein 1. FC Magdeburg. Es war am 23. September 2018, das Spiel endete 4:4. Vier Gegentreffer sollten einem Torhüter eigentlich den Tag vermiesen. Seit Zingerle beim SC Paderborn spielt, gehört Spektakel für ihn aber zum Alltag. Das Team ist mit 53 Treffern eine der Offensivmaschinen in der 2. Bundesliga, kassierte im Gegenzug allerdings auch 35 Gegentreffer.

Deshalb ist sich Zingerle auch sicher, dass die Zuschauer im Rückspiel am Sonntag einige Tore sehen werden. Ein weiterer Grund: Beide Mannschaften sind im Jahr 2019 richtig gut drauf, der FCM holte bisher zehn Punkte, Paderborn neun.

Zingerle Nummer 1 in Paderborn

Zingerle wird am Sonntag mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder im Tor der Paderborner stehen. Für Trainer Steffen Baumgart, der beim FCM ebenfalls eine Vergangenheit hat, ist er ein wichtiger Baustein des Erfolges. Er ist die unumstrittene Nummer 1 im Tor, weil er über Eigenschaften verfügt, die Paderborn zugutekommen. Der 24-Jährige ist stark am Fuß, spielt gerne mit, kommt häufig aus seinem Tor heraus. „Die Spielweise des Teams passt zu meiner Art“, sagt auch Zingerle.

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Der Torhüter verlängerte kürzlich seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2021. „Ich genieße das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird“, betont er. Und: „Klar, dass sich so etwas auf die Leistung auswirkt.“

Dieses Vertrauen war zu seiner Magdeburger Zeit nicht immer da. 2016 kam er aus Fürth zum FCM, sicherte sich nach sechs Monaten einen Stammplatz. Im Saison-Endspurt 2017 wurde ihm vom FCM trotzdem gesagt, dass sein auslaufender Vertrag nicht verlängert wird, sollte der Club nicht aufsteigen. Da der FCM den Aufstieg verpasste, stand Zingerle im Sommer 2017 plötzlich ohne Verein da.

FCM: Viele Torwartwechsel

Die Fluktuation beim FCM auf der Torhüterposition nach Zingerles Abgang gibt zumindest zu denken, ob die Entscheidung der Verantwortlichen richtig war. Zunächst wurde Alexander Brunst im Sommer 2017 verpflichtet, der aber das Duell mit Jan Glinker verlor, gegen den sich Zingerle zuvor durchgesetzt hatte. Nach Glinkers Abgang im Sommer 2018 kam Jasmin Fejzic, der aber bereits nach sechs Monaten wieder nach Braunschweig zurückkehrte. Mittlerweile steht mit Giorgi Loria ein weiterer neuer Torhüter unter Vertrag.

Zingerle ist unterdessen froh, sein Glück in Paderborn gefunden zu haben. Das war zu Beginn alles andere als selbstverständlich. Erst als klar war, dass Paderborn als sportlicher Absteiger wegen der Lizenzprobleme von 1860 München doch in der 3. Liga bleiben durfte, öffnete sich für ihn im Sommer 2017 nach dem FCM-Abgang eine neue Tür. „Am Tag des Rückzuges von 1860 meldete sich Paderborn. Ich musste nicht lange überlegen und sagte zu“, erinnert sich Zingerle.

Neues Team in Paderborn

Für ihn, für den gesamten Verein begann dann ein Abenteuer. Die Mannschaft musste neu zusammengestellt werden, keiner wusste, wohin der sportliche Weg führen würde. „Es lief dann aber sogar immer noch ein Stückchen besser, als ich es erwartet hätte“, betont er. Nach dem Aufstieg in die 2. Liga spielt Paderborn auch in dieser Saison vorne mit, steht momentan auf dem fünften Tabellenplatz.

Trotz des nicht ganz geräuschlosen Abschieds freut sich Zingerle auf seine Rückkehr nach Magdeburg. „Es ist und bleibt für mich immer besonders, wenn ich gegen den FCM spiele. Beim Club war ich immerhin zum ersten Mal in meiner Karriere Stammtorhüter bei einem Profiverein.“

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