Magdeburg l Das nasskalte Wetter passt momentan recht gut zur sportlichen Situation beim 1. FC Magdeburg. Die Bilanz ist mit 20 Punkten aus 15 Drittligaspielen sehr durchwachsen. Und deshalb ist davon auszugehen, dass es Donnerstagabend (18.30 Uhr) bei der FCM-Mitgliederversammlung auf dem Messegelände durchaus emotional wird. Die Verantwortlichen um Geschäftsführer Mario Kallnik, Sportchef Maik Franz und Trainer Stefan Krämer erwartet die eine oder andere kritische Nachfrage.

Hinter dem Club liegen schwierige Monate, mit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Sommer, mit dem Neuaufbau und der Entwicklung einer Mannschaft. Doch trotz der Begleitumstände: Mario Kallnik ist keinesfalls aufgeregt. „Wir wissen, was uns erwartet. Es wäre ganz normal, wenn es Nachfragen zur sportlichen Situation gibt.“

Zweitliga-Rückkehr nicht planbar

Viele Dinge rund um den sportlichen Bereich sind laut Kallnik bereits in den vergangenen Wochen klar besprochen worden. Den Verantwortlichen war nämlich durchaus bewusst, dass sich der FCM nach dem Abstieg schwertun könnte, dass eine sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga nicht ohne weiteres planbar ist. „Wir wollen so schnell wie möglich in die 2. Liga zurückkehren“, stellt Kallnik zwar weiterhin klar. Aber: „Die 3. Liga ist unberechenbar. Wir haben nicht umsonst davon gesprochen, dass es bis zu drei Jahre dauern kann.“ Einigen Fans ist diese Zielsetzung trotzdem zu defensiv gewesen, Mario Kallnik und Maik Franz wurden deshalb kritisiert.

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Die bisherige Punktausbeute in dieser Saison ist trotz der bescheidenen Zielsetzung aber auch Kallnik zu wenig. „Damit sind wir unzufrieden“, sagt er. „Der Abstand auf einen Abstiegsplatz beträgt nur fünf Punkte. Wir arbeiten daran, diesen Abstand wieder zu vergrößern mit dem Ziel, den Anschluss nach oben zu schaffen.“

Doch der Geschäftsführer sieht die Gründe für das bisherige Abschneiden differenziert. „Wir haben uns seit 2012 stetig weiterentwickelt, in der Saison 2018/19 aber unsere sportlichen Ziele nicht erreicht. Nach dem Abstieg haben wir daraus unsere Schlüsse gezogen. Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich aber, dass sich die Mannschaft trotz der nicht zufriedenstellenden Punktausbeute in den vergangenen Wochen dennoch weiterentwickelt hat.“

Kallnik hat eine hohe Toleranzschwelle

Dass einige Mitglieder das heute möglicherweise anders sehen und ihren Unmut auch äußern, hält Kallnik für legitim. „Meinungen dürfen schließlich frei geäußert werden und mit Kritik können wir umgehen.“

Die Toleranzschwelle des 45-Jährigen ist deshalb auch ziemlich hoch. „Am Ende des Tages ist es mir in meinem Beruf nicht wichtig, geliebt zu werden, sondern schlussendlich erfolgreich zu sein. Als Geschäftsführer trage ich schließlich die Hauptverantwortung für alles“, sagt er. „Da wir im abgelaufenen Geschäftsjahr sportlich stagniert sind, ist Kritik berechtigt. Hätten wir alles richtig gemacht, würden wir heute in der 2. Bundesliga spielen.“

Entscheidend sind interne FCM-Prozesse

Wirklich entscheidend seien für ihn aber die internen Prozesse. „Aktuell geht es darum, dass wir alles dafür tun, um sportlich wieder erfolgreicher zu sein. Dafür müssen alle Spieler und die verantwortlichen Trainer maximale Leistung einbringen“, fordert Kallnik.

Doch bei aller Kritik an der gegenwärtigen sportlichen Situation bleibt eines unbenommen: Als Mario Kallnik 2012 beim FCM anfing, lag der Club sportlich in der Regionalliga am Boden. In den Folgejahren war es Kallnik, der die Entwicklung des Vereins Schritt für Schritt vorantrieb – und die Grundlagen für spätere Erfolge schuf, gipfelnd in den Zweitliga-Aufstieg.

Und in diese Liga will Kallnik unbedingt zurück: „Wir wollen aber stärker als beim ersten Mal zurückkehren, wollen nicht nur ein Jahr zu Gast sein und zeigen, dass wir alle gemeinsam dazugelernt haben.“

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