Magdeburg l Die Trennung von Jens Härtel hatte sich angedeutet: Bereits nach dem 2:3 gegen Regensburg, der vierten Niederlage in Folge, vermied FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik ein klares Bekenntnis zu Härtel.

Am Montagabend (12. November) um 19.22 Uhr waren die Spekulationen um Härtels Zukunft dann beendet. Nach zahlreichen Sitzungen, Gesprächen zwischen Kallnik, Sportchef Maik Franz, Kapitän Nils Butzen, dem Aufsichtsrat und dem Präsidium war die Entlassung von Härtel beschlossene Sache. Der Club reagierte damit auf die sportliche Talfahrt mit nur neun Punkten aus 13 Spielen, vier Niederlagen in Folge und immer noch keinem Heimsieg. "Es ist und bleibt unser oberstes Ziel, auch in der Saison 2019/20 als Verein in der 2. Bundesliga zu spielen", betonte Kallnik. Dieses Ziel sei aufgrund der sportlichen Bilanz stark gefährdet.

Schon im Volksstimme-Interview forderten Kallnik und Franz klar sichtbare Fortschritte. Diese gab es bisher nicht. Im Gegenteil: Vor allem gegen Hamburg (0:1) und in Darmstadt (1:3) spielte der Club zuletzt gegen keinesfalls übermächtige Gegner schwach. Gegen Regensburg überzeugte das Team zwar, stand am Ende aber trotzdem wieder mit leeren Händen da.

Bei aller Kritik fand Kallnik aber auch lobende Worte für Härtel: "Unabhängig von der aktuell unbefriedigenden sportlichen Situation haben Jens und Ronny einen wesentlichen Anteil an der sportlichen Entwicklung des 1. FC Magdeburg in den zurückliegenden Jahren und werden somit ehrenhaft beim FCM in Erinnerung bleiben."

Härtel übernahm den FCM im Sommer 2014 in der Regionalliga Nordost und führte den Verein 2015 zunächst über die erfolgreiche Aufstiegsrelegation gegen Offenbach in die 3. Liga. Im Sommer 2018 folgte der Höhepunkt seiner Zeit in Magdeburg: Mit 85 Punkten stieg der Club als Drittligameister in die 2. Bundesliga auf. Zur Seite stand Härtel seit Beginn Co-Trainer Ronny Thielemann, der jetzt ebenfalls gehen muss.

Härtel schien am Sonntag nach dem Regensburg-Spiel bereits eine Vorahnung gehabt zu haben. Nach Schlusspfiff ging er noch mal ganz bewusst auf die treuen Fans von Block U zu, und bedankte sich, wie er es sonst nur nach den Aufstiegen gemacht hatte.

Einen Nachfolger gab der FCM noch nicht bekannt, kündigte aber eine zeitnahe Entscheidung an.

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