Magdeburg l Das Smartphone von Maik Franz steht momentan kaum still. Immer wieder telefoniert der Sportchef des 1. FC Magdeburg mit Beratern und Vertretern anderer Vereine. Doch die Suche nach Neuzugängen gestaltet sich schwierig. Die Volksstimme beantwortet die wichtigsten Fragen:

Volksstimme: Wie lief die Winter-Transferphase bisher?

Maik Franz: Beim FCM blieb es in Sachen Neuzugänge bisher recht ruhig. Mit Daniel Steininger wurde ein flexibler Offensivspieler vom Zweitligisten Greuther Fürth verpflichtet, den der Club zuvor eineinhalb Wochen getestet hatte. Ein Wechsel von Rijad Kobiljar scheiterte hingegen, obwohl der 23-Jährige einen Tag in Magdeburg mittrainierte. Doch die Verantwortlichen um Geschäftsführer Mario Kallnik, Sportchef Maik Franz und Trainer Claus-Dieter Wollitz hätten Kobiljar gerne noch ein paar Tage länger gesehen. Da der Spieler das nicht wollte, nahm der FCM Abstand von einer Verpflichtung. Mittlerweile steht der Bosnier beim Liga-Konkurrenten KFC Uerdingen unter Vertrag.

Wo könnte sich der FCM noch verstärken?

Vorrangig in der Offensive. Der FCM fahndet vor allem nach schnellen offensiven Mittelfeldspielern, die auch auf der Außenbahn wirbeln können. Doch bei der Suche gab es bisher ein großes Problem. „Wir haben zahlreiche Spieler im Blick. Doch entweder fehlte die vollkommene Überzeugung oder die Spieler haben sich gegen einen Wechsel entschieden“, erklärt Franz. Im Vergleich zum Vorjahr, als der FCM im Zweitliga-Winter Spieler wie Jan Kirchhoff, Timo Perthel und Giorgi Loria verpflichtete, gibt es nämlich einen großen Unterschied: Die Liga. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir momentan auf dem zwölften Tabellenplatz der 3. Liga stehen. Viele ambitionierte Spieler stehen nicht unbedingt Schlange, wollen lieber in der 2. Liga bleiben oder ins Ausland wechseln. Außerdem wollen wir nichts machen, was wirtschaftlich unvernünftig ist.“

Damit bezieht sich Franz, ohne dies selbst zu erwähnen, wohl auf den Liga-Konkurrenten Eintracht Braunschweig. Der finanziell angeschlagene Verein setzte mit den Verpflichtungen von Merveille Biankadi (Heidenheim) und Marvin Pourié (Karlsruhe) alles auf eine Karte und ist fast zum Aufstieg gezwungen.

Wird der FCM denn heute noch auf dem Transfermarkt aktiv?

Die Wahrscheinlichkeit ist momentan gering. „Wir haben bei einigen Spielern intensiv unser Interesse bekundet“, sagt Franz zwar. Ob sich daraus wirklich noch ein Transfer ergibt, ist aber eben sehr fraglich.

Der Sportchef will die sportliche Entwicklung aber ohnehin nicht nur von möglichen Neuzugängen anhängig machen: „Wir haben einen Kader, der bereits nachgewiesen hat, was in ihm steckt. Es ist unsere Aufgabe, die Spieler, die da sind, weiterzuentwickeln. Der FCM kann für viele Jungs ein Sprungbrett sein, das hat die Vergangenheit gezeigt.“

Was er meint: Sebastian Ernst (jetzt Greuther Fürth), David Kinsombi (Hamburger SV), Florian Kath (SC Freiburg), Florian Pick (1. FC Kaiserslautern) oder jüngst Marius Bülter (1. FC Union Berlin) haben sich beim FCM schließlich entwickelt und dadurch für höhere Aufgaben empfohlen.

Ausschließen kann Franz hingegen einen Transfer des Ex-Chemnitzers Daniel Frahn, der ablösefrei zu haben wäre. „Das ist für uns überhaupt kein Thema“, betont er.

Wer könnte den Verein noch verlassen?

Marvin Temp hat den FCM gestern verlassen. Das Eigengewächs wird bis Ende Juni 2020 zum Regionalligisten Germania Halberstadt ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Er ist nicht der Erste – in der vergangenen Saison spielte dort Philipp Harant, momentan tragen Pascal Schmedemann und Anton Kanther das Germania-Trikot.

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