Magdeburg l Noch bevor sich die Drittliga-Spieler des 1. FC Magdeburg am Montagnachmittag auf ein Gruppenschweigen einigten, ließ es sich Jürgen Gjasula nicht nehmen, auf seiner Instagram-Seite ein paar Worte an die Fans zu richten. Denn sein Postfach ist prall gefüllt. Immer wieder gibt es Nachfragen, ob der Magdeburger Mittelfeldspieler angeschlagen sei. Immerhin ist sein letzter Einsatz für den Drittligisten – beim 0:0 gegen Meppen am 4. Dezember – schon gut zwei Monate her.

„Mir geht es gut und ich bin nicht verletzt“, schreibt Gjasula. „Im Gegenteil, ich trainieren jeden Tag und bin fit.“ Dennoch wird er von FCM-Trainer Thomas Hoßmang weiter konsequent ignoriert. Sieben Spiele in Folge ist er nun schon ohne Einsatz, im gesamten Januar war er nicht einmal im Kader. Auch beim ausgefallenen Spiel in Köln nicht, als er von Hoßmang im Vorfeld als „Option“ angekündigt wurde.

Die Aussagen von Sportchef Otmat Schork, dass der Januar „an der Substanz gezerrt“ habe und nach den englischen Wochen die „Grenze der Zumutbarkeit erreicht“ war, macht die Nichtberücksichtigung von Gjasula nur umso verwunderlicher.

Warum der Trainer auf den 35-jährigen Rechtsfuß verzichtet, wird nicht ganz klar. Denn er bescheinigte ihm selbst gute Trainingsleistungen. Ist für den Routinier schlicht aufgrund der U-23-Regel kein Platz im Kader oder gibt es tiefer gehende Probleme? Immerhin wurde Gjasula in dieser Saison schon einmal gemeinsam mit Sören Bertram suspendiert.

Mehr Tiefen als Höhen

Generell war es für den Deutsch-Albaner eine Saison mit mehr Tiefen als Höhen. An den ersten fünf Spieltagen war er gesetzt, wurde dann aber aussortiert. Nach Aussprache mit dem Coach und damals neuen Sportchef Schork kehrte er am 11. Spieltag in Ingolstadt zurück. Und sah bei der 0:1-Niederlage Gelb-Rot. Es folgten für ihn nur noch zwei weitere Spiele, in denen er in der Verteidigung zum Einsatz kam und von Hoßmang wiederum gelobt wurde.

Gjasula brennt nun auf sein neuntes Spiel in der aktuellen Saison. Das zeigt nicht nur sein Ehrgeiz im Training, sondern auch sein Statement auf Instagram: „Wenn ich gebraucht werde, stehe ich bereit für mein Team und den Verein.“ An die Fans richtet er weiterhin: „Lasst uns positiv bleiben und zusammenhalten.“

Fast 200 Zweitliga-Spiele

Gerade mit Blick auf den kommenden Gegner wird das nötig sein. Denn am Sonnabend gastiert mit Dynamo Dresden der Tabellenführer in der MDCC-Arena. Hoßmang wird sich dann überlegen müssen, ob er weiter auf den trainigsfleißigen Gjasula verzichtet. Immerhin bringt der neben der Erfahrung von fast 200 Zweitliga-Spielen auch eine gewisse Führungs- und Standardqualität mit, die der FCM zuletzt vermissen ließ.