Magdeburg l Dennis Erdmann hat in den Sozialen Medien seine ganz eigene Zeitrechnung. Direkt nach dem 1:0 gegen Aue veröffentlichte er bei Instagram eine Uhr, die die Stunden bis zum Ingolstadt-Spiel am Freitagabend um 18.30 Uhr herunterzählt. Erdmann nennt sie „Earthman-time“ – eine Anspielung auf die direkte englische Übersetzung seines Namens. Hinter der Zeit platzierte er ein lachendes Teufel-Smiley und die große Überschrift „immer weiter“.

Dieser Slogan machte klar: Erdmann, der gegen Aue überragende 88 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, wollte den Fokus schnell auf die nächste Aufgabe richten. Der Heimerfolg – nur eine Momentaufnahme. Zumal er mit dem Ostderby trotz des Sieges nur bedingt zufrieden war. „Wir hätten unsere Chancen konsequenter nutzen müssen. Dann hätten wir am Ende auch keine Zitterfüße mehr gehabt.“

Mit „Zitterfüßen“ meint Erdmann die Angst, den knappen Vorsprung in der Schlussphase doch noch zu verspielen. Das fiel auch Trainer Michael Oenning auf: „Wir standen in den Schlussminuten zu tief, haben zu viele Flanken zugelassen. Damit war ich nicht zufrieden.“

FCM holt gegen Aue ersten Heimsieg

Magdeburg (tw) l Der 1. FC Magdeburg hat mit dem 1:0 gegen Erzgebirge Aue den ersten Heimsieg in der 2. Fußball-Bundesliga gefeiert. Das Spiel in Bildern.

  • Freude über den ersten Heimsieg: Michael Oenning, Jan Kirchhoff und Maik Franz. Foto: Eroll Popova

    Freude über den ersten Heimsieg: Michael Oenning, Jan Kirchhoff und Maik Franz. Foto: Eroll ...

  • Freude über den ersten Heimsieg: Rico Preißinger und Marius Bülter. Foto: Eroll Popova

    Freude über den ersten Heimsieg: Rico Preißinger und Marius Bülter. Foto: Eroll Po...

  • Freude über den ersten Heimsieg: Giorgi Loria, Jan Kirchhoff und Mario Kallnik. Foto: Eroll Popova

    Freude über den ersten Heimsieg: Giorgi Loria, Jan Kirchhoff und Mario Kallnik. Foto: Eroll ...

  • Maik Franz und Manfred Osei Kwadwo. Foto: Eroll Popova

    Maik Franz und Manfred Osei Kwadwo. Foto: Eroll Popova

  • Philip Türpitz, Marius Bülter, Dennis Erdmann und Nico Hammann. Foto: Eroll Popova

    Philip Türpitz, Marius Bülter, Dennis Erdmann und Nico Hammann. Foto: Eroll Popova

  • Dennic Kempe, Christian Beck und Filip Kusic. Foto: Eroll Popova

    Dennic Kempe, Christian Beck und Filip Kusic. Foto: Eroll Popova

  • Filip Kusic hat das Nachsehen. Felix Lohkemper schießt das 1:0. Foto: Eroll Popova

    Filip Kusic hat das Nachsehen. Felix Lohkemper schießt das 1:0. Foto: Eroll Popova

  • Jan Kirchhoff, Philipp Riese und Felix Lohkemper. Foto: Eroll Popova

    Jan Kirchhoff, Philipp Riese und Felix Lohkemper. Foto: Eroll Popova

  • Mario Kallnik. Foto: Eroll Popova

    Mario Kallnik. Foto: Eroll Popova

  • Maik Franz und Mario Kallnik. Foto: Eroll Popova

    Maik Franz und Mario Kallnik. Foto: Eroll Popova

  • Torwart Giorgi Loria betritt mit der Volksstimme-Eskorte das Spielfeld. Foto: Eroll Popova

    Torwart Giorgi Loria betritt mit der Volksstimme-Eskorte das Spielfeld. Foto: Eroll Popova

  • Nach der Grätsche von Jan Kirchhoff (1. FC Magdeburg) an Ole Käuper (Aue) pfiff Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck (Freiburg) zunächst Elfmeter, er nahm die Entscheidung nach Intervention von Assistent Thomas Gorniak zurück. Foto: Matthias Koch

    Nach der Grätsche von Jan Kirchhoff (1. FC Magdeburg) an Ole Käuper (Aue) pfiff Schieds...

  • FCM-Trainer Michael Oenning. Foto: Eroll Popova

    FCM-Trainer Michael Oenning. Foto: Eroll Popova

  • Felix Lohkemper am Ball. Foto: Eroll Popova

    Felix Lohkemper am Ball. Foto: Eroll Popova

  • Julius Düker. Foto: Eroll Popova

    Julius Düker. Foto: Eroll Popova

  • Philip Türpitz und Calogero Rizzuto im Zweikampf um den Ball. Foto: Eroll Popova

    Philip Türpitz und Calogero Rizzuto im Zweikampf um den Ball. Foto: Eroll Popova

  • Clemens Fandrich und Michel Niemeyer. Foto: Eroll Popova

    Clemens Fandrich und Michel Niemeyer. Foto: Eroll Popova

  • FCM-Torwart Giorgi Loria. Foto: Eroll Popova

    FCM-Torwart Giorgi Loria. Foto: Eroll Popova

  • Christian Beck. Foto: Eroll Popova

    Christian Beck. Foto: Eroll Popova

  • Philip Türpitz. Foto: Eroll Popova

    Philip Türpitz. Foto: Eroll Popova

  • Christian Beck und Dr. Matthias Jöllenbeck. Foto: Eroll Popova

    Christian Beck und Dr. Matthias Jöllenbeck. Foto: Eroll Popova

  • FCM-Torwart Giorgi Loria. Foto: Eroll Popova

    FCM-Torwart Giorgi Loria. Foto: Eroll Popova

  • Tobias Müller,  Charles Elie Laprevotte,  Felix Lohkemper,  Christian Beck und Rico Preißinger. Foto: Eroll Popova

    Tobias Müller, Charles Elie Laprevotte, Felix Lohkemper, Christian Beck und Rico Prei ...

  • Dennis Kempe, Christian Beck und Filip Kusic. Foto: Eroll Popova

    Dennis Kempe, Christian Beck und Filip Kusic. Foto: Eroll Popova

  • Filip Kusic und Felix Lohkemper. Foto: Eroll Popova

    Filip Kusic und Felix Lohkemper. Foto: Eroll Popova

  • FCM-Torwart Giorgi Loria. Foto: Eroll Popova

    FCM-Torwart Giorgi Loria. Foto: Eroll Popova

  • Malcolm Cacutalua, Philip Türpitz und Martin Männel. Foto: Eroll Popova

    Malcolm Cacutalua, Philip Türpitz und Martin Männel. Foto: Eroll Popova

Diese Verunsicherung ist beim Blick auf den bisherigen Saisonverlauf nicht überraschend. In der Vorrunde schaffte es der FCM viel zu selten, einen Vorsprung ins Ziel zu retten. Stattdessen gab es zahlreiche Beispiele für späte Gegentreffer und Enttäuschungen: das 1:1 gegen Ingolstadt, das 3:3 gegen Duisburg oder die beiden 2:3-Niederlagen gegen Regensburg und in Fürth.

Aufbruchstimmung mitgenommen

Das 1:0 gegen Aue könnte aber eine Trendwende gewesen sein. Trotz der Zitterfüße reichte es zum Sieg – es war erst der zweite in dieser Saison. Und dieses Gefühl, sich selbst auch mal belohnt, die Abwehr mal zusammengehalten zu haben, soll den Spielern nun die nötige Sicherheit geben. Für Oenning ist die defensive Stabilität nämlich einer der wichtigsten Bausteine: „Wir verteidigen die gegnerischen Standards viel besser als vor der Winterpause. Wir sind auf einem guten Weg. Ich hoffe, dass das jetzt so bleibt“, sagt er.

Klar ist: Der FCM hat die Aufbruchstimmung, die in der Winter-Vorbereitung durch die vier Neuzugänge und durch das gelungene Trainingslager in Spanien erzeugt wurde, in die 2. Bundesliga vorerst mitgenommen. Durch den ersten Heim-Dreier der Saison sprang der Club sogar auf Tabellenplatz  15 und damit auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

Solche Erlebnisse setzen selbst im Winter wohlige Gefühle frei. „Das hat richtig gut getan“, versichert Mittelfeldspieler Rico Preißinger. Von Zurückhaltung ist deshalb nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: „Nach dem Heimsieg haben wir Rückenwind. Wir fahren gestärkt nach Ingolstadt und wollen dort etwas mitnehmen“, sagt Preißinger.

Kapitän Christian Beck ist sich sicher, dass es heute ähnlich intensiv wird wie zuvor gegen Aue. „Es wird eine Schlacht. Beide müssen gewinnen. Wir wollen einen Lauf starten. Es fühlt sich gut an, zu gewinnen. Dieses Gefühl wollen wir jetzt endlich häufiger haben“, sagt er. In Ingolstadt, beim Tabellenvorletzten, soll das zarte Pflänzchen Selbstvertrauen weiter gegossen werden.

Dennis Erdmann fiebert deshalb in seiner eigenen Zeitrechnung dem Spiel entgegen. Und er hat in seiner unnachahmlichen Art auch eine ganz eigene Kalkulation für das Kellerduell: „Das ist für uns jetzt ein 25-Punkte-Spiel. Ich will dort gewinnen, sonst ist der Sieg gegen Aue nichts wert.“

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