Magdeburg l Als die Drittliga-Spieler des 1. FC Magdeburg im Ostderby gegen Hansa Rostock den Rasen betreten haben, folgte ihnen direkt Jens Härtel – vielleicht aus alter Gewohnheit, trainierte er die Magdeburger doch erfolgreich über vier Jahre. Aus alter Verbundenheit hat der heutige Hansa-Coach  aber nicht auf den Sieg verzichtet. Der FCM brachte sich am Ende selbst um den Lohn des Heimerfolgs. Christian Beck (32.) nutzte eine von vielen FCM-Chancen, doch John Verhoek (53.) hatte für Hansa beim 1:1 (1:0) die passende Antwort.

Beide Teams starteten durchaus angriffslustig in das Ostderby, wobei die Magdeburger zunächst die etwas besseren Möglichkeiten hatten. Nach Ablage von Sirlord Conteh, der genau wie Adrian Malachowski und Beck in die Startelf rückte, zog Andreas Müller ab, scheiterte aber am Keeper. Nach einem langen Ball auf Conteh war es dann vier Minuten später wieder der 20-Jährige, der für Luka Sliskovic auflegte. Sein Schuss ging knapp vorbei (14.). Die Rostocker stellten auf der Gegenseite durch einen Versuch von Maurice Litka (19.) erstmals auch FCM-Keeper Morten Behrens auf den Prüfstand.

Doch die Magdeburger blieben das bessere Team und ihr frühes Attackieren zahlte sich aus. Conteh erkämpfte sich am gegnerischen Strafraum den Ball und flankte auf Beck. Die Kugel kam eigentlich nicht ideal auf den Kapitän, doch er setzte nach und platzierte den Ball zum 1:0 in die Ecke.

Erstes Saisontor von Beck

Und spätestens mit dem ersten Saisontor des 32-Jährigen übernahm der FCM dann die Spielkontrolle. Schon drei Minuten später hätte Sliskovic, der den Ball von Conteh technisch stark mitnahm, frei vor Hansa-Keeper Markus Kolke das 2:0 erzielen können, sein Abschluss war aber viel zu schwach. Aktivposten Conteh lief dann nach Sliskovic-Pass Max Reinthaler davon, verpasste in aussichtsreicher Position aber ebenfalls das 2:0 und schob den Ball am Tor vorbei (38.).

So konnte den Blau-Weißen bis zur Pause nur der Vorwurf gemacht werden, dass sie nicht nachlegten. Denn nach dem Seitenwechsel drückten die Rostocker direkt auf den Ausgleich und hatten durch einen Freistoß aus 16 Metern von Korbinian Vollmann auch gleich die Möglichkeit dazu (51.). Dieser Standard wurde von der FCM-Abwehr zwar noch überstanden, nur zwei Minuten später hatte Verhoek aber viel zu viel Platz im Strafraum und schob zum 1:1 ein (53.).

Anstatt das Spiel aber komplett aus der Hand zu geben, setzten auch die Elbestädter wieder Akzente nach vorn, hatten durch Andreas Müller direkt im Gegenzug eine gute Chance (54.). Auch mit dem eingewechselten Sören Bertram, der erstmals nach seiner Suspendierung wieder dabei war, machte der FCM wieder mehr Druck. Beck verpasste den Ball nach einer Müller-Flanke nur um Zentimeter (65.).

In der Schlussphase hatten die Blau-Weißen dann zwar mehr Ballbesitz, spielten sich zunächst aber keine weiteren Großchancen heraus – bis Bertram von rechts scharf flankte und Beck erneut nur knapp verpasste (81.). Am Ende hatte der FCM sogar noch Glück, als Luca Horn am stark parierenden Behrens scheiterte (87.)