Magdeburg l Die Konstanz, die der 1. FC Magdeburg zuletzt mit vier Spielen ohne Niederlage am Stück im Punktesammeln zeigte, lässt er hinsichtlich der Aufstellung und seiner taktischen Grundordnung derzeit vermissen. Denn vor den jüngsten vier Begegnungen hatte Coach Thomas Hoßmang stets ein neues System parat.

Das liegt zum einen an den vielen Ausfällen, zu denen zuletzt noch Adrian Malachwoski (Leisten-OP) dazukam. Zum anderen auch daran, dass der FCM „andere Optionen schaffen will, um nicht ausrechenbar zu sein“, sagt Hoßmang. Beim 1:1 in Lübeck am vergangenen Sonnabend entschied er sich wie schon gegen Hansa Rostock (1:1) für ein 4-3-3-System mit Sirlord Conteh und Raphael Obermair als offensive Außenspieler. „Die Idee war, mehr Tempo und Geradlinigkeit nach vorn zu schaffen“, verriet der Trainer, der deshalb zudem Daniel Steininger im zentralen Mittelfeld aufgeboten hatte.

Nachdem der Offensivmann drei Partien gar nicht ran durfte, zuvor gegen Meppen nur für drei Minuten zum Einsatz kam, stand er beim VfB wieder in der Startelf. „Er ist immer verlässlich“, begründete Hoßmang seine Wahl und attestierte ihm nach der längeren Pause ein „vernünftiges Spiel“.

Otmar Schork, der FCM-Sportdirektor, stimmte dem Coach zu, empfand das Spiel der Magdeburger insgesamt als „mutiger“. Ihm gefiel auch, dass sein Team „mehr Druck über die Außen“ erzeugte. Wobei Conteh seine Schnelligkeit nicht wirklich ausspielte, Obermair auf der linken Seite aber überzeugte.

Obermair für den FCM "wertvoll"

In seinem Fall hat Hoßmang aus der Not eine Tugend gemacht. Denn er bot seinen Dauerläufer (alle 15 Spiele absolviert) als Linksaußen auf und nicht wie zuletzt als linker Verteidiger. Der Vorteil: Obermair hatte mit Alexander Bittroff einen erfahrenen Abwehrspieler hinter sich und konnte sich ganz auf seine Offensivaufgaben konzentrieren. Als „wertvoll“ beschrieb der Coach den 24-Jährigen und lobte seine Schnelligkeit, seine guten Lösungen im Eins-gegen-Eins und seine Torgefahr. Immerhin war es Obermair, der vier Minuten nach dem Lübecker Führungstreffer für den Ausgleich sorgte (26.).

Doch beim Spieler selbst überwog am Ende der Ärger. Zwar war der Punkt durch den gehaltenen Elfmeter von Keeper Morten Behrens in der Nachspielzeit „für uns glücklich“, so der Rechtsfuß. „In Überzahl hätten wir es aber besser ausspielen müssen. Über die Saison gesehen helfen uns nur Siege“, betont er. Zwar passe die Defensivleistung aktuell, jedoch: „Wir müssen den Schalter vorn noch umlegen.“

Steiniger sieht viel Steigerungspotenzial

Steiniger sah das ähnlich: „Das war nicht zwingend genug von uns. Da muss sich auch mal jemand ein Herz fassen, damit wir vielleicht mit einer Einzelaktion zum Erfolg kommen“, nahm er sich selbst aus der Kritik nicht heraus, sondern sah in seiner Leistung „noch viel Steigerungspotenzial“. Nach zuvor vier Spielen ohne große Beachtung hat der 25-Jährige sich aber „nie hängen lassen und im Training weiter Gas gegeben“. Entsprechend freute er sich über seinen Einsatz.

Ob bis Weihnachten weitere dazu kommen, ist bei den aktuell vielen Umstellungen beim FCM kaum vorherzusagen. Fest steht vor dem  Heimspiel gegen Aufsteiger 1. FC Saarbrücken aber: „Da wartet wieder ein schwerer Gegner auf uns“, so der Coach. Und gegen den Tabellenzweiten sollten Obermair, Steininger und Co. ein paar bessere Lösungen in der Offensive parat haben. Denn im Moment ist der FCM zwar flexibel, für die Gegner aber dennoch ziemlich berechenbar.

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