Magdeburg l An mangelnder Akribie in der Vorbereitung auf den heutigen Gegner soll es beim 1. FC Magdeburg nun wirklich nicht mangeln. Selbst direkt nach der Pressekonferenz steckten Thomas Hoßmang und Tobias Müller, Trainer und Abwehrchef des Drittliga-Schlusslichts, noch einmal die Köpfe zusammen und besprachen, wie die Offensive von Türkgücü nun am besten aufgehalten werden kann. Immerhin gastiert mit dem Aufsteiger am Freitagabend um 19 Uhr ein Team in der MDCC-Arena, das ungeschlagen ist und mit neun Toren aktuell den zweitbesten Angriff der Liga stellt.

„Sie haben brutale Qualität in der Offensive“, warnt auch Hoßmang. Nicht nur auf Petar Sliskovic, mit vier Toren bislang erfolgreichster Stürmer, müsse man aufpassen, vor allem auch auf Sercan Sararer, der bereits an sieben Toren (zwei Treffer, fünf Vorlagen) beteiligt war. „Er macht den Unterschied. Er ist ein Freigeist und hat mit dem Ball unwahrscheinliche Qualität“, zollt Hoßmang dem 30-Jährigen Respekt.

Doch beim Neuling hat der FCM-Coach auch schon Schwächen ausgemacht, vor allem in der Defensive. Um diese aber zu nutzen, muss der FCM im Angriff deutlich mehr investieren als zuletzt. „Wir sollten offensiv anders auftreten“, fordert Hoßmang. „Wir wollen höher stehen und attackieren, mehr in die Tiefe spielen und den Gegner in Stress versetzen.“ Ob der Coach für dieses Vorhaben auch im Angriff oder Mittelfeld personelle Wechsel vornimmt – immerhin fruchteten die Umstellungen in der Defensive zuletzt in Dresden und trugen zur Stabilisierung bei – ließ er offen: „Wir haben einen großen Kader mit vielen guten Spielern und müssen schauen, wer für das Spiel die besten Optionen sind.“

Müller will dem Team helfen

Gesetzt ist dabei Müller, der schon in Dresden wieder seine Leistung abrufen konnte und sich nach seinem doppelten Rippenbruch wieder gut fühlt: „Ich bin bei 100 Prozent und probiere, mit meiner Leistung der Mannschaft zu helfen, wieder in die Spur zu kommen.“

Mit einem Punkt aus vier Spielen ist der FCM äußerst unzufrieden. „Uns allen ist die Situation bewusst“, sagt Müller. Von schlechter Stimmung oder Druck vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Türkgücü kann er aber nicht berichten. „Die Stimmung in der Mannschaft war positiv angespannt. Wir wissen, dass wir es besser können und das auch zeigen müssen, um zu gewinnen.“

Wichtiger Schritt möglich

Dass nichts anderes als die drei Punkte das Ziel sein können, ist ebenfalls klar. „Mit absoluter Überzeugung und Mut“ soll sein Team dabei auftreten, fordert der Coach, für den die Tabelle „noch nicht aussagekräftig“ ist. Ohnehin will der 53-Jährige nicht nach hinten blicken, sondern nur auf die kommende Aufgabe. Die auch die große Chance bietet, vor der englischen Woche etwas Ruhe in den Verein einkehren zu lassen. „Wir können einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung machen“, weiß Müller um die Bedeutung des Flutlichtduells. „Für die Fans soll sich der Weg ins Stadion lohnen.“