Chemnitz (dpa/at) l An der Beerdigung des überregional bekannten Chemnitzer Rechtsextremisten Thomas Haller haben am Montag in der sächsischen Stadt Chemnitz rund 1000 Fußball-Hooligans und Neonazis teilgenommen. Ein Trauerzug durch den Stadtteil Altchemnitz verlief störungsfrei, wie die Polizei nach Abschluss des Einsatzes mitteilte. Sie war mit einem Großaufgebot von rund 950 Beamten vor Ort.

Bei dieser Beerdigung tauchte auch das Logo des Zweitligisten 1. FC Magdeburg auf einem Trauerkranz auf. Der Verein reagierte mit einem klaren Statement. „Der 1. FC Magdeburg distanziert sich von der missbräuchlichen Logonutzung auf einem Trauerkranz im Rahmen der Trauerveranstaltung in Chemnitz“, teilte FCM-Pressesprecher Marvin Michitsch mit. „Eine Nutzungsfreigabe ist nicht erfolgt. Zudem wird betont, dass sich der 1. FC Magdeburg auch von jeglicher Form des rechten Gedankenguts entschieden distanziert.“ Ob der FCM Anzeige erstattet, wollte Michitsch nicht kommentieren.

Laut Informationen des MDR haben auch Ordner, die bei den Heimspielen des FCM für Sicherheit sorgen, an dem Trauermarsch teilgenommen. Auch dazu wollte sich Michitsch am Montagabend nicht äußern.

CFC stellt Anzeige

Der Chemnitzer FC hat am Montag bereits Strafanzeige gegen den Missbrauch seines Vereinslogos bei der Beerdigung erstattet. Wie der Verein auf seiner Homepage erklärte, seien bei der Bestattung von Thomas Haller „unter Verwendung des offiziellen Vereinslogos Trauerbekundungen aufgetaucht“.

Dazu stellte der Verein klar, dass es keinen Beschluss des Chemnitzer FC e.V., der Chemnitzer FC Fußball GmbH oder deren Gesellschafter zu diesem Vorgehen gebe. „Das Vereinslogo des Chemnitzer FC wurde widerrechtlich gebraucht“, hieß es. Die Strafanzeige des CFC richtet sich gegen Unbekannt.

Frahn darf wieder spielen

Hintergrund: Der verstorbene Thomas Haller war führender Kopf der früheren Vereinigung „HooNaRa“ (Hooligans-Nazis-Rassisten) und hatte zeitweilig den Ordnungsdienst beim Chemnitzer FC geleitet. Der Verein war massiv in die Kritik geraten, nachdem es in seinem Stadion vor gut einer Woche zu einer Trauerbekundung für Haller gekommen und auf der Video-Leinwand dessen Porträt gezeigt worden war.

Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass Daniel Frahn nach seinem umstrittenen T-Shirt-Jubel wieder für den Chemnitzer FC spielen darf. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes hatte den 31 Jahre alten Top-Torjäger der Regionalliga Nordost zwar für insgesamt vier Spiele gesperrt. Nachdem Frahn durch eine vorläufige Sperre per einstweiliger Verfügung des NOFV aber bereits zwei Spiele verpasste und die weiteren beiden zur Bewährung für ein Jahr ausgesetzt wurden, kann er im Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen Budissa Bautzen wieder auflaufen.

Wie der CFC weiter mitteilte, wurde Frahn vom Verband zudem mit einer Geldstrafe von 3000 Euro belegt.

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