Münster l Maik Franz spricht schon nicht mehr von einem roten Faden, der sich durch die Hinrunde des 1. FC Magdeburg zieht. „Das ist ein roter Strang, ja ein Seil“, sagt der Sportchef. Und meint damit, dass der FCM gegen schwächere Gegner immer schlecht aussieht.

Beispiele dafür sind Zwickau (0:0), Chemnitz (0:0), Jena (1:1), München II (1:2) sowie jetzt Münster (0:2). Und hätte Christian Beck gegen Großaspach nicht in der 92. Minute zum 2:1 getroffen, dann würden die Schwaben auch in dieser Aufzählung auftauchen.

FCM lässt Aggressivität vermissen

„Der Kader ist aber derselbe, der zum Beispiel gegen Halle oder Unterhaching seine Qualität gezeigt hat, den Gegner gegen die Wand gedrückt hat“, sagt Franz. Was also die Frage aufwirft: Wieso kann der FCM Top-Teams ärgern, aber gegen Kellerkinder nicht gewinnen? „Wir haben ein Mentalitätsproblem“, lautet die deutliche Antwort des Sportchefs.

Als jüngsten und endgültigen Beleg für diese These führt Franz den Auftritt gegen den bis dato Tabellenvorletzten Preußen Münster an, der zuvor 14 Spiele nicht gewinnen konnte. Bis der FCM kam. „Wir gehen in die Partie und wollen das spielerisch lösen: Aber das geht nicht auf diesem Platz, bei diesen Witterbungsbedingungen, bei diesem Gegner. Da müssen wir Münster doch direkt zeigen: Hier gibt es gar nichts zu holen!“ Ist der FCM so scharf wie gegen Halle in die Partie am Freitag gegangen? „Nein, so ist es eben nicht gewesen“, moniert Franz.

Franz lässt Unterzahl nicht gelten

Denkt man die Kritik vom Sportchef zu Ende, dann ist klar, dass die Rote Karte gegen Jürgen Gjasula in der 16. Minute nicht die spielentscheidende Szene, sondern eben nur mit-entscheidend war. Vielmehr war die Anfangsviertelstunde, die vor sich hinplätscherte und in der der FCM die zuvor noch betonte Aggressivität vermissen ließ, schon ein Warnsignal. „Es ist ja nicht so, dass wir nicht laufen, nicht fleißig sind, nicht wollen“, relativiert Franz, „aber was kommt dabei rum? Selbst mit zehn Mann hätten wir mehr machen können.“

Zwei Spieler nimmt er dabei besonders in die Pflicht: Sören Bertram und Kapitän Christian Beck. „Da erwarte ich einfach mehr, dass sie vorangehen, anlaufen und das auch von ihren Mitspielern einfordern“, sagt Franz. Die erfahrenen Führungsspieler nehmen eine wichtige Position ein. „Sie sind Zündkerzen für unser Spiel und stehen bei uns in der ersten Reihe. Das ganze Team guckt auf die Jungs. Und wenn sie brennen, dann ist das eine Initialzündung“, meint Franz. Für seinen Geschmack tauchten die beiden in Münster zu oft und zu lange ab.

Krämer: Kein Spitzenteam

Konsequentes Handeln erhofft sich Franz allerdings auch vom Trainer Stefan Krämer. Die ausschlaggebenden Fehler, die zu den Gegentoren führten, unterliefen allen voran Verteidiger Brian Koglin, der einen absolut gebrauchten Tag erwischte. Wieso Trainer Stefan Krämer hier beispielsweise nicht früher einschritt und mit personellen Wechseln ein Zeichen setzte, bleibt offen.

Krämer wehrte sich nach Abpfiff zudem gegen den Vorwurf der mangelnden Einstellung seines Teams. „Wegen der Einstellung haben wir nicht verloren, sondern wegen der Roten Karte und unserer eigenen Fehler“, sagt er.

Zickzack-Kurs des FCM nervt

Die Kombination aus Fehlern und vergebenen Chancen lässt ihn zu dieser Einschätzung kommen: „Diese Mischung zeigt, dass wir keine Spitzenmannschaft sind. Die Tabelle lügt nach dem 19. Spieltag nicht, da stehen wir auf Platz zehn. Für weiter oben reicht es gerade nicht.“

Der Zickzack-Kurs, den der FCM die Saison über fährt, lässt alle Beteiligten rätseln. „Diese absolute Inkonstanz, das geht mir so auf den Zeiger – das könnt ihr euch gar nicht vorstellen“, lässt Franz Dampf ab. Nicht wenige Fans würden wohl gerne entgegnen: Doch, können wir.

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