Magdeburg l Stefan Krämer ließ gestern beim Pressegespräch auf sich warten. Mit rund zehnminütiger Verspätung traf der Trainer des 1. FC Magdeburg ein. Aber Krämer hatte eine passende Erklärung im Gepäck: „Durch die englische Woche haben wir sehr viele Termine. Wir haben noch an der Videoanalyse gearbeitet und über die mögliche Aufstellung in Meppen gesprochen.“

Klar ist: Der 52-Jährige wird in Meppen vom 4-2-3-1-System, das er jeweils in den schwachen ersten Halbzeiten gegen Braunschweig (2:4), in Zwickau (0:0) und gegen Mannheim (1:1) hat spielen lassen, abrücken. Mit dieser Taktik hat der Club bisher noch keine Akzente gesetzt. Im Gegenteil: Gerade die ersten Hälften in Zwickau und gegen Mannheim waren sehr schwach. Das sieht auch Krämer so: „Wir sind alle mit dem Start unzufrieden. Da gibt es nichts drumherumzureden.“

Deutlich verbessert nach Umstellung

Dass Partien nach einer Systemumstellung aber durchaus ganz anders laufen können, zeigte sich in dieser Saison schon mehrfach: In Zwickau stand der FCM nach der Pause mit einer Dreierkette nämlich viel sicherer und kompakter, gegen Mannheim dominierte der Club in einem 4-4-2 mit Raute.

Noch hat sich Krämer zwar nicht endgültig entschieden, welches System er in Meppen wählen wird – es läuft aber auf eine 3-5-2- oder eine 4-4-2-Taktik hinaus. „Meppen spielt mit sehr offensiven Außenverteidigern. Das würde eher für das 3-5-2 sprechen, weil wir sie dann besser im Griff haben könnten“, erklärt er.

Fragezeichen bei Müller

Viel hängt auch davon ab, ob Innenverteidiger Tobias Müller nach seiner Gehirnerschütterung, die er sich in Zwickau zuzog, wieder einsatzfähig ist. Sollte Müller spielen können, bietet sich das 3-5-2 mit Jürgen Gjasula als zentralem Abwehrchef an. Neben ihm könnten dann die Innenverteidiger Tobias Müller und Brian Koglin auflaufen.

Nicht mit ins Emsland fahren wird unterdessen Mittelfeldspieler Rico Preißinger. Er erlitt am Mittwoch gegen Mannheim ebenfalls eine Gehirnerschütterung. „Rico hatte sogar noch Glück im Unglück“, erzählt Krämer. Wir hatten zunächst die Befürchtung, dass im Gesicht etwas gebrochen ist. Das bestätigte sich aber zum Glück nicht.“ Preißinger wird demnach Mitte der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen. Mit Thore Jacobsen steht sein Vertreter bereits fest. „Thore wird spielen“, bestätigt der Coach. „Wahrscheinlich auf der Doppel-Sechs mit Charles Elie Laprévotte.“

Positiv hebt der Trainer hervor, dass sich seine Mannschaft in kürzester Zeit taktisch weiterentwickelt hat: „Wir können einige Systeme schnell und ohne Probleme wechseln. Das ist nicht selbstverständlich. Auch körperlich sind wir voll auf der Höhe.“

Dem entgegen stehen bisher viel zu viele Fehler, die sich das Team erlaubte. „Das kostet richtig viele Körner. Gerade als wir gegen Mannheim nach der Führung sicherer wurden, haben wir uns durch leichte Fehler viel kaputtgemacht. Da müssen wir stabiler werden“, fordert Krämer.

Vorsicht bei Bertram

Zum Abschluss der englischen Woche spielt jetzt auch die Belastungsdosierung eine große Rolle. Beispiel Sören Bertram: „Sören ist körperlich erst bei 70 Prozent. Wir müssen deshalb aufpassen, dass er uns nicht auseinanderfliegt. Es kann gut sein, dass wir ihn in Meppen etwas früher vom Platz nehmen.“ Mit Manfred Osei Kwadwo steht ein Spieler bereit, der nach seiner Einwechslung bisher für ordentlich Wirbel gesorgt hat.

Bei aller Theorie im Vorfeld ist eins allerdings ganz klar: In Meppen soll endlich der erste Saisonsieg her. „Wir brauchen einfach dieses Erfolgserlebnis. Mut und Überzeugung kommen nur, wenn die Ergebnisse stimmen“, versichert Krämer. „Wir wollen jetzt die Ärmel hochkrempeln und uns die Ergebnisse holen.“

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