Novo Sancti Petri l Wenn Jan Kirchhoff in den wolkenlosen Himmel des südspanischen Novo Sancti Petri blickt, dann huscht ihm ein Lächeln übers Gesicht. Kirchhoff freut sich, dass er nach sechs Monaten ohne Fußball wieder mittendrin ist. Dass er mit dem 1. FC Magdeburg im Trainingslager klare Ziele hat. Und dass er wieder eine wichtige Rolle einnehmen soll.

Das gute Wetter und die positiven Gedanken versucht er für sich einzufangen. Dieses Verhalten ist kein Zufall: Kirchhoff hat in seiner Karriere auch die Schattenseiten des Fußballs kennengelernt. Beim FC Bayern München, dem FC Schalke 04 und AFC Sunderland warfen ihn Verletzungen zurück. „Ich habe dadurch gelernt, dass ich auf meinen Körper wirklich aufpassen muss“, erzählt er.

Kirchhoff: Spieler werden verheizt

Kirchhoff hat das Gefühl, dass im Fußball zu wenig auf die Sportler achtgegeben wird. „Die Spieler werden manchmal verheizt“, stellt er klar. „Es ist ja richtig und wichtig, dass sich Spieler in den Dienst der Mannschaft stellen. Das persönliche Wohl eines Sportlers wird aber zu häufig in den Hintergrund gestellt. Manche werden so in Verletzungen hineingetrieben, weil sie keine Zeit haben, ihren Körper auf die Belastungen vorzubereiten. Das hat auch mir in meiner Karriere geschadet.“

FCM im Trainingslager in Spanien

Novo Sancti Petri (tw) l Der 1. FC Magdeburg bereitet sich im spanischen Novo Sancti Petri auf den Rückrundenstart in der 2. Fußball-Bundesliga vor. Hier gibt es Fotos aus dem Trainingslager.

  • Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

    Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

  • Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

    Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

  • Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

    Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

  • Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

    Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

  • Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

    Der FCM beim Strandlauf morgens um 8 Uhr. Foto: Eroll Popova

  • Marcel Costly und Felix Lohkemper mit dem Rad unterwegs. Foto: Eroll Popova

    Marcel Costly und Felix Lohkemper mit dem Rad unterwegs. Foto: Eroll Popova

  • Charles Elie Laprevotte und Romain Bregerie mit dem Rad unterwegs.  Foto: Eroll Popova

    Charles Elie Laprevotte und Romain Bregerie mit dem Rad unterwegs. Foto: Eroll Popova

  • Fotograf Eroll Popova und Volksstimme-Sportreporter Manuel Holscher sind beim FCM-Trainingslager in Spanien mittendrin.

    Fotograf Eroll Popova und Volksstimme-Sportreporter Manuel Holscher sind beim FCM-Trainingslager ...

  • FCM-Trainer Michael Oenning.  Foto: Eroll Popova

    FCM-Trainer Michael Oenning. Foto: Eroll Popova

  • FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik und Torhüter Jasmin Fejzic beim Gespräch in der Hotellobby. Danach verließ Fejzic das Trainingslager und den Verein.  Foto: Eroll Popova

    FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik und Torhüter Jasmin Fejzic beim Gespräch in...

  • Chinesen trainieren nebenan.  Foto: Eroll Popova

    Chinesen trainieren nebenan. Foto: Eroll Popova

  • Jan Kirchhoff, Timo Perthel, Tobias Müller und Michel Niemeyer.  Foto: Eroll Popova

    Jan Kirchhoff, Timo Perthel, Tobias Müller und Michel Niemeyer. Foto: Eroll Popova

  • Philip Türpitz.  Foto: Eroll Popova

    Philip Türpitz. Foto: Eroll Popova

  • Dennis Erdmann.  Foto: Eroll Popova

    Dennis Erdmann. Foto: Eroll Popova

  • Anthon Kanther und Pascal Schmedemann. Foto: Eroll Popova

    Anthon Kanther und Pascal Schmedemann. Foto: Eroll Popova

  • Tarek Chahed und Joel Abu Hanna.  Foto: Eroll Popova

    Tarek Chahed und Joel Abu Hanna. Foto: Eroll Popova

  • Christian Beck.  Foto: Eroll Popova

    Christian Beck. Foto: Eroll Popova

  • Romain Bregerie.  Foto: Eroll Popova

    Romain Bregerie. Foto: Eroll Popova

  • Philip Türpitz und Steffen Schäffer.  Foto: Eroll Popova

    Philip Türpitz und Steffen Schäffer. Foto: Eroll Popova

  • Anthon Kanther und Pascal Schmedemann.  Foto: Eroll Popova

    Anthon Kanther und Pascal Schmedemann. Foto: Eroll Popova

  • Mario Seidel und Alexander Brunst.  Foto: Eroll Popova

    Mario Seidel und Alexander Brunst. Foto: Eroll Popova

  • FCM-Trainer Michael Oenning auf dem Rad.  Foto: Eroll Popova

    FCM-Trainer Michael Oenning auf dem Rad. Foto: Eroll Popova

  • Heiko Horner. Foto: Eroll Popova

    Heiko Horner. Foto: Eroll Popova

  • Michael Oenning und Jan Kirchhoff. Foto: Eroll Popova

    Michael Oenning und Jan Kirchhoff. Foto: Eroll Popova

  • Michel Niemeyer. Foto: Eroll Popova

    Michel Niemeyer. Foto: Eroll Popova

  • Jan Kirchhoff. Foto: Eroll Popova

    Jan Kirchhoff. Foto: Eroll Popova

  • Christian Beck. Foto: Eroll Popova

    Christian Beck. Foto: Eroll Popova

  • Michel Niemeyer und Timo Perthel. Foto: Eroll Popova

    Michel Niemeyer und Timo Perthel. Foto: Eroll Popova

  • FCM-Fans sind mit ins Trainingslager gereist und beobachten die Mannschaft. Foto: Eroll Popova

    FCM-Fans sind mit ins Trainingslager gereist und beobachten die Mannschaft. Foto: Eroll Popova

  • Alexander Brunst und Mario Seidel. Foto: Eroll Popova

    Alexander Brunst und Mario Seidel. Foto: Eroll Popova

  • Mario Seidel. Foto: Eroll Popova

    Mario Seidel. Foto: Eroll Popova

  • Matthias Tischer,  Mario Seidel und Alexander Brunst. Foto: Eroll Popova

    Matthias Tischer, Mario Seidel und Alexander Brunst. Foto: Eroll Popova

  • Silvio Bankert und Timo Perthel. Foto: Eroll Popova

    Silvio Bankert und Timo Perthel. Foto: Eroll Popova

  • Christian Beck, Charles Elie Laprevotte und Steffen Schäfer. Foto: Eroll Popova

    Christian Beck, Charles Elie Laprevotte und Steffen Schäfer. Foto: Eroll Popova

  • FCM-Trainer Michael Oenning. Foto: Eroll Popova

    FCM-Trainer Michael Oenning. Foto: Eroll Popova

  • Timo Perthel. Foto: Eroll Popova

    Timo Perthel. Foto: Eroll Popova

  • Tobias Müller im Gespräch mit Volksstimme-Sportreporter Manuel Holscher. Foto: Eroll Popova

    Tobias Müller im Gespräch mit Volksstimme-Sportreporter Manuel Holscher. Foto: Eroll Po...

  • Der FCM beim Training. Foto: Eroll Popova

    Der FCM beim Training. Foto: Eroll Popova

  • Matthias Tischer, Alexander Brunst und Mario Seidel. Foto: Eroll Popova

    Matthias Tischer, Alexander Brunst und Mario Seidel. Foto: Eroll Popova

  • Jan Kirchhoff. Foto: Eroll Popova

    Jan Kirchhoff. Foto: Eroll Popova

  • Die Physiotherapeuten bei der Arbeit: Manfred Kwadwo, Tino Meier, Jan Kirchhoff, Christian Beck und Mandy Rosenschon. Foto: Eroll Popova

    Die Physiotherapeuten bei der Arbeit: Manfred Kwadwo, Tino Meier, Jan Kirchhoff, Christian Beck u...

  • Die Physiotherapeuten bei der Arbeit. Foto: Eroll Popova

    Die Physiotherapeuten bei der Arbeit. Foto: Eroll Popova

  • Jan Kirchhoff. Foto: Eroll Popova

    Jan Kirchhoff. Foto: Eroll Popova

  • Maik franz und Steven Lewerenz. Foto: Eroll Popova

    Maik franz und Steven Lewerenz. Foto: Eroll Popova

In der schnelllebigen Zeit des Fußballs bleibt oft kaum Zeit zum Auskurieren von Verletzungen. Zuletzt bei den Bolton Wanderers, wo Kirchhoff in der Rückrunde der vergangenen Saison spielte, bekam auch er das zu spüren. „Ich musste dort weg. Das war nicht gesund für mich.“ Zu oft musste er dort alle drei Tage auflaufen – und das, obwohl er eigentlich auch mal Zeit zum Regenerieren gebraucht hätte.

Schwierige Zeit bei Schalke

Auch beim FC Schalke 04 hatte Kirchhoff eine schwierige Zeit. Dorthin wurde er im Winter 2014 für eineinhalb Jahre ausgeliehen, verletzte sich aber kurz nach seiner Ankunft im Trainingslager. „Das war vor allem mental eine harte Zeit. Es gab sehr viel Druck von außen durch die Fans. Es war deshalb nicht angenehm, im eigenen Stadion zu spielen. Das war bedrückend“, sagt Kirchhoff. Diese Erfahrung hat ihn in einer Einschätzung bestärkt. „Ich bin davon überzeugt, dass im Fußball 80 Prozent Können zählt. Bei den restlichen 20 Prozent geht es darum, ob Spieler mit dem Druck umgehen können.“

Kirchhoff bewundert Pep Guardiola

Im Umgang mit Verletzungen und Rückschlägen haben seine jeweiligen Trainer für ihn eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Und Kirchhoff hat unter klangvollen Namen wie Thomas Tuchel in Mainz und Pep Guardiola beim FC Bayern München trainiert.

Besonders Guardiola, der 2013 zeitgleich mit Kirchhoff nach München kam, hat es ihm angetan. „Pep ist als Trainer herausragend. Die Art, wie er mit seinen Spielern umgeht, ist besonders“, sagt er. Guardiola habe viel mit ihm gesprochen, ihm durch sein Denken vom Fußball ganz neue Perspektiven aufgezeigt. „Für mich ist er der beste Trainer der Welt. Er hat das Spiel neu gestaltet. Ich kann jedem nur empfehlen, sich die Spiele und das Training von ihm anzugucken. Das ist im Grunde wie Bildung, wenn man in diesem Bereich tätig ist.“

Was Kirchhoff meint: Der Spanier hat als Trainer ganz neue Ideen in den Weltfußball eingebracht, die für viele Mannschaften zum Standard wurden. Er hat das Ballbesitzspiel, das berühmte Tiki-Taka, etabliert.

Präzise Pässe sollen FCM helfen

Von Guardiola profitiert Kirchhoff bis heute. Er ist am Ball handlungsschnell, seine Pässe sind sauber und kommen genau zum Mann. „Pep hat einfach Standards gesetzt“, schwärmt der 1,95-Meter-Hüne.

Die Jahre beim FC Bayern haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Die Zeit in München war beeindruckend. Sicherlich hatte ich auch dort meine Probleme, die als junger Sportler und als Mensch herausfordernd waren. Es war trotzdem eine tolle Lebenserfahrung“, sagt er. Und: „Die Basis, die ich dort in Bezug auf Spielverständnis und Trainingsgestaltung gelegt habe, wird mir mein ganzes Leben helfen.“

Kirchhoff will selbst mal Trainer werden

Wenn Kirchhoff über Fußball, über Taktik spricht, klingt er selbst fast schon wie ein Trainer. Der 28-Jährige hat für sich sogar schon eine Entscheidung getroffen. „Ich kann mir gut vorstellen, mich als Trainer auszuprobieren. Ich will alle dafür notwendigen Scheine machen und sehen, wohin es mich bringt. Das ist schon jetzt in meinem Hinterkopf.“

Zunächst will er jetzt aber beim FCM noch mal als Spieler auf dem Rasen wissen. „Der Hauptgrund, weshalb ich mich für Magdeburg entschieden habe, war das Führungsteam. Ich hatte richtig gute Gespräche mit Geschäftsführer Mario Kallnik, Sportchef Maik Franz und Trainer Michael Oenning“, betont Kirchhoff.

Wieder ist es der Trainer, der eine entscheidende Rolle spielt. „Mir gefällt der pädagogische Ansatz von Michael Oenning. Ich habe hier das Gefühl, dass mir die Zeit gegeben wird, richtig fit zu werden. Das war mir nach den gemachten Erfahrungen sehr wichtig“, sagt er. Und: „Ich will wieder Spaß haben am Fußballspielen.“