Magdeburg l Stefan Krämer schaute sich am Mittwoch ganz genau um. Ihm gefiel der neu gestaltete Presseraum des 1. FC Magdeburg. Der Club hatte die Wände mit einer neuen Tapete versehen. Auf dieser sind neben dem Vereinslogo auch zahlreiche Zeitungsausschnitte zu sehen, die die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte abbilden. „Das macht schon etwas her“, schwärmte Krämer.

FCM hat viele Ausfälle

Sich in einem neuen Gewand zu präsentieren, ist im Grunde auch sportlich gerade die Maxime im Club. Da für das Heimspiel am Freitagabend gegen den MSV Duisburg Dustin Bomheuer (Knieprobleme), Jürgen Gjasula (Mittelhandbruch) und Mario Kvesic (Probleme unter dem Fuß) sicher ausfallen und der Einsatz von Linksverteidiger Timo Perthel (Rippenprobleme) fraglich ist, wird Krämer personelle und taktische Veränderungen vornehmen.

FCM: weiter mit zwei Stürmern

„Zuletzt haben wir zweimal in einem 4-4-2 mit Raute gespielt. Da mit Mario unser Spielmacher ausfällt, denken wir darüber nach, das System zu wechseln“, verrät Krämer. Eine Möglichkeit wäre die Rückkehr zum 4-2-3-1. „Dann hätten wir die Möglichkeit, mit schnellen Außenbahnspielern aufzulaufen.“ Allerdings gibt der Coach auch zu bedenken: „Eigentlich würde ich gerne mit zwei Spitzen weitermachen.“

Ein nachvollziehbarer Einwand: Schließlich sorgten Christian Beck und Sören Bertram zuletzt für Furore. Deshalb ist heute gegen Duisburg auch eher eine dritte Variante wahrscheinlich: Das flache 4-4-2.

Umbau im FCM-Mittelfeld

In diesem System könnte Thore Jacobsen aus dem defensiven Mittelfeld auf die Linksverteidigerposition von Perthel rücken. Im defensiven Mittelfeld würde so Platz für Björn Rother entstehen, der auf seine Startelf-Chance brennt. Und neben den zwei defensiven Mittelfeldspielern könnten dann die angesprochenen schnellen Außen zum Einsatz kommen. Allen voran Sirlord Conteh hat auf der linken Seite gute Chancen auf einen Einsatz (Volksstimme berichtete). Auf der rechten Seite gibt es mit Tarek Chahed und Marcel Costly zudem zwei aussichtsreiche Kandidaten, die sich um einen Platz streiten.

Passender Nebeneffekt des Systems: Beck und Bertram könnten weiterhin gemeinsam in der Doppelspitze bleiben. „Im flachen 4-4-2 könnten wir unsere Schnelligkeit einbringen und alles andere auch unter einen Hut bekommen“, sagt auch Krämer. „Wir müssen dann aber dafür sorgen, dass wir das Zentrum gegen Duisburg schließen.“

MSV mit starker Offensive

Denn vor dem kommenden Gegner hat der Coach Respekt. „Für mich ist der MSV eine absolute Spitzenmannschaft. Nicht umsonst ist das Team gut gestartet, der Kader ist richtig stark besetzt.“ Krämer warnt besonders vor der Duisburger Offensive, Stürmer Moritz Stoppelkamp ist mit acht Treffern momentan Drittliga-Top-Torjäger. „Wir müssen sehr konzentriert verteidigen und dürfen nicht auf die Tricks der gegnerischen Stürmer hereinfallen.“

Eine wichtige Rolle sollen dabei die eigenen Fans spielen. Der Coach besuchte am vergangenen Sonnabend das Handballspiel des SC Magdeburg gegen den THW Kiel in der Getec-Arena – und war von der Atmosphäre begeistert. „Ich bin zwar kein Handball-Experte, aber dieses Spiel hat auch die Halle gewonnen. Die Stimmung war sensationell“, sagt er und sieht eine Parallele zu den eigenen Fans. „Unsere Fans sind zwar sowieso immer auf unserer Seite. Wir wollen aber gegen Duisburg so in Vorleistung gehen, damit sie richtig Spaß an unserem Spiel haben und eine Symbiose entsteht.“­

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