Magdeburg l Über den Rasen der MDCC-Arena ist in den vergangenen Jahren viel diskutiert worden. Häufig war der Zustand im Herbst und Winter bereits so schlecht, dass ein Tausch unumgänglich wurde.

So auch in der zurückliegenden Saison. Im Januar entschloss sich der Stadionbetreiber Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH (MVGM) zu diesem Schritt, investierte 150.000 Euro – mit der Gewissheit, im Sommer möglicherweise erneut handeln, sprich tauschen zu müssen.

Rasen hat sich besser als gedacht entwickelt

Dazu wird es jetzt allerdings doch nicht kommen: Der Rasen in der MDCC-Arena sieht nämlich mittlerweile überraschend gut aus, ist dicht verwachsen. Von den Löchern, über die sich FCM-Spieler und die Verantwortlichen im Frühjahr beschwerten, ist nicht mehr viel zu sehen. „Der Rasen hat sich in den vergangenen Wochen stabil entwickelt. Das Wetter kam uns auch zugute. Wir werden deshalb keinen Tausch vornehmen“, bestätigt MVGM-Geschäftsführer Steffen Schüller der Volksstimme.

Mit dem Abstieg des Clubs hat der Verzicht auf einen Tausch aber nichts zu tun. „Unsere Entscheidung wäre nicht anders gefallen, wenn der FCM in der 2. Bundesliga geblieben wäre“, betont Schüller.

Deutlich intensivere Pflege

Ein Grund für die positive Entwicklung des Rasen sei eine deutlich intensivere Pflege. Und die hat sich die MVGM einiges kosten lassen. „Wir haben für Dünger, mehr Personal und Besandung rund 30.000 Euro zusätzlich investiert“, erklärt Schüller. Eine Besandung ist notwendig, damit Wasser besser abfließt und sich gleichmäßig im Boden verteilt.

Für den Stadionbetreiber liegt in der intensiveren Pflege der Schlüssel für die Zukunft. Kürzlich wurde der Pflegevertrag neu ausgeschrieben. „Drei Firmen haben ein Angebot abgegeben, bald wird eine Entscheidung getroffen“, betont der Geschäftsführer.

Neuer Pflegevertrag

Die Zeit drängt, schließlich soll es am 1. Juli bereits losgehen. Der Vertrag mit der neuen Pflegefirma wird dann nicht mehr wie zuvor ein, sondern zwei Jahre laufen – und für die MVGM wird es deutlich teurer. „Aufgrund des erhöhten Pflegeaufwandes gehen wir davon aus, dass sich die Gesamtkosten fast verdoppeln“, verrät Schüller. Heißt: Statt der bisher insgesamt rund 100.000 Euro pro Jahr werden dann etwa 200.000 Euro anfallen. Auf den FCM kommen trotz des höheren finanziellen Aufwandes aber keine Mehrkosten zu.

„Wir stellen uns der Herausforderung und wollen die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen, damit der FCM den bestmöglichen Rasen hat – und dann perspektivisch hoffentlich in die 2. Bundesliga zurückkehrt“, sagt der Geschäftsführer. Um den problematischen Bereich rund um das Tor vor der Südtribüne in den Griff zu bekommen, beschäftigt sich der Stadionbetreiber zudem mit der Anschaffung einer künstlichen Besonnungsanlage. „Das Problem der Rasenqulität vor der Südtribüne wird uns ansonsten immer weiter begleiten. In diesem Bereich bekommt der Rasen einfach zu wenig Sonne“, sagt Schüller.

Durch eine solche Anlage, in der 1. Bundesliga fast bei jedem Verein im Einsatz, würde der Rasen auch im Winter ausreichend Wärme und vor allem Licht bekommen. „Wir werden jetzt die Stromanschlüsse für eine künstliche Besonnungsanlage schaffen. Wenn sie im Einsatz ist, werden wir sehen, wie der Rasen im Winter aussieht“, erklärt Schüller.

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