Magdeburg l Es war ordentlich Bewegung auf dem Trainingsplatz des 1. FC Magdeburg. Der Wind blies den Spielern gestern ins Gesicht, auch die Trainingsmaterialien hatten Mühe, sich auf ihrem angestammten Platz zu halten. Und passend dazu ging es auch auf dem Rasen stürmisch zu.

Trainer Stefan Krämer hatte seinen Fokus auf das Angriffsspiel gelegt. Zum Abschluss der Einheit gab es eine achtminütige Partie – mit dem ersten erzielten Tor wäre das Duell vorzeitig beendet gewesen.

Vom stürmischen Beginn blieb am Ende allerdings nur ein laues Lüftchen übrig – die Partie endete 0:0. Für Krämer war das aber kein Grund, unzufrieden zu sein. Im Gegenteil: „Die Jungs waren in den Trainingstagen sehr engagiert. Es bringt jetzt nichts, nach dem Jena-Spiel draufzuhauen, wir müssen fokussiert an unseren Schwächen arbeiten.“

Das Ostderby beim Tabellenletzten ist noch immer nicht ganz abgehakt, zu groß war das sprichwörtliche Loch, in das der FCM nach dem 5:1-Galaauftritt gegen 1860 München gefallen ist.

Für Stefan Krämer kommen diese Schwankungen aber nicht überraschend, er stört sich deshalb an den negativen Reaktionen. „Partien wie gegen 1860 München sind Feiertage, aber ganz sicher kein Drittliga-Alltag. Wer immer nur Spektakel haben will, ist in der 3. Liga falsch. Es bringt nichts, sich hinzustellen und nur zu kritisieren. Wir müssen seriös bleiben und Lösungsansätze aufzeigen.“

Nach Krämers Geschmack wird das FCM-Umfeld zu schnell unruhig. „Wir haben acht Punkte aus den vergangenen vier Spielen geholt. Mir geht es zu weit, jetzt eine Krise auszurufen“, sagt er. Denn: „Wir befinden uns in einem Umbruch, können nicht jede Woche den Gegner auseinanderspielen. Die Erwartungshaltung ist bei einigen zu hoch.“

Krämer kann Franz-Kritik nur teilweise nachvo

Auch die Kritik von FCM-Sportchef Maik Franz, der in Jena unter anderem die Restraumverteidigung des Teams vor dem Gegentreffer kritisierte, kann Krämer nur zum Teil nachvollziehen. „In einigen Punkten stimme ich zu, in manchen aber auch nicht.“

Für den Coach war nämlich weniger das eigene Defensivverhalten problematisch, „weil wir nicht konterbar waren“. Seine Mannschaft sei gegen Jena in der ersten Halbzeit und vor allem nach dem Ausgleich vielmehr nach vorn zu langsam gewesen. „Es ist zwar eine der anspruchsvollsten Aufgaben, sich gegen defensiv spielende Gegner durchzusetzen. Wir müssen aber noch geduldiger und variabler sein, den Gegner permanent durch Flanken, Lupfer, Spielverlagerungen und Schüsse beschäftigen. Das wäre in Jena besser möglich gewesen.“ Und: „Wir haben das in der Analyse klar und kritisch angesprochen. Das war aber ganz sicher keine Krisensitzung.“

Morgen (15 Uhr) im Landespokalspiel beim Verbandsligisten Dessau 05 will der Trainer Fortschritte gegen eine Mannschaft sehen, die sich vermutlich hinten reinstellen wird. „Das ist ein Spiel, in dem wir auf jeden Fall Lösungen finden müssen“, sagt der Trainer. Und gut möglich, dass sich der aufkommende Sturm dann wieder ein bisschen legt.

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