Magdeburg l Jürgen Gjasula nutzt in diesen Tagen die Pause wegen der Corona-Krise, um die Leute im Internet für sein Fitnessprogramm zu begeistern. Der Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg veröffentlicht über das soziale Netzwerk Instagram regelmäßig Übungen – für den Bauch, die Beine oder den Rücken. Unterlegt mit Musik stehen dort genaue Hinweise, wie oft die Übungen wiederholt werden sollen. „Mit diesen Übungen bleibt man auch in diesen Tagen fit“, sagt er.

Spieler halten sich individuell fit

Für Gjasula und seine Mannschaftskollegen sind solche Übungen momentan Alltag. Läufe, Kraft-, Fitness- und Stabilisationsübungen stehen auf dem Programm. Zwar sind das Verständnis und die Akzeptanz für die strengen Maßnahmen der Landes- und Bundesregierung bei den Fußballern groß, da alle wollen, dass das Coronavirus eingedämmt wird.

Klar ist aber auch: Am liebsten wäre die Mannschaft jetzt natürlich gemeinsam auf dem Platz. „Ich hoffe, dass wir am 30. März zumindest in kleinen Gruppen auf den Rasen können“, hatte Kapitän Christian Beck noch am Freitag der vergangenen Woche gesagt.

FCM schaut von Woche zu Woche

Doch schon am Sonntag deutete sich an, dass daraus nichts wird. Wegen des bundesweit verhängten Kontaktverbots und den Ausgangsbeschränkungen ist eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb nicht absehbar. „Wir werden dann starten, wenn es wieder erlaubt ist. Wann das sein wird, ist offen“, erklärt FCM-Sportchef Maik Franz. „Wir schauen momentan von Woche zu Woche, was machbar ist.“ Das Kontaktverbot gilt vorerst bis 5. April. „Vielleicht dürfen wir dann zumindest in kleinen Gruppen wieder auf den Rasen. Die Spieler würden wir dann auch auf zwei Kabinen aufteilen“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Bis dahin müssen sich die Spieler weiterhin individuell fit halten. Am Montag hatte der Club wegen des heruntergefahrenen Trainingsbetriebs Kurzarbeitergeld beantragt – das übrigens auch für Franz gilt.

Franz musste Planungen umstellen

Der Sportchef musste die Planungen für die kommende Saison wegen der Corona-Krise etwas umstellen. „Das Szenario ist bis zu einem gewissen Punkt zwar so ähnlich wie in den vergangenen Jahren, als wir auch zweigleisig geplant haben“, sagt er. Aber: „Durch die Corona-Krise ist völlig unklar, ob überhaupt noch mal gespielt wird. Das ist eine für alle unbekannte Situation.“

Das Haupt-Szenario bleibe weiterhin die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geplante Variante, die Saison ab dem 30. April zu Ende zu spielen. „Das haben wir im Blick, darauf müssen wir uns mental und körperlich vorbereiten. Schließlich erwarten uns dann alle zwei bis drei Tage Spiele“, sagt Franz.

Auch die momentan angesagte Kontaktsperre stellt die FCM-Verantwortlichen vor große Herausforderungen. „Unsere Scouts haben zwar schon vor der Corona-Krise zahlreiche Live-Eindrücke von interessanten Spielern gesammelt. Momentan ist das aber natürlich nicht möglich“, erklärt Franz.

Scouting-Portale enorm wichtig

In diesen Tagen werden deshalb die Scouting-Portale, auf denen Daten und Szenen von Spielern zu sehen sind, umso wertvoller. Denn auch die Gespräche laufen völlig anders ab. „Das trifft alle – Spieler, Berater und Trainer“, betont der FCM-Sportchef. Normalerweise trifft sich Franz mit potenziellen Neuzugängen, führt persönlich Gespräche. „Da haben wir jetzt nur die Möglichkeit, uns per Telefon oder Video-Konferenz auszutauschen“, betont er.

Klar ist: Verpflichtet werden Spieler erst dann, wenn wirklich absehbar ist, wie die Saison ausgegangen ist – ob sie sportlich beendet oder sogar abgebrochen wird.

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