Magdeburg l Der „Aufwärtstrend“, den Sportchef Otmar Schork in den letzten Spielen der Hinrunde erkannt hatte, scheint endgültig verflogen zu sein. Der 1. FC Magdeburg hängt mit null Punkten aus den ersten drei Partien der Rückrunde weiter tief im Drittliga-Tabellenkeller. Laut Volksstimme-Information gab es am Montagabend eine Aufsichtsratssitzung, in der es wohl auch um die Zukunft von Thomas Hoßmang als FCM-Trainer ging. Ein Ergebnis dieser Sitzung lag zwar noch nicht vor, die bedenklichen Zahlen von zuletzt werden aber auf den Tisch gekommen sein.

0 Tore erzielte der FCM bislang in der Rückrunde, was die Harmlosigkeit in der Offensive treffend beschreibt. Das liegt auch daran, dass sich die Blau-Weißen viel zu wenige Chancen erarbeiten. Gegen Dresden hatte nur Sirlord Conteh eine gute Möglichkeit (9.). Doch er zeigte wieder einmal, dass er zwar über ein enormes Tempo verfügt, ihm beim Tor-abschluss aber einiges fehlt. Aufgrund „solcher Szenen“ hat ihn Hoßmang anstelle von Daniel Steininger in die Startelf berufen. Doch: „Es muss seine Geschwindigkeit öfter ausnutzen und in die Tiefe starten. Das hat er zu selten gemacht.“

Dazu konnten die vielverspechend gestarteten Winterneuzugänge Saliou Sané und Nico Granatowski ihre Stärken in der Rückrunde bislang zu selten einbringen. Auch die besten Torschützen Raphael Obermair und Andreas Müller (jeweils vier Tore) zeigten ihre Qualitäten zuletzt nicht.

5 Gegentore kassierten die Magdeburger in den ersten drei Spielen der Rückrunde – mit 1,67 pro Spiel eigentlich nicht so viel. Doch die Entstehung war für den FCM zumeist sehr ärgerlich. Denn die Gegner bestraften schlichtweg die Fehler des FCM. Beim 0:1 in Halle stürmte Keeper Morten Behens übereilt aus dem Tor, beim 0:3 gegen 1860 fielen zwei Gegentore nach dem gleichen einfachen Freistoß-Schema und beim jüngsten 0:1 gegen Dresden konnte Tobias Müller den Ball nach einem Freistoß nicht richtig klären.

15 Eckbälle spielte sich der FCM in den vergangenen drei Partien heraus und strahlte dabei nicht ein einziges Mal wirkliche Gefahr aus. Das Problem ist keinesfalls neu, begleitet den Tabellenvorletzten schon sehr lange: „Wenn wir weiter daran arbeiten, werden wir uns belohnen“, kündigte Granatowski schon vor drei Wochen an. Doch die Extraschichten im Training – einen Tag pro Woche räumt FCM-Coach Hoßmang für Standards ein – scheinen nichts zu bringen. Dabei sind ruhende Bälle doch gerade im Abstiegskampf ein probates Mittel, wenn es schon spielerisch nicht so gut läuft.

25 Punkte müsste der FCM bis Saisonende noch holen, wenn die vor der Saison ausgerufene 46-Punkte-Marke und der damit verbundene Klassenerhalt erreicht werden sollen. Was nach dem schlechten Start in die Rückrunde bedeutet, dass die Elbestädter ab sofort 1,56 Punkte pro Spiel holen müssten. Momentan liegt der Punkteschnitt von Coach Thomas Hoßmang und seinem Team nur bei bedrohlichen 0,95. Weniger als ein Zähler pro Spiel.