Unterhaching l Im beschaulichen Sportpark Unterhaching wurde bereits Fußballgeschichte geschrieben. Allen voran im Jahr 2000, als Bayer Leverkusen bei der SpVgg Unterhaching 0:2 unterlag und dadurch die sicher geglaubte Meisterschaft noch aus den Händen gab. Unvergessen sind die Bilder des verzweifelten Michael Ballack, dessen Eigentor die Niederlage einleitete.

Für den Glanz früherer Bundesligatage des Gegners hatte der 1. FC Magdeburg hingegen nichts übrig. Das Team von Trainer Thomas Hoßmang wollte dringend benötigte Punkte für die Mission Klassenerhalt sammeln. Und das 0:0 in Haching war ein wichtiger Schritt. Da das Team nach der Roten Karte gegen Charles Elie Laprévotte fast über die gesamte Spielzeit in Unterzahl war, konnte es mit dem Punkt nämlich gut leben.

Perthel in Startelf

Hoßmang vertraute bis auf eine Ausnahme auf die Startelf, die beim 2:2 gegen Bayern München II ein gutes Spiel machte. Für Brian Koglin rückte Timo Perthel ins Team. Grund für den Wechsel war eine taktische Umstellung: Anstelle des 4-4-2 gegen Bayern II setzte der Coach auf ein 3-5-2-System.

Der FCM war in der Anfangsphase vor allem in der Defensive gefordert, war viel zu passiv. Die Hachinger setzten die Gäste früh unter Druck. Der Club hingegen versuchte, wie zuletzt gegen Bayern II, über Konter die schnellen Stürmer Sirlord Conteh und Daniel Steininger in Szene zu setzen.

Unterzahl durchkreuzt FCM-Pläne

Dieser Plan wurde allerdings schnell zunichte gemacht: In der zwölften Minute grätschte Laprévotte nämlich an der Mittellinie mit gestrecktem Bein den Hachinger Alexander Fuchs um. Schiedsrichter Patrick Hanslbauer zögerte keinen Moment und zeigte Laprévotte für dieses grobe Foul die Rote Karte. Hoßmang reagierte auf die Unterzahl – stellte auf ein 4-4-1 mit Conteh als einzigem Stürmer um.

Die erste Riesenchance nach dem Platzverweis hatte Haching durch Florian Dietz, dessen Schuss FCM-Keeper Morten Behrens stark parierte (20.). Der FCM bekam überhaupt keinen Zugriff, hatte kaum Entlastungsangriffe. Rund 80 Prozent des Geschehens spielte sich in der eigenen Hälfte ab. Conteh und auch Steininger hingen in der Luft, hatten kaum Ballkontakte.

Müller und Steininger müssen pausieren

Die Platzherren dominierten den FCM, waren meist einen Schritt schneller. Allerdings agierten sie im Strafraum unstrukturiert und hektisch, belohnten sich deshalb nicht. Kurz vor der Halbzeit stocherten gleich mehrere Hachinger im Strafraum in Richtung des Balls, Thore Jacobsen klärte in höchster Not.

Mit viel Glück rettete der Club das 0:0 in die Halbzeit. Bereits vor der Pause machte sich FCM-Kapitän Christian Beck warm, der ebenso wie Brian Koglin für die angeschlagenen Daniel Steininger und Tobias Müller auf den Rasen kam.

Keine Torgefahr beim FCM

Der FCM kam weiterhin nicht mit dem Pressing des Gegners zurecht. Der eingewechselte Jim-Patrick Müller schlenzte nur knapp am Gästetor vorbei (52.). Während Haching den Ball schnell laufen ließ, war der Club im Vorwärtsgang zu langsam, spielte zu oft quer.

Die Gäste versuchten es jetzt häufiger mit langen Bällen auf Beck. Dadurch konnten sie sich zumindest hin und wieder aus der eigenen Hälfte befreien, ohne aber torgefährlich zu sein. Das Beste am Spiel war für Magdeburg bis zu diesem Zeitpunkt das Ergebnis. Denn wirklich zwingend waren die Hachinger eben auch nicht.

Torhüter Behrens agiert souverän

Nach einer Stunde dann ein offensives Lebenszeichen der Gäste: Mario Kvesic zog zentral aus rund 20 Metern ab und verpasste nur knapp. Der FCM stemmte sich jetzt mit viel Kampfgeist gegen den Rückstand, war auch besser in den Zweikämpfen. Allen voran Morten Behrens strahlte im FCM-Tor sehr viel Sicherheit und Ruhe auf seine Vorderleute aus.

Eine Viertelstunde vor Schluss ging der völlig ausgepumpte Conteh vom Platz. Für ihn kam Manfred Osei Kwadwo. Die Partie wurde hitziger, den Hachingern war der Frust über das fehlende Tor deutlich anzumerken. In der 82. Minute war es aber wieder Dietz, der eine Top-Chance hatte. Doch Behrens, seit Wochen in bestechender Form, hielt den Punkt bis zum Abpfiff für den FCM fest.

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