Magdeburg l FCM-Trainer Michael Oenning hatte am Freitag einen vollen Terminkalender. Wegen des Hallenturniers am Abend musste er improvisieren. Am Morgen und am frühen Nachmittag standen zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Danach ging es für zehn Spieler, unter anderem Philip Türpitz, Richard Weil und Nico Hammann, in die Getec-Arena.

Kälte macht FCM zu schaffen

In der Halle war es für die Spieler dann auch deutlich angenehmer als zuvor draußen auf dem Rasen. Bei diesigem Wetter und gefühlten Minus acht Grad wurden am Vormittag auf dem Platz hinter der MDCC-Arena Flanken trainiert. Immer wieder wurde der Ball von der linken und rechten Seite in die Mitte geschlagen. Wirklich warm wurde den Spielern und dem Trainer aber trotzdem nicht. „Die Kälte lässt die Beine schon hochgehen“, sagt Oenning.

Die gute Nachricht für den Trainer: Bereits am heutigen Sonnabend wird sich das ändern. Im Trainingslager, das der FCM schon traditionell im südspanischen Novo Sancti Petri bezieht, sind momentan angenehme 16 Grad angesagt. Die Trainingsplätze sind in einem Top-Zustand. Oenning will das Trainingslager vor allem auch dafür nutzen, um Gespräche zu führen, um den Teamgeist zu festigen. „Wir sind eine Woche lang in einem anderen Umfeld komplett zusammen. Das ist eine wertvolle Zeit“, sagt er. Die Voraussetzungen sind gut, das Ziel des FCM ist klar: der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.

Oenning will mehr Konkurrenzkampf

Michael Oenning hat auch genaue Vorstellungen, wie er dieses Ziel mit seiner Mannschaft erreichen kann. „Ich will Konkurrenzkampf. Ich will, dass wir uns in unserer Spielanlage festigen und verbessern“, betont er.

Durch die beiden Neuzugänge Jan Kirchhoff und Timo Perthel wird es an Konkurrenzkampf nicht mangeln. „Beide sind sehr flexibel und verfügen über eine Klasse, die uns besser macht. Das hilft uns ungemein“, so Oenning. Und: „Ich hatte in den Gesprächen mit ihnen das Gefühl, dass sie sich mit der Aufgabe, die uns bevorsteht, voll identifizieren. Das ist mir wichtig.“

Kirchhoff als Denker und Lenker

In Kirchhoff sieht Oenning seinen zukünftigen Denker und Lenker im Mittelfeld. „Jan kann ein Anker im Mittelfeld sein, egal, ob wir offensiv oder defensiv ausgerichtet sind“, sagt Oenning.

Was aber noch viel wichtiger ist: Die Neuzugänge sollen mithelfen, die Präsenz des FCM auf dem Rasen zu verbessern. „Wir haben viele großgewachsene Spieler in der Mannschaft. Diese Größe müssen wir aber auch mal für uns nutzen“, fordert er.

Mit 1,95 Meter ist Kirchhoff natürlich ein Spieler, der dafür prädestiniert ist. Im Training deutete er gestern bereits an, dass er durch seine Passstärke und Handlungsschnelligkeit eine wichtige Rolle einnehmen kann. Der FCM-Trainer lässt auch keine Zweifel aufkommen, dass Kirchhoff für ihn nicht nur Leistungsträger, sondern auch Führungsspieler sein soll. „Aufgrund seiner Vita und seines Alters tritt er selbstbewusst auf. Er ist aber auch ein sehr angenehmer Typ“, betont Oenning. Und: „Er kann gerade den jungen Spielern viel mitgeben, sie können sich an ihm orientieren.“

Flexible Neuzugänge

Ein großes Plus von Kirchhoff und Perthel ist ihre Flexibilität. Kirchhoff kann im defensiven Mittelfeld, aber auch in der Innenverteidigung auflaufen. Perthel hingegen kann auf der linken Seite überall spielen. „Timo ist ein echter Straßenfußballer. Er kann Dampf über die linke Seite machen und Flanken in den Strafraum bringen“, sagt Oenning. Auf der linken Seite war der FCM außerdem zu dünn besetzt, es gab bisher keinen direkten Ersatz für Michel Niemeyer.

Doch nicht nur die Spieler allein sollen flexibel sein: Auch taktisch will Oenning den Club weiterentwickeln. „Wir werden auf jeden Fall mehrere Spielsysteme einstudieren, damit wir nicht so leicht ausrechenbar sind“, kündigt der Trainer an. Das 3-5-2 wird zwar das Ausgangssystem bleiben. Aber: „Wir werden je nach Gegner schauen, ob es sinnvoller ist, mit einer Viererkette, etwas offensiver oder defensiver aufzulaufen.“

Ein Stürmer soll noch kommen

Um das gesteckte Ziel Klassenerhalt zu schaffen, hat der FCM den Transfermarkt weiterhin im Blick. Oenning bestätigt zwar, dass sich der Club um einen Stürmer bemüht. Er sagt aber auch: „Wir holen nicht nur einen Stürmer, um einen Stürmer geholt zu haben. Wir machen nur etwas, wenn es uns wirklich hilft.“

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