Magdeburg l Der 1. FC Magdeburg setzte am Donnerstag auf Einsamkeit. Das Mannschaftstraining um 14 Uhr war unter Ausschluss der Öffentlichkeit. So kurz vor dem Drittliga-Neustart am Sonnabend (14 Uhr) zu Hause unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen den 1. FC Kaiserslautern wollte sich FCM-Trainer Claus-Dieter Wollitz nicht in die taktischen Karten schauen lassen. Deshalb hat er auch am Freitag die Tore zum Trainingsplatz schließen lassen.

Richtungsweisendes Heimspiel

Klar ist: Das Heimspiel gegen die Roten Teufel ist richtungsweisend. Schließlich bleibt kaum Zeit zum Durchschnaufen. Am kommenden Dienstag tritt der FCM bei den Würzburger Kickers an, in einer Woche empfängt das Team den KFC Uerdingen. „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation“, betont FCM-Sportchef Maik Franz. „Die mentale Einstellung ist entscheidend, wird der Schlüssel zum Erfolg sein.“

Was er meint: Die Spieler sollen sich auf die bevorstehenden Belastungen einlassen, auf elf Spiele in nur vier Wochen. „Wir alle haben die Chance, an dieser Ausnahmesituation zu wachsen. Es bringt jetzt überhaupt nichts, zu lamentieren, zu jammern oder zurückzublicken“, betont Franz.

FCM nach bisher schwacher Saison gefordert

Beim Blick zurück würde dem einen oder anderen Spieler wahrscheinlich auch etwas schwindelig werden. Schließlich startete der FCM ambitioniert in die Rückrunde, wollte eigentlich noch mal oben angreifen. Nach nur einem Sieg aus sieben Spielen findet sich der Club momentan stattdessen im Kampf um den Klassenerhalt wieder, mit nur einem Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Franz nimmt das gesamte Team vor dem Drittliga-Neustart deshalb in die Pflicht: „Wichtig ist, das uns allen bewusst ist, worum es geht. Wenn jemand nicht bereit sein sollte, diesen Weg mitzugehen, kann er gerne zu mir kommen, dann hat er in den kommenden vier Wochen Urlaub.“

Zwei wichtige Ansatzpunkte

Für die Spieler gebe es zum Neustart zwei wichtige Ansatzpunkte. „Zunächst sollen die Jungs auf ihre Leistung schauen. Sie haben die Chance, sich in den kommenden vier Wochen durch gute Leistungen zu empfehlen“, sagt Franz. „Der zweite Schritt ergibt sich daraus automatisch. Es geht es darum, im Verbund, als Mannschaft erfolgreich zu sein und alles für die Gemeinschaft einzubringen.“

Auf das Hin und Her der vergangenen Wochen, ob die Drittliga-Saison fortgesetzt oder abgebrochen wird, will der Sportchef eigentlich nicht mehr eingehen. Nur so viel: „Es war nicht in Ordnung, dass wir in ein schlechtes Licht gerückt wurden, obwohl wir uns nachweislich an die behördlichen Vorgaben gehalten haben. Es gab zudem klare Gründe, weshalb wir uns für einen Saisonabbruch eingesetzt haben – aus gesundheitlicher und wirtschaftlicher Sicht.“

Aus diesem Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, will der FCM jetzt neue Energie schöpfen. „Wir wollen zeigen, dass wir besser sind, als dies viele Leute gerade behaupten“, betont der Sportchef.

Besondere Herausforderung

Dabei steht auch das Trainerteam vor einer besonderen Herausforderung. Schließlich bleibt kaum Zeit, die kommenden Gegner zu analysieren, die taktische Einstellung auf die nächsten Spiele findet Schlag auf Schlag statt. „Wir haben eine klare Vorstellung, einen klaren Plan. Diesen sollen die Jungs jetzt auf dem Platz umsetzen und ihr Können zeigen, das zweifelsfrei vorhanden ist“, so Franz.

Individuell gesehen verfügt der Club über eine Truppe, die einige Qualitäten hat. Allerdings präsentierte sich die Mannschaft in der bisherigen Saison nur selten homogen, als echtes Team. Auch fehlte es an Konstanz, guten Spielen folgten viel zu oft schwache Leistungen.

Viele Gespräche in den letzten Tagen

Um dem zu erwartenden Druck standzuhalten, haben Franz und Wollitz viele Gespräche mit den Spielern geführt. „Wir haben zwar einiges an Erfahrung und werden das den Jungs auch mitgeben. Am Sonnabend gilt es aber, gegen Kaiserslautern unsere Stärken auf den Rasen zu bringen“, sagt Franz.

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