Magdeburg/Freiburg l Für Jürgen Gjasula ist es ein liebgewonnenes Ritual. Fast täglich läuft der Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg acht bis zehn Kilometer an der Dreisam, dem Fluss, der Freiburg im Breisgau durchquert. Teil seiner Strecke ist auch immer ein kurzer Abstecher zum Stadion des Bundesligisten SC Freiburg.

Seit mehr als zweieinhalb Wochen, seitdem das FCM-Training und der Drittliga-Spielbetrieb wegen der Corona-Krise ausgesetzt wurden, ist er in Freiburg. Es ist für ihn eine Rückkehr zur Basis. Dort wuchs er auf, trug in der Jugend das SC-Trikot, stand im Kader des Bundesligisten. „Meine Eltern wohnen noch immer hier“, erklärt der 34-Jährige. „Zum Glück bin ich rechtzeitig hergekommen, weil das jetzt sicherlich schwieriger wäre.“ Wegen des Kontaktverbotes und der Ausgangsbeschränkungen hätte Gjasula die Tage sonst alleine in Magdeburg oder Berlin verbringen müssen.

Gjasulas Mutter kocht traditionelle Gerichte

So ist es für den Deutsch-Albaner hingegen seit vielen Jahren die längste Zeit, die er am Stück bei seinen Eltern verbringen kann. „Seit meinem 18. Lebensjahr war ich immer nur kurz bei meinen Eltern, weil ich meistens bei Vereinen gespielt habe, die etwas weiter entfernt waren“, erzählt Gjasula. Und: „Die Corona-Krise ist natürlich schlimm und ich hoffe, dass sie bald vorbei ist. Es ist aber natürlich jetzt auch schön, mit der Familie die Tage verbringen zu können.“ Neben seiner Mutter und dem Vater sind das auch seine Schwester und sein Neffe.

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Seine Mutter freut sich natürlich ganz besonders, dass ihr Sohn zu Besuch ist. „Sie kocht sehr gerne und sehr viel. Ich muss sie immer etwas zurückhalten“, sagt Gjasula und schmunzelt. Dabei kommt er in den Genuss, viele Gerichte aus Kindheitstagen für sich neu zu entdecken. „Bei uns ist es Tradition, Reis mit Bohnen und Sauce zu essen. Das kannte ich schon von früher und esse es auch jetzt gerne“, verrät er.

Bruder Klaus ist in Paderborn geblieben

Bruder Klaus, der beim SC Paderborn spielt, konnte übrigens nicht nach Freiburg kommen. „Da es in der Paderborner Mannschaft einen Coronafall gegeben hat, musste er zwei Wochen in Quarantäne verbringen“, sagt Jürgen Gjasula.

Der Mittelfeldspieler ist aber natürlich nicht nur in Freiburg, um seine Familie zu besuchen. Fast täglich steht für ihn Sport auf dem Programm. „Nur sonntags mache ich frei“, sagt er.

Neben den bereits angesprochenen Laufeinheiten stehen auch Dehn-, Stabilisationsübungen und Krafttraining auf dem Programm. „Ich mache zu dem geplanten Trainingsprogramm auch immer noch etwas extra“, sagt er.

Zahlreiche Übungen für jedermann im Internet

Davon können sich die Fans beim sozialen Netzwerk Instagram auch selbst überzeugen. Zahlreiche Übungen mit genauen Anleitungen hat Jürgen Gjasula nämlich zu mehreren Videos zusammengeschnitten und veröffentlicht. Doch wie kam es dazu? „Das war eigentlich eine spontane Idee, weil ich einigen Freunden die Übungen geschickt habe, um ihnen Tipps zu geben. Die Videos kamen so gut an, dass ich mir gedacht habe, dass ich damit vielleicht auch anderen helfen kann“, sagt er und ergänzt mit einem Lächeln: „Vielleicht werde ich später Fitness-Personaltrainer.“

Zunächst hofft er aber darauf, dass er bald wieder Fußball spielen kann: „Ich vermisse den Ball, ich vermisse die Gespräche mit den Jungs in der Kabine. Momentan zählt für uns alle aber nur natürlich die Gesundheit und dass das Virus schnell besiegt wird.“

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