Magdeburg l Die Erinnerungen sind noch immer präsent. Auch wenn Maik Franz 2008 Magdeburg bereits verlassen hatte und beim Karlsruher SC spielte, fällt ihm eine Situation sofort ein, die er mit Eintracht Braunschweig verbindet. „Das war natürlich der Kampf um die 3. Liga 2008, als uns im Heimspiel nur ein Tor fehlte“, sagt der jetzige FCM-Sportchef.

Es war in der Saison 2007/2008: In der damaligen Regionalliga Nord qualifizierten sich die ersten zehn Mannschaften für die neu geschaffene 3. Liga, sprich den Profifußball. Für den FCM, der erst ein Jahr zuvor denkbar knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga gescheitert war, die nächste große Chance.

Und wieder stand der Club am Ende mit leeren Händen da. Es hätte kaum dramatischer laufen können: Am vorletzten Spieltag hatte der FCM noch alles in der eigenen Hand, spielte zu Hause gegen Rot-Weiss Essen. Doch nach dem 0:1 stürzte der Club unter den Strich, landete am letzten Spieltag punktgleich ausgerechnet mit Braunschweig bei einer um drei Treffer schlechteren Tordifferenz auf dem elften Rang – und damit in der viertklassigen Regionalliga. „Die Wege haben sich danach extrem getrennt“, sagt Franz.

Taumeln durch die Regionalliga

Der FCM taumelte zeitweise durch die Regionalliga, blieb als Tabellenletzter 2012 nur wegen einer Reform viertklassig. Braunschweig etablierte sich zunächst in der 3. Liga, dann in der 2. Bundesliga – mit einem kurzen Ausflug sogar in die 1. Liga.

Wie weit beide Mannschaften voneinander entfernt waren, wurde auch in der Vorbereitung auf die Saison 2017/18 deutlich. Braunschweig hatte durch die verlorene Relegation gegen Wolfsburg (0:1, 0:1) nur knapp den Sprung in die 1. Liga verpasst, der FCM ging in der 3. Liga an den Start. In einem Test in der Sommer-Vorbereitung 2017 gewann die Eintracht deutlich mit 6:1.

Doch im Fußball geht es manchmal schnell: Nur zwölf Monate später spielten beide Teams weiterhin in getrennten Ligen – allerdings anders, als sich das vor allem die Braunschweiger gedacht hätten. Die Eintracht stieg nämlich völlig überraschend in die 3. Liga ab, während der FCM den Zweitliga-Aufstieg feierte. „Braunschweig ist für mich ein toller Verein, mit super Fans. Man sieht aber eben auch, wie schnell Vereine manchmal in unruhiges Fahrwasser geraten können“, betont Franz. „Braunschweig sollte für uns deshalb in diesem Jahr ein warnendes Beispiel sein.“

Nachdem Braunschweig in der vergangenen Saison als Zweitliga-Absteiger nur knapp den Klassenerhalt in der 3. Liga schaffte, hat sich der Verein in dieser Saison offensichtlich viel vorgenommen. Eine Top-Platzierung sollte das Ziel sein, Braunschweig gehört nach Ansicht vieler Experten wie der FCM zu den Mit-Favoriten auf den Aufstieg.