Magdeburg l Die Überraschung hielt sich bei Thore Jacobsen in Grenzen, als er in der Sommerpause die Telefonnummer von Maik Franz auf seinem Handy sah. Der Sportchef des 1. FC Magdeburg war für den 22-Jährigen kein Unbekannter. Und so wusste er schon beim Abnehmen, worum das Gespräch gehen würde: seinen Wechsel von Werder Bremen zum Club.

Der FCM hatte Jacobsen schon seit Jahren auf dem Zettel. „Wir haben bereits im Sommer 2017 und 2018 Gespräche geführt“, verrät Jacobsen. Der Wechsel kam da aber nicht zustande. Aus gutem Grund: Schließlich war er in Bremen auf dem Sprung in die Bundesliga, trainierte regelmäßig mit Spielern wie Max Kruse, Zlatko Junuzovic und Maximilian Eggestein.

Unter Trainer Florian Kohfeldt, der Jacobsen bereits aus der 2. Mannschaft kannte, stand das Talent dann auch einmal im Bundesligakader – beim 2:4 bei Bayern München am 21. Januar 2018. „Das war schon etwas Besonderes, mit diesen Jungs zu trainieren. Von ihnen habe ich mir einiges abgeschaut“, erzählt Jacobsen, dessen Großeltern in der Nähe von Flensburg wohnen. „Daher kommt wohl auch mein skandinavischer Name.“

Drittligaspiele bei Werder

Bei Werder sammelte er aber nicht nur Erfahrungen bei den Profis, sondern war Stammkraft in der Drittligamannschaft. Dort stand in der Saison 2017/18 34-mal auf dem Rasen, vorwiegend als Linksverteidiger und im linken Mittelfeld. Die beiden Duelle mit dem FCM gingen zwar deutlich verloren (1:4, 1:3) – Jacobsen erzielte beim 1:4 aber immerhin den Ehrentreffer. Am Ende konnte aber auch er den Abstieg nicht verhindern.

Im vergangenen Sommer veränderte sich dann einiges. Zwar trainierte er weiterhin mit den Profis, setzte sich aber letztlich nicht durch. Und die Regionalliga mit Werder II sah er als sportlichen Rückschritt. „Das war kein einfaches Jahr für mich“, sagt Jacobsen. Er war in der Wartestellung, schielte in Richtung Bundesliga-Team. „Ich habe immer auf meine Chance gehofft, es hat aber leider nicht geklappt.“

Zehn Spiele in der Regionalliga boten ihm immerhin Spielpraxis. „Es zählte für mich, überhaupt auf dem Platz zu stehen“, sagt Jacobsen. „Wenn ich gar nicht spiele, dann komme ich damit nicht so gut klar. Das nagt an mir.“

Trotzdem war klar, dass sich etwas ändern musste. Schon im Winter wurde über eine Leihe diskutiert, das zerschlug sich aber zu diesem Zeitpunkt noch. In diesem Sommer gab Werder dann grünes Licht – und lieh Jacobsen für ein Jahr zum FCM aus.

In Magdeburg soll er sich nun empfehlen, Spielpraxis sammeln. „Durch den früheren Kontakt hatte ich den Weg des FCM bereits verfolgt“, erzählt er. „Mit Björn Rother habe ich zudem bereits bei Werder II zusammengespielt. Deshalb war der Start auch recht einfach.“

Jacobsen zeichnet sich übrigens nicht nur als Linksverteidiger, sondern durch eine enorme Flexibilität aus. „Viele haben mich immer nur als Linksverteidiger gesehen. Ausgebildet wurde ich aber im zentralen Mittelfeld – auf der Sechs oder Acht“, erklärt er. „Ich bin erst bei Werder auf die linke Seite gewechselt, weil ich dort mehr Aussicht auf Einsatzzeiten hatte.“ Diese Ausbildung genoss er übrigens beim Hamburger SV, dem Nordrivalen von Werder Bremen.

Franz lobt Jacobsen

Beim FCM wird diese Flexibilität geschätzt. FCM-Trainer Stefan Krämer testete Jacobsen deshalb auch schon auf mehreren Positionen – in der Verteidigung, im Mittelfeld. „Thore bringt sehr viel mit, er hat eine gute Spiel-eröffnung“, lobt auch Sportchef Maik Franz.

Im Kampf um die Stammplätze hofft Jacobsen, für sich werben zu können. Denn: „Wo ich auf dem Platz spiele, ist mir völlig egal.“

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