Magdeburg l Schweißgebadet trottete Dominik Ernst nach der Trainingseinheit vom Platz. In den nicht ganz zwei Stunden hatte der Rechtsverteidiger des 1. FC Magdeburg alles rausgehauen, was ging. Der 30-Jährige steht sinnbildlich für Einsatz und Willen und ist nach langer Leidenszeit nun endlich wieder eine Option für den Tabellenletzten der 3. Liga. „Ich bin auf einem guten Weg, aber noch nicht bei 100 Prozent“, sagt er selbst. „Aber ich werde mich von Tag zu Tag mehr herankämpfen, damit ich der Mannschaft bald helfen kann.“

Angespornt wurde Ernst dabei auch von seiner Einwechslung am Wochenende. Beim 0:1 in Dresden kehrte er auf den Platz zurück. „Ein unbeschreibliches Gefühl“, schwärmt er. Denn zuvor war er mit einem Außenknöchelbruch sowie einem Innenband- und Syndesmosebandriss über sechs Monate sportlich außer Gefecht gesetzt. „Zeitweise stand sogar im Raum, dass ich gar nicht mehr zurückkommen kann“, erzählt der 1,78 Meter große Verteidiger. „Doch ich habe immer daran geglaubt.“

Volle Identifikation mit Blau-Weiß

Er verspüre zwar noch etwas Druck im linken Bein, „doch den beiße ich weg“. Ein derartiger Kämpfertyp ist aktuell mehr denn je beim FCM gefragt, um schnell aus der Krise zu kommen. „Den Saisonstart haben wir uns alle anders vorgestellt“, sagt Ernst, für den die vergangenen Wochenenden nach Niederlagen stets versaut waren. Zu sehr identifiziert er sich mit Blau-Weiß.

Am Wochenende durfte er seinem Club nun auch wieder aktiv helfen. Er deutete an, wie wichtig er für den FCM als Anführer sein kann, konnte jedoch die 0:1-Pleite in Dresden auch nicht mehr abwenden. „Ich habe mich gut gefühlt, hätte mir aber einen anderen Ausgang gewünscht.“

Für den gebürtigen Gelsenkirchener richtet sich – wie für das gesamte Team – der Blick aber nun schon wieder auf das Heimspiel gegen Türkgücü München am Freitagabend um 19 Uhr. „Ich wünsche mir von jedem, von mir auch, dass wir alles raushauen. Jeder sollte sich selbst in die Pflicht nehmen. Wir müssen alle zusammenhalten.“

Laut Ernst haben es sich die Fans am meisten verdient, dass der FCM die drei Punkte holt. Der Routinier weiß aber genau, dass die FCM-Kicker bislang einiges haben vermissen lassen und es dafür auch spielerisch einer Steigerung bedarf. „Wir brauchen einen besseren Mix aus Ballbesitz und Angriffspressing“, fordert Ernst. „Und zwar jeder im Vollsprint und mit dem absoluten Willen.“

Forderung: Willen auf den Platz bringen

Diesen Willen haben laut ihm alle Spieler. „Es sollten ihn aber auch alle auf den Platz bringen.“ Und Ernst will seine Teamkollegen mitziehen. „Ich möchte mit meiner Mentalität helfen“, betont er.

Wie weit er gerade noch von der Startelf entfernt ist, kann er selbst nur schwer einschätzen. Fakt ist nur, dass Ernst darauf brennt, auch wieder von Beginn an aufzulaufen. „Natürlich will ich spielen. Aber wir müssen schauen, inwieweit das Sinn ergibt, wenn ich noch nicht bei 100 Prozent bin“, sagt er und berichtet von einem guten Austausch mit Coach Thomas Hoßmang.

Gemeinsam müssen sie nun abwägen, ob Ernst für das Spiel gegen Türkgücü schon eine Option für die Startelf ist. Allein kämpferisch würde er den FCM aber sicher schon ein großes Stück weiterbringen.