Kaiserslautern l Aus Maik Franz brach es plötzlich heraus. Nach gut einer Stunde schlug der Sportchef des 1. FC Magdeburg mit der Hand gegen das Dach der Trainerbank. Grund für den emotionalen Ausbruch war eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung.

FCM mit Problemen in Kaiserslautern

Es passte aber auch zur Leistung des FCM beim 1:1 in Kaiserslautern. Denn wie schon oft in dieser Saison hatte der Club zwischenzeitlich Probleme. Erst nach dem Rückstand durch den Ex-Magdeburger Florian Pick (63.) wurde der Club deutlich stärker, verdiente sich am Ende durch den Treffer von Tobias Müller den Ausgleich (78.) und hätte die Partie am Ende fast noch gedreht, als der Schuss von Sören Bertram in der Nachspielzeit gehalten wurde.

Und das sechste Unentschieden im neunten Saisonspiel ließ auch einige Fans in Fanforen und sozialen Netzwerken aufschrecken. Schon in den vergangenen Wochen wurde die bisherige Punktausbeute und FCM-Trainer Stefan Krämer scharf kritisiert.

Es ist eine Richtung, mit der FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik und Sportchef Maik Franz nichts anfangen können – und deshalb schwimmen sie deutlich gegen den Strom. „Sicherlich hätten wir vier, fünf Punkte mehr auf dem Konto haben können. Dann würde es jetzt keine Diskussionen geben“, sagt Franz. „Wir sind momentan im Mittelfeld, es kann schnell nach oben und nach unten gehen.“

Drei-Jahres-Plan hat Gültigkeit

Doch dieses Szenario kommt für die Verantwortlichen nicht überraschend. „Wir haben nicht aus Spaß gesagt, dass wir innerhalb der kommenden drei Jahre aufsteigen wollen“, betont Franz. „Das war doch keine Augenwischerei und kein Selbstschutz. Wir haben eine realistische Selbsteinschätzung vorgenommen. Wir müssen in diesem Jahr nicht aufsteigen, wollen eine stabile Saison spielen, ohne in die Bredouille zu kommen.“

Dass das neu zusammengestellte Team momentan noch nicht in der Lage ist, ganz oben in der Tabelle anzuklopfen, wurde in den vergangenen Wochen immer wieder deutlich. Die Leistungen sind nicht konstant genug, zu oft unterlaufen dem Team kleine Fehler, die vom Gegner schnell bestraft werden. Außerdem tut sich die Mannschaft im Offensivspiel häufig schwer. Dafür hat Franz eine Erklärung: „Die jungen Spieler brauchen einfach etwas Zeit, um sich zu entwickeln. Aber auch bei einigen erfahrenen Spielern merkt man, dass sie noch nicht bei 100 Prozent sind. Da werden wir aber hinkommen. Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren und alles infrage stellen. Das wäre der falsche Weg.“

Ausfälle sind problematisch

Problematisch seien auch die Ausfälle von Spielern wie Jürgen Gjasula, Alexander Brunst, Mario Kvesic und Dustin Bomheuer. „Wir haben das bisher nie thematisiert, weil wir nicht jammern wollen. Es ist aber doch klar, dass uns diese Spieler mit ihren Qualitäten enorm fehlen“, sagt Franz.

Der Sportchef lobt trotz aufkommender Kritik auch die Arbeit des Trainerteams rund um Coach Stefan Krämer. Denn: „Das Trainerteam arbeitet in den Einheiten gezielt an Schwächen, ist akribisch und selbstreflektiert. Außerdem zieht die Mannschaft voll mit. Wir sind sehr klar in unserer Bewertung, und zu dieser gehört eben, dass nicht immer alles sofort funktionieren kann. Wir haben noch drei Viertel der Saison zu spielen und am Ende wird abgerechnet.“

Franz und Kallnik stärken den Trainer

Genau diese Punkte sind für Geschäftsführer Mario Kallnik entscheidend, um die im Sommer angestoßene Entwicklung gemeinsam mit dem Trainer zu gehen. Eine Diskussion um eine mögliche Ablösung von Krämer sei deshalb deplatziert. „Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass Stefan der Richtige ist. Er lebt unsere Philosophie, wir sind im ständigen Austausch. Wir wollen unser Spiel entwickeln, und da sehen wir jeden Tag vollen Einsatz – vom Trainerteam und der Mannschaft“, betont Kallnik.

Klar ist: Der Plan der sportlichen Entwicklung ist nach dem Zweitligaabstieg aufgrund des enormen personellen Umbruchs nachvollziehbar – es ist aber trotzdem immer auch ein schmaler Grat. „Es darf uns natürlich nicht passieren, dass wir zahlreiche Partien verlieren und uns plötzlich im Tabellenkeller wiederfinden“, betont Kallnik. Aber: „Ich bin davon überzeugt, dass wir den Ertrag für unsere Arbeit schon bald auch in Form von Punkten sehen werden. In der jetzigen Phase ist Geduld gefragt – und kein Platz für Panik.“

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