Düsseldorf l Der 1. FC Magdeburg hat Freitagabend in Düsseldorf 0:0 gegen den KFC Uerdingen gespielt. Der FCM bot vor allem in der Offensive eine enttäuschende Leistung. Die Rahmenbedingungen waren beeindruckend. Schließlich passen rund 54.000 Zuschauer in die Düsseldorfer Arena.

Die Sache hatte allerdings einen Haken: Von der Stimmung, die sonst beim Erstligisten und eigentlichen Gastgeber Fortuna herrscht, war beim 0:0 des 1. FC Magdeburg gegen den KFC Uerdingen überhaupt nichts zu spüren. Lediglich 3894 Zuschauer verirrten sich ins Stadion, in das Uerdingen wegen der baufälligen Heimstätte Grotenburg ausweichen muss.

Dem FCM konnte diese gespenstische Atmosphäre zu Beginn aber nichts anhaben. Im Gegenteil: Die erste Chance hatte Sören Bertram, dessen Schuss von KFC-Torhüter Lukas Königshofer zur Ecke geklärt wurde (5.). Aber auch Uerdingen, bei denen der Ex-Magdeburger Jan Kirchhoff in der Innenverteidigung spielte, ließ den Ball gut laufen. Die Riesenchance zur Führung hatte Tom Boere, dessen Schuss FCM-Keeper Morten Behrens stark parierte (15.).

Laprévotte rückt für Perthel in der Star

FCM-Trainer Stefan Krämer nahm im Vergleich zum 3:0 in Würzburg eine Veränderung vor – für Linksverteidiger Timo Perthel kam Charles Elie Laprévotte in die Startelf. Der Franzose, der gestern seinen 27. Geburtstag feierte, rückte ins defensive Mittelfeld, Thore Jacobsen auf die Perthel-Position.

Nach einer Viertelstunde verflachte die Partie: Der Club stand zwar defensiv sicher, war in der Vorwärtsbewegung aber viel zu selten zwingend. Uerdingen hatte mehr Ballbesitz (57 Prozent) sowie Halbchancen durch den Ex-Bremer Assani Lukimya (31.) und Patrick Pflücke (39.).

Das gleiche Bild nach dem Seitenwechsel: Die Partie war bestimmt von langen Bällen und spielte sich vorwiegend im Mittelfeld ab. Die rund 1000 mitgereisten FCM-Fans versuchten sich unterdessen, bei regnerischem Wetter mit lautstarken Gesängen etwas aufzuwärmen.

Auf dem Rasen verpassten sie nicht sonderlich viel – zu bieder traten beide Teams auf. Nach 56 Minuten hatte Krämer genug gesehen: Für den schwachen Sirlord Conteh kam Tarek Chahed ins Spiel. Der Coach lief an der Seitenlinie auf und ab – es konnte ihm nicht gefallen, was seine Mannschaft nach vorne anbot. Zu oft und zu leicht verlor der Club den Ball, die Pässe waren zeitweise haarsträubend ungenau. Der FCM spielte ideenlos, Uerdingen hatte keine große Mühe in der Defensive. Und Krämer resümierte nach dem Abpfiff entsprechend: „Ich war mit meiner Mannschaft bei eigenem Ballbesitz total unzufrieden. Wir hatten zu wenig Offensivkraft auf dem Platz.“

Krämers Systemwechsel bringt kaum Besserung

20 Minuten vor Schluss wechselte Krämer die Grundordnung – von einem 4-2-3-1 auf ein 4-4-2. Der eingewecshelte Manfred Osei Kwadwo sollte über die linke Seite wirbeln, Spielmacher Rico Preißinger rückte ins defensive Mittelfeld.

Die Idee zündete aber nur bedingt: Der FCM schaffte es fast nie, über die Außenpositionen Tempo aufzunehmen. Die Doppelspitze Christian Beck und Sören Bertram hing somit in der Luft. Auf der Gegenseite war Uerdingen der Führung weit näher: Nach dem Schuss von Roberto Rodrigu vergab Tom Boere im Nachsetzen (77.).

Fünf Minuten vor Schluss feierte Jürgen Gjasula nach seinem Mittelhandbruch Anfang September in Jena sein Comeback – es blieb am Ende eine Randnotiz in einer Partie, die ganz und gar nicht Werbung für den Fußball war. Und die einen frustrierten Dominik Ernst zurückließ: „Hier war viel mehr drin, deshalb bin ich stocksauer“, sagte Ernst bei Magenta-Sport: „Wir stehen sehr stabil in der Abwehr, kriegen aber nach vorn im letzten Drittel nicht viel hin.“

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