Leipzig l Am Anfang standen sie noch gemeinsam am Elfmeterpunkt: Christian Beck und Mario Kvesic. Der 1. FC Magdeburg hatte im Testspiel bei Chemie Leipzig am Mittwoch gerade einen Strafstoß bekommen. Eigentlich eine Sache für Kapitän Beck. Er hatte den Ball auch direkt in der Hand. Neben ihm Mario Kvesic, der Neuzugang.

Doch als der sich gerade umdrehen wollte, drückte ihm Beck plötzlich den Ball in die Hand. Also schoss Kvesic und verwandelte zum zwischenzeitlichen 2:0. Die Partie endete schließlich 3:1. Doch viel interessanter als das Ergebnis war eben jene Szene vor dem Elfmeter. Denn von ihr ging eine Botschaft aus.

Beck, Kapitän und Torjäger der vergangenen Saison, machte damit klar, welch hohes Ansehen Kvesic im Team genießt. Und der Top-Stürmer zeigte, dass er nicht nur nach Toren giert, sondern auch mal zugunsten eines Mitspielers kürzertritt.

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Szenen wie diese will Stefan Krämer sehen, das hat er immer wieder betont. Die vorrangige Aufgabe des FCM-Trainers ist, aus der neuen Mannschaft ein echtes Team zu formen. Auch Christian Beck weiß das. „Wir müssen alle zusammenhalten. Das wird enorm wichtig sein“, betont der Stürmer.

Kvesic war sich der Bedeutung von Becks Aktion durchaus bewusst. „Ich möchte mich bei Christian bedanken, dass er mir den Ball gegeben hat. Das war eine tolle Geste. Er hat mich gefragt, ob ich schießen möchte, um mein erstes Tor im FCM-Trikot zu erzielen“, erzählte der Neuzugang. „Das habe ich gerne angenommen, zum Glück habe ich getroffen. Es war ein super Gefühl.“

Was nicht nur für Kvesic galt, sondern auch für die ganze Mannschaft. Denn der 27-Jährige zeigte in 45  Einsatzminuten – nur einen Tag nach seiner Vorstellung –, dass er für den FCM zu einer echten Verstärkung werden kann. Kvesic wirbelte auf der Spielmacher-Position hinter den Spitzen, suchte immer wieder auch selbst den Torabschluss. Dass er einen guten Schuss hat, zeigte er bereits nach zwei Minuten, als er aus der Distanz abzog und der Ball gegen die Unterkante der Latte krachte.

Kvesic war die Spielfreude deutlich anzumerken – und er steckte seine Mitspieler damit an. „Es hat richtig Spaß gemacht. Ich bin für den Anfang sehr zufrieden. Wir werden aber sicherlich noch etwas Zeit brauchen, schließlich kamen viele neue Spieler zur Mannschaft“, sagte Kvesic.

Krämer lobt Kvesic

Die ersten Eindrücke haben aber gezeigt, dass der Bosnier beim FCM schnell zu einen Führungsspieler werden kann. Er ist nicht nur Spielgestalter, sondern auch der Mann für die Standards. Neben Elfmetern tritt Kvesic häufig die Freistöße und Ecken. „Mario hat eine richtig gute Leistung gezeigt, wenn man bedenkt, dass er erst so kurz bei uns ist“, lobt Krämer. „Manchmal wollte er zwar noch etwas zu viel, aber das ist mir lieber als ein Spieler, der sich auf dem Platz versteckt.“

Verstecken will sich Mario Kvesic auf keinen Fall. Nach dem schwierigen Jahr beim Zweitligisten Erzgebirge Aue, als er nur zwölfmal zum Einsatz kam, will er endlich wieder zeigen, was er kann. „Ich will einfach spielen und mit der Mannschaft Spaß und Erfolg haben.“

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