Magdeburg l Trotz dieser Vita saß der 27-Jährige zuletzt häufig auf der Bank. Ludwig selbst ringt um Erklärungen.

Andreas Ludwig wollte eigentlich eine tragende Rolle in einer Mannschaft einnehmen. Deshalb wechselte er im Sommer vom holländischen Erstligisten FC Utrecht zum FCM. Während der gebürtige Ulmer zu Beginn regelmäßig auf dem Platz stand, gegen Erfurt eine Vorlage und in Meppen ein Tor verbuchte, wurde es zuletzt still um ihn. „Ein Grund für meinen Wechsel war, dass ich ein wichtiger Spieler werden wollte. Das habe ich noch nicht auf den Platz gebracht“, sagt er selbstkritisch.

Im Pokal nur auf der Bank

Im DFB-Pokalspiel gegen den Bundesligisten FC Augsburg schmorte Ludwig 90 Minuten auf der Bank. Auch gegen Werder Bremen II und Hansa Rostock kam er nicht zum Einsatz. „Ich bin nicht mehr in der Mannschaft, seitdem taktisch umgestellt wurde. Ich habe zuvor im offensiven Mittelfeld hinter den Spitzen gespielt und diese Position gibt es gerade nicht“, sagt Ludwig. „Da wir zuletzt viele Spiele gewonnen haben, ist es eine Bestätigung für den Trainer, auch wenn man das als Spieler auf der Bank nicht immer verstehen kann. Ich muss das akzeptieren und das Beste daraus machen, auch wenn es nicht das ist, was ich mir vorgestellt habe.“

Der Spieler mit der Rückennummer 20 betont, dass er sich in den Dienst der Mannschaft stellt. „Ich muss gerade warten, bis ich wieder dran bin und dann da sein, wenn es darauf ankommt“, so Ludwig, der kritisch ergänzt. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich ein Opfer des Systems werde, sondern dass für mich eine Position gefunden wird.“

Ludwig sieht sich nicht als Zehner

Etwas verwundert ist er, dass er beim FCM zuletzt nur als Zehner hinter den Spitzen gesehen wurde. „Ich sehe mich aber als Zwischenspieler zwischen dem defensiven Mittelfeld und der Offensive. Dass ich diese Positionen spielen kann, habe ich im Training gezeigt. Ich fühle mich in einer etwas defensiveren Rolle wohler, weil ich das Spiel dann vor mir habe. In den vergangenen vier, fünf Jahren habe ich keinen klassischen Zehner gespielt, sondern im defensiven Mittelfeld oder auf der Halbposition in einer Raute.“

FCM-Trainer Jens Härtel bestätigte Ludwig, dass er ihn in Zukunft möglicherweise auch auf einer anderen Position einsetzen werde. „Es ist aber auch nicht so leicht für mich, weil die Spieler, die zuletzt aufgelaufen sind, es gut gemacht haben.“ Gegen Bremen II und Rostock setzte der Trainer gegen spielstarke Gegner auf ein 3-4-3. Am heutigen Freitag (19 Uhr) beim FSV Zwickau ist eine Umstellung für Härtel eine Option, da der Gegner vermutlich recht defensiv auftreten wird. „Ich fühle mich gut in Form und bin bereit“, sagt Ludwig. „Vertrauen und Spielfreude wachsen aber natürlich, wenn man weiß, dass man spielt, oft aufläuft und erfolgreich ist.“ Als er noch auf dem Platz stand, sei das Team bis auf die Partie in Großaspach auch erfolgreich gewesen „Ich denke, ich habe meine Sache ganz gut gemacht“, sagt er.

Der Ex-Hoffenheimer, der sechsmal in der Bundesliga spielte, betont, dass er sich in Magdeburg trotzdem wohl fühlt und in der Mannschaft akzeptiert ist. „Jeder weiß eigentlich, dass ich in die erste Elf gehöre. Der Teamerfolg steht aber momentan über einzelnen Situationen“, sagt er.

Einsatz in Zwickau?

Der erfahrene Techniker hofft darauf, möglichst schon heute in Zwickau zeigen zu können, was er drauf hat. „Der Trainer hat mir gesagt, dass ich kämpferisch im Training überzeugt habe und zudem noch das spielerische Extra mitbringe“, sagt er. „Es ist auch mal wichtig, Ruhe ins Spiel zu bringen, um nicht in so viele Zweikämpfe zu kommen. Das bringe ich mit und hoffe, dass es bald gebraucht wird.“

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