Magdeburg l 23 Spieler waren beim Training des 1. FC Magdeburg dabei. Was Thomas Hoßmang, Coach des Drittliga-Schlusslichts, schon fast zum Staunen brachte. „So viele Spieler hatten wir in den vergangenen Wochen selten dabei.“ Das heutige Abschlusstraining soll nun zeigen, wer beim Auswärtsspiel gegen den FC Dynamo Dresden am Samstag um 14 Uhr im Kader sein wird.

Die neuen Optionen stimmen den Coach für das schwere Spiel beim Aufstiegsaspiranten Nummer eins aber schon einmal optimistisch. Denn es kehren nicht nur Tobias Müller, Philipp Harant, Leon Bell Bell und Kai Brünker in das Mannschaftstraining zurück, mit Maximilian Franzke, Florian Kath und Alexander Bittroff wurden außerdem in dieser Woche drei weitere Spieler verpflichtet. „Wir sind froh, dass wir wieder Breite und Qualität haben, und müssen nun klug entscheiden“, sagt Hoßmang.

Ob für die drei Neuzugänge das Dresden-Spiel vielleicht noch zu früh kommt? „Vielleicht, vielleicht auch nicht“, lässt sich ein schmunzelnder Hoßmang wie gewohnt nicht in die Karten schauen. An taktischen Rückständen sollte es aber nicht liegen. „Wir haben allen dreien unsere Ideen und die Abläufe in Gesprächen und an der Taktiktafel vermittelt“, verrät Hoßmang.

Müller-Einsatz auch mit 80 Prozent möglich

Ein Name, den der Coach immer wieder erwähnte, ist der von Abwehrchef Tobias Müller. Der 26-Jährige sei nach seinem doppelten Rippenbruch vor gut einem Monat im Pokalspiel gegen Darmstadt zwar noch nicht wieder bei 100 Prozent. „Doch um uns zu stabilisieren, helfen vielleicht auch 80 Prozent“, so Hoßmang, der einen möglichen Einsatz „klug abwägen“ will.

Zumindest ist nach sowohl defensiv als auch offensiv zuletzt mauen Auftritten nun im Ostderby ein anderes Gesicht gefordert. „Wir müssen das aufsaugen, dass 10 000 Fans gegen uns sind. Wir wollen präsent sein“, sagt der Trainer, für den es nach sechs Jahren als Profi in Dresden „ein besonderes Spiel“ ist. Auch Mittelfeldspieler Jürgen Gjasula pflichtet ihm bei: „Wir müssen jetzt Leistung auf den Platz bringen, dagegenhalten und zeigen, dass wir nicht nach Dresden fahren, um etwas zu verschenken.“

Der 34-jährige Routinier berichtet von einer guten Trainingswoche. „Mit den neuen Spielern kam neuer Schwung in die Mannschaft. Alle waren fokussiert. Wir haben uns auch noch einmal intern ausgesprochen, das war wichtig. Jetzt gilt es, alles dafür zu geben, ein erfolgreiches Spiel hinzulegen.“

Um nach einem möglichen Gegentor, was gegen Dynamo nicht auszuschließen ist, nicht wieder so einzubrechen wie in den Heimspielen gegen Halle und Köln (jeweils 0:2), nimmt der Coach Führungsspieler wie Gjasula, Kapitän Christian Beck oder eben auch Müller in die Pflicht. „Sie müssen die Köpfe rausstrecken“, fordert Hoßmang. „Wir müssen es schaffen, den Widerstand der Dresdner zu brechen.“ Und vielleicht helfen die neuen personellen Optionen ja tatsächlich bei diesem sicher schwierigen Vorhaben.