Münster l "Wir sind natürlich zufrieden, dass wir die drei Punkte geholt haben. Das ist eben Liga-Alltag und nicht DFB-Pokal. Wir hatten schon Probleme in der ersten Halbzeit - gerade in der Defensive", sagte FCM-Trainer Jens Härtel. "Nach der Führung haben wir es besser gemacht und waren am Ende schließlich die etwas glücklichere Mannschaft." Härtel wechselte im Vergleich zum 2:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten FC Augsburg auf zwei Positionen. Jan Glinker kehrte ins Tor zurück, Mario Seidel musste dafür auf die Bank. Außerdem rückte Andreas Ludwig wieder ins Team, für ihn saß Tobias Schwede zunächst draußen. Der Coach wechselte auch seine Grundordnung, von einem 3-4-3 auf ein 3-5-2 mit Ludwig als zentralen Zwischenspieler.

Zu Beginn der Partie waren sich beide Fanlager bezüglich ihres Protests gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) einig und stimmten Wechselgesänge an. Die Preußen-Anhänger ließen dann allerdings hinter einem Banner noch grünen Rauch aufsteigen, der sich über die gesamte Kurve erstreckte.

Die erste gute Gelegenheit des Spiels hattte der FCM in der achten Minute, als sich Nils Butzen auf der rechten Seite durchsetzte, Michel Niemeyer aber an seinem Pass knapp vorbeirutschte. Auf der Gegenseite hatte Michele-Claudio Rizzi die Führung auf dem Fuß, als er nach einem Pass alleine vor dem Gästetor stand, Nico Hammann aber in letzter Sekunde zur Ecke klärte (10.). Die Riesenchance zum 1:0 vergab Münsters Adriano Grimaldi, der völlig frei vor Jan Glinker zum Abschluss kam. Der Stürmer traf den Ball aber nicht richtig und Glinker wehrte mit dem Fuß ab (14.).

Zu viele Fehlpässe

Der FCM wirkte in der Defensive wie schon in Großaspach und zeitweise in Meppen unsortiert. Die zweiten Bälle wurden zu oft verloren, außerdem leisteten sich die Gäste im Spielaufbau zu viele Fehlpässe. Zwar leistete sich Preußen auch immer wieder Fehlpässe, war aber in den Zweikämpfen im Mittelfeld trotzdem präsenter. Nach 25 Minuten flachte die Partie deutlich ab, beide Mannschaften schafften es zu selten, Torgefahr zu entwickeln.

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Auch nach der Pause war das Spielniveau zunächst extrem überschaubar. Härtel reagierte und brachte nach einer Stunde Tobias Schwede für Ludwig. Wie aus dem Nichts ging der FCM dann in Führung. Nach einem langen Pass von Björn Rother lief Niemeyer auf Preußen-Torhüter Nils-Jonathan Körber zu und ließ ihm keine Chance (65.). Für Niemeyer war es bereits das dritte Saisontor. Dieser Treffer spielte den Gästen in die Karten. Für den von einem Platzverweis bedrohten Felix Schiller kam der schnelle Felix Lohkemper. Der Club lauerte gegen verunsicherte Münsteraner auf Konter.

Einige Konterchancen

Eine dieser Gelegenheiten vergab Christian Beck, nachdem er von Philip Türpitz auf die Reise geschickt wurde. Zunächst wollte er Körber umspielen, passte dann in Richtung Lohkemper, der Ball wurde aber geklärt (76.). Beide einem Rettungsversuch verletzte sich dann Türpitz und musste behandelt werden (85.) - er konnte aber weiterspielen. Am Ende blieb es beim knappen Auswärtssieg der Magdeburger.

FCM: Glinker - Handke, Hammann, Schiller (67. Lohkemper) - Rother, Sowislo - Butzen, Ludwig (60. Schwede), Niemeyer (78. Erdmann) - Türpitz, Beck

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