Magdeburg l In einem Punkt waren sich beim 1. FC Magdeburg am Ende alle einig: Das 1:1 (1:0)-Unentschieden gegen Regionalligist SV Rödinghausen im Testspiel am Sonnabend war unnötig. Erst kurz vor Abpfiff kassierte der FCM den Ausgleichstreffer. „Das nervt richtig“, war Trainer Thomas Hoßmang bedient. Die Spieler hielten sich mit Kritik dagegen noch etwas zurück. Torschütze Daniel Steininger bedauerte, „dass wir das 1:0 nicht über die Zeit gebracht haben“. Und Sören Bertram, der nach rund zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback gab, betonte: „Da müssen wir uns cleverer anstellen. Aber vielleicht ist das auch ein guter Lerneffekt für die Saison.“

Wenn es dann in zwei Wochen im DFB-Pokal gegen den SV Darmstadt (13. September, 18.30 Uhr) losgeht, sollte nicht nur ein später Gegentreffer nicht mehr vorkommen. Generell gibt es nach drei von fünf Testspielen noch viel zu tun für den FCM.

Die Volksstimme gibt einen Überblick darüber, was bislang in der Vorbereitung und speziell gegen Rödinghausen gut lief und wo dringend noch Aufholbedarf besteht:

Die Defensive

⦁ Positiv

Die Körpersprache passte. „Wir haben mutig vorwärts verteidigt“, lobte Hoßmang und hob besonders Korbinian Burger hervor: „Er ist gut herausgegangen und hat viel gesprochen.“

Positiv war auch, dass die Magdeburger gegen Rödinghausen kein Gegentor nach Standards kassierten. In den ersten beiden Tests gegen Stendal (6:1) und Aue (3:1) war das nämlich gleich dreimal der Fall.

⦁ Negativ

Gleichzeitig bleibt aber auch festzuhalten, dass sich die Rödinghausener sehr viele Ecken herausspielen durften. Und einige auch fast nutzten. Wie kurz vor der Halbzeit, als Jürgen Gjasula einen Kopfball gerade noch rechtzeitig über das Tor lenkte. „Wir haben das bei Standards in einigen Situationen nicht gut verteidigt“, sagte Bertram. „Daran müssen wir arbeiten. Das war in der vergangenen Saison eine Stärke von uns.“

Gegen einen hoch anlaufenden Gegner wurde nicht immer die richtige Lösung gefunden. Vor allem beim späten Ausgleichstreffer durch Jannik Mause (90.) verteidigte der FCM schlecht. „Wir waren zu unkonzentriert“, ärgerte sich Steininger.

Der Regionalligist kam allerdings auch schon davor zu vielen Chancen, traf durch Tobias Reithmeir (54.) und Ba-Muaka Simakala (78.) gleich zweimal die Latte. „Da stimmt sicherlich die Abstimmung teilweise noch nicht“, erkannte auch Hoßmang, dem zudem die individuellen Fehler ein Dorn im Auge waren.

Exemplarisch dafür sei Philipp Harant genannt, der kurz vor Spielende einen Gegenspieler ziehen ließ und ihn dann nur mit einem Foul stoppen konnte. „Da muss er klarer werden. Das ist gegen Aue schon passiert. Das müssen wir abstellen“, monierte der Coach.

Er betonte hinsichtlich der Defensivschwächen aber auch, dass es sich hierbei um einen „Prozess“ handelt. „Wir haben viele neue Spieler, das muss noch zusammengeführt werden. Wir müssen weiter dranbleiben.“

Die Offensive

⦁ Positiv

Im Angriff profitierten die Blau-Weißen klar von der Rückkehr von Sören Bertram. Der Führungsspieler machte viel Betrieb über die linke Seite, forderte die Bälle und bereitete mit einer starken Flanke auch das 1:0 von Steiniger vor. „Es hat sich sehr gut angefühlt. Ich bin mit meinen 60 Minuten sehr zufrieden“, sagte der 29-Jährige. Bertram betonte nach seinem Comeback zudem: „Ich will auch Verantwortung übernehmen.“

Das musste in der Offensive auch Steininger, der aufgrund der Ausfälle von Christian Beck und Anthony Roczen neben Kai Brünker stürmte und traf. „Als Offensivspieler ein Tor zu schießen ist immer wichtig für das Selbstvertrauen“, sagte Steininger.

⦁ Negativ

Der 25-Jährige fügte aber im selben Atemzug an, was nicht funktioniert hat: „Ich hätte noch ein zweites Tor machen müssen“, blickte er auf die einzige nennenswerte Möglichkeit des FCM im zweiten Durchgang (75.) zurück.

Eine noch größere Torchance ließ allerdings Kai Brünker bereits in der 12. Minute ungenutzt, sein Schuss landete am Außennetz. Schon in Aue ließ Brünker eine solch klare Möglichkeit aus. „Wir müssen unsere Chancen besser nutzen“, betonte der Trainer abermals. Dann wäre auch der Ärger über den späten Ausgleich erspart geblieben.

 

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