Magdeburg l Allein die Zahlen untermauern, dass Raphael Obermair beim 1. FC Magdeburg aufblüht. Nach zehn Drittliga-Spielen, in denen er bislang immer in der Startelf stand, hat er schon fünf Torbeteiligungen (drei Treffer, zwei Vorlagen) auf dem Konto. Und damit schon jetzt mehr als in 34 Spielen beim FC Carl Zeiss Jena in der Vorsaison, als er auf nur ein Tor und drei Vorlagen kam.

Warum ist er in der Elbestadt so erfolgreich, obwohl es für den FCM bislang noch gar nicht läuft? „Ich weiß gar nicht so genau“, gibt er offen zu. „Ich glaube, dass ich oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin, die Durchbrüche gut nutze, Situationen erkenne und nach vorn starte.“

Die Spielfreude, die der 24-Jährige an den Tag legt, würden sich die FCM-Fans wohl oft auch von einigen anderen Spielern wünschen. Doch es passte bei Obermair eben von Beginn an. Coach Thomas Hoßmang vertraute ihm und setzte ihn schon auf den verschiedensten Positionen von links hinten bis rechts vorn ein. Das Vertrauen vom Trainer „zeigt mir als Spieler, dass ich das gut umsetze, was von mir erwartet wird“, so Obermair, der auch davon spricht, dass die vielen Einsätze „gut für das Selbstvertrauen“ sind. Zudem kommt ein ganz simpler Grund für die guten Leistungen hinzu: „Ich fühle mich hier wohl“, sagt er mit einem wohligen Lächeln im Gesicht.

So kommen dann auch gewagte Dribblings zustande wie bei seinem Treffer zum 2:0 gegen Bayern München II, als der 1,82 Meter große Rechtsfuß an seinem Gegenspieler vorbeiging und den Ball in die lange Ecke schlenzte. In Jena habe er noch einige Chancen vergeben, im FCM-Trikot sei er vor dem gegnerischen Gehäuse hingegen „ruhiger geworden“.

Am vergangenen Wochenende brachte ihm das aber auch nichts. Beim 1:1 gegen Kaiserslautern hatte er einen schlechten Tag, was aber auch für viele seiner Mitspieler galt. „Es war vom Kopf her kein einfaches Spiel“, sagt Obermair. Jeder Spieler hatte wohl im Hinterkopf, dass eine weitere Niederlage die Krise weiter anheizen würde. Was Obermair auch an sich selbst erkannte: „Ich bin schwer reingekommen, konnte Situationen nicht so lösen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte etwas zu viel mit mir selbst zu kämpfen.“

Doch den einen Punkt haben die Magdeburger dennoch mitgenommen, das Spiel jetzt auch schon wieder abgehakt. „Es geht weiter“, betont der Deutsch-Philippine, dessen Mutter aus dem südostasiatischen Inselstaat kommt. „Ich möchte in den kommenden Spielen wieder wichtig sein“, bekundet Obermair. Mit Blick auf das nächste Duell beim FC Ingolstadt am Sonntag um 15 Uhr und auch für die restliche Saison will er dafür aber noch weiter an sich arbeiten: „Ich kann im letzten Drittel noch genauer werden und die Pässe präziser an den Mann bringen.“ Auch seine Defensivleistung würde er gern noch verbessern und „etwas robuster in die Zweikämpfe gehen“. Schafft Obermair das, sollte er für den Trainer noch wichtiger werden und mit Einsätzen und Torbeteiligungen weiteres Selbstvertrauen tanken.