Magdeburg l Die Aussage von FCM-Trainer Thomas Hoßmang, dass er in dieser Saison jeden Spieler brauchen werde, hat bereits nach dem zweiten Spieltag an Bedeutung gewonnen. Bezog sich der Coach vor dem Drittliga-Start damit vornehmlich auf die hohe Belastung – unter anderem durch die kurze Winterpause, Englische Wochen und fehlende Länderspielpausen –, muss er mittlerweile verletzungsbedingt auf sieben Spieler verzichten. „Ich muss das so akzeptieren“, sagt Hoßmang, „das ist einfach die momentane Situation.“

Reagiert hat er darauf zum einen mit taktischen Kniffen. So wurde beispielsweise Daniel Steininger gegen 1860 München (1:1) kurzerhand zum Rechtsverteidiger umfunktioniert. Zum anderen stehen so Spieler in der Startelf, die sonst vielleicht erst später zum Zug gekommen wären beziehungsweise weniger Spielanteile gehabt hätten.

Müller gibt FCM-Debüt in 3. Liga

Andreas Müller ist so ein Kandidat, der gegen 1860 sein Drittliga-Debüt für den FCM gab. In der 57. Minute kam für ihn dann Julian Weigel aus der eigenen Jugend ins Spiel, der erst zu dieser Saison aus der U 19 in den Profikader aufgerückt war. Kurzum: „Gerade kommt es auf jeden einzelnen Spieler an“, betont Hoßmang.

Denn die Unsicherheit, wer wann und in welcher Verfassung ins Mannschaftstraining sowie letztlich auch aufs Spielfeld zurückkehrt, wird den Trainer noch für eine Weile begleiten. Neben den sieben Verletzten – Tobias Müller, Philipp Harant, Dustin Bomheuer, Anthony Roczen, Timon Weiner, Leon Bell Bell und Perthel – ist Dominik Ernst gerade dabei, seinen Trainingsrückstand aufzuholen. Ernst ist zwar teilweise schon zurück im Mannschaftstraining, wird aber langsam an die volle Belastung herangeführt.

Bertram braucht noch Geduld

Auch Sören Bertram, der nach einem Schlüsselbeinbruch und einer Schultereckgelenksverletzung gegen Ende der vergangenen Saison operiert werden musste, ist noch nicht bei einhundert Prozent. Gegen 1860 musste der Offensivakteur erst einmal auf der Bank Platz nehmen und Kai Brünker den Vortritt lassen.

„Wir wissen ja, aus welcher Situation Sören kommt, so eine Verletzung steckt man nicht so leicht weg, das braucht Zeit“, sagt Hoßmang. Bertram sei in der Offensive unheimlich wichtig, „weil er tiefe Läufe macht und so Räume für die Mitspieler öffnet“, führt Hoßmang an. Allerdings: „Für ihn geht es um Spielpraxis. Über die Wettkampfhärte und das Training muss er seine eigene Leistung weiter nach oben schrauben.“

Obermair soll eigentlich offensiv spielen

Eines kann und will Hoßmang somit gar nicht wegreden: „Die Situation schwächt uns sicherlich im Hinblick auf Optionen“, stellt der Trainer klar. Sprich: Werden Raphael Obermair und Steininger in der Verteidigung gebraucht, fehlen sie natürlich in der Offensive. Gerade mit Obermair, dem Torschützen in München, hat der FCM eigentlich sowieso andere Pläne. „Wir haben ihn ja als Offensivspieler geholt“, lässt Hoßmang noch einmal durchblicken. Allerdings ist der Neuzugang bislang in der Abwehrkette gesetzt – eben aufgrund des akuten Notstands.

Ob Probespieler Vitus Scheithauer in der Innenverteidigung die Situation entspannen könnte, wird sich in dieser Woche zeigen. Ab Dienstag zeigt sich der Probespieler noch einmal in den Trainingseinheiten, gegen Ende der Woche soll dann eine endgültige Entscheidung fallen.

FCM-Trainer setzt aufs Team

Hoßmang jedenfalls wird in den kommenden Wochen wie schon vor dem Spiel gegen 1860 München in punkto Personal immer wieder vor der Frage stehen: „Was ist klug?“ Letztlich, merkt er an, liegt der Fokus aber vor allem darauf, dass der FCM weiter als Team funktioniert. „Daraus müssen wir Kraft ziehen. Ja, wichtige Leute fehlen uns. Aber die müssen andere jetzt ersetzen.“

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