Magdeburg l Es sind Kleinigkeiten, die Timo Perthel zum Jahresende hin aus der Bahn geworfen haben. Erst ein Rippenbruch im September, dann eine Blockade im Rücken, die ihn bis in den Dezember hinein beschäftigt hat. Und zu guter Letzt vermasselte ihm eine Gehirnerschütterung nach einem Zusammenprall im Training den Rückrundenauftakt gegen Braunschweig. So kommt es also, dass Perthel sein letztes Drittliga-Spiel für den 1. FC Magdeburg am 27. September bestritten hat. „Ich war deshalb auch ganz froh, als ich einen Strich unter das Jahr ziehen konnte“, sagt er und lacht.

Das Trainingslager in Spanien kam dem Linksverteidiger aber nicht nur deshalb gelegen, weil er sich so optimal auf die kommenden Monate vorbereiten konnte. „Es gibt eigentlich nichts Besseres, als einen neuen Trainer im Trainingslager kennenzulernen“, merkt Perthel an, „denn man verbringt selten so viel Zeit miteinander wie dort.“ Der 30-Jährige hat in seiner Karriere schon etliche Trainer erlebt – „Vergleiche ziehe ich aber generell nicht“, stellt er klar.

Letzter FCM-Test vor Drittliga-Auftakt

Trotzdem ist die Lautstärke, mit der Trainer Claus-Dieter Wollitz auf dem Platz agiert, nicht nur für Perthel bislang einmalig. Nach den Trainingseinheiten in Spanien erkundigten sich auch Spieler von Erzgebirge Aue, die nebenan trainierten, bei den FCM-Fußballern, ob ihr Coach immer so laut sei. Perthel selbst fällt das schon gar nicht mehr auf. Er empfindet die klaren Ansprachen zudem als positiv. „Jeder weiß sofort, woran er ist.“

Heute, wenn der FCM zum Testspiel nach Braunschweig reist, will sich der Verteidiger einmal mehr beweisen. Denn Leon Bell Bell, der während seiner Abwesenheit in den Kader gerutscht ist, hat seine Qualitäten durchaus aufblitzen lassen. „Leon hat das gut gemacht. Aber mein Anspruch ist es, wieder zu spielen“, betont Perthel. Und das Testspiel könnte auch mit Blick auf die Startaufstellung, die Wollitz favorisiert, erste Hinweise liefern. „Es ist jedenfalls die letzte Partie vor dem Auftakt gegen Zwickau“, sagt Perthel, „da will jeder auf dem Rasen stehen. Und es gibt dem Trainer noch einmal die Möglichkeiten, ein paar Dinge auszuprobieren.“

Perthel gehört zum Führungspersonal

Etwas, das für Wollitz bereits feststeht, ist, dass Perthel zu den Führungsspielern der Mannschaft gehört. „Es ist schön zu hören, dass der Trainer das so empfindet. Aber diese Aufgabe stelle ich sowieso an mich selbst. Wir sind ein junges Team und da sehe ich mich auch in der Verantwortung, voranzugehen.“ Dabei hält es Perthel mit einer Aussage seines damaligen U-23-Trainers bei Werder Bremen: „Wenn du vorangehen willst, dann fängt das beim Einlaufen an.“

Bleibt zu hoffen, dass bei Perthel von nun an keine Kleinigkeiten mehr dazwischenkommen.

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