Magdeburg l Die Anstrengung war den Spielern des 1. FC Magdeburg ins Gesicht geschrieben. Sechsmal 1000 Meter standen am Mittwochnachmittag auf dem Programm – bei 33 Grad. Der Schweiß lief den Spielern durch das Gesicht, die T-Shirts waren klitschnass. Umso erleichterter waren sie, als die Laufeinheit endlich hinter ihnen lag. Auch Björn Rother nahm danach erst einmal einen großen Schluck aus der Wasserflasche – und war dann für den Transport einer Getränkekiste zuständig.

Entspannen nach der harten Laufeinheit

Gestern konnten sich er und seine Teamkollegen dann von den Strapazen erholen, FCM-Trainer Stefan Krämer gönnte der Mannschaft einen freien Tag. Zeit für Rother, auch noch einmal auf das 5:1 gegen 1860 München zurückzublicken. Für ihn war es nämlich eine besondere Partie.

Rückblick: Nach einer Stunde wurde Björn Rother beim Stand von 4:0 für Charles Elie Laprévotte eingewechselt. 15 Minuten später lief er alleine auf Löwen-Keeper Hendrik Bonmann zu und lupfte den Ball sehenswert ins Tor. Der Treffer war für Rother wie eine Befreiung, euphorisch fiel er seinen Teamkollegen in die Arme. „Für mich persönlich war es sehr wichtig, auch mal auf diese Weise ein Zeichen zu setzen. Ich bin wieder voll da, bereit für die Startelf.“

Rothers Rote Karte gegen Braunschweig

Die bisherige Saison lief für den 23-Jährigen alles andere als optimal. Nach der Vorbereitung hatte er sich einen Stammplatz erkämpft – wenn auch zunächst aushilfsweise in der Innenverteidigung. Doch der Auftakt ging ziemlich daneben: 2:4 gegen Eintracht Braunschweig, und Rother kassierte kurz vor Schluss nach einem Foul die Rote Karte und war in den folgenden drei Spielen zum Zuschauen verdammt. Während sich die Mannschaft langsam fand, war er außen vor. „Die Saison lief für mich anfangs sehr schlecht. Es war nicht so leicht, da so einfach wieder herauszukommen“, erzählt er.

Doch Rother kämpfte, erhöhte im Training den Einsatz. „Das hätte ich auch erwartet, wenn es einem Mitspieler so wie mir gegangen wäre. Es ist wichtig, nicht nachzulassen, um bereit zu sein, wenn man wieder auf dem Rasen steht.“

Trainer Krämer gibt Rother gutes Gefühl

Dieses Engagement blieb auch FCM-Trainer Stefan Krämer nicht verborgen. „Der Trainer hat mir im persönlichen Gespräch gesagt, wie er mich sieht und wie es in der Saison weitergehen soll“, sagt Rother. „Er gibt mir das Gefühl, wichtig für die Mannschaft zu sein.“

Trotzdem wird sich Björn Rother auf dem Weg zurück in die Stammelf wahrscheinlich noch etwas gedulden müssen. „Das ist aber ganz normal, wenn man sieht, wie gut es die Jungs zuletzt gemacht haben“, sagt er.

Rother erkennt Leistungen der Mitspieler an

Der Mittelfeldspieler stellt sich hinten an – ohne es sich gemütlich zu machen. „Natürlich bin ich nicht zufrieden, wenn ich auf der Bank sitze. Wenn das so wäre, dann wäre ich falsch.“

Was ihm Mut macht: Gegen die Löwen wurde er als erster Spieler eingewechselt, Krämer bestätigte Rother, dass er nahe dran ist an der ersten Elf. Auch beim 0:1 nach Verlängerung im DFB-Pokal gegen Freiburg durfte er 50 Minuten lang zeigen, was er kann. Und Rother ist davon überzeugt, seinen Job gut gemacht zu haben: „Die Mannschaft kann sich auf mich verlassen. Bei allem Konkurrenzkampf steht für mich an erster Stelle, dass wir als Team zusammenhalten.“

Am Montag (19 Uhr) in Jena hofft er auf seine nächste Einsatzchance: „Ich bin bereit, bin da, wenn mich der Trainer braucht.“

Weitere Infos und Videos zum 1. FC Magdeburg