Magdeburg l Mit ernstem Blick schaute sich Rico Preißinger am Donnerstag um. Vor dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt machte der Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg einen ungewohnten Abstecher in der MDCC-Arena: In die Gästekabine.

Mit Aalen schlechte Erfahrungen gemacht

Für ihn ist es kein unbekannter Ort: Zweimal saß er dort nämlich als Spieler mit dem VfR Aalen. Und Preißinger hat diese Partien nicht vergessen. „Die Erinnerungen sind allerdings überhaupt nicht gut“, erzählt er. Vor fast auf den Tag genau drei Jahren unterlag er mit seinem damaligen Team 0:3. Noch schlimmer lief es am 11. März 2018: Aalen kassierte eine 1:6-Klatsche, Preißinger musste zur Halbzeit verletzt raus. „Unser erstes Ziel war damals, bloß nicht zu früh in Rückstand zu geraten. Das hat nicht sonderlich gut geklappt“, sagt der 23-Jährige und schmunzelt.

Rico Preißinger ist froh, dass er das Trikot getauscht hat und mittlerweile für den FCM aufläuft. Die Erfahrungen als Gästespieler will aber trotzdem nicht missen: „Es hilft mir, weil ich nachempfinden kann, wie sich die Gäste fühlen. Gerade in den vergangenen Wochen haben wir den Gegner mit einer enormen Wucht beeindruckt.“

Ausgelassener Jubel auf der Couch

Und diese Wucht soll am Sonnabend auch der FC Ingolstadt zu spüren bekommen. Nachdem Preißinger zuletzt beim 2:1 in Großaspach eine Gelbsperre absitzen musste, drängt er in die Mannschaft. „Ich bin froh, dass ich wieder spielen kann. Es war hart, nur zuschauen zu können“, erzählt er. Zu Hause mit seinem Bruder verfolgte er die Partie vor dem Fernseher – und ließ seinen Emotionen nach dem späten Siegtreffer von Christian Beck freien Lauf. „Ich bin von der Couch aufgesprungen und habe laut gejubelt“, verrät er.

Am Sonnabend möchte Rico Preißinger dann aber doch lieber wieder gemeinsam mit seinen Teamkollegen auf dem Rasen jubeln. FCM-Trainer Stefan Krämer hält sich zwar noch bedeckt, ob er den Mittelfeldspieler direkt von Anfang an bringt. Denn: „Björn Rother hat es in Großaspach gut gemacht. Es hängt auch von unserer Ausrichtung ab.“ Der Coach sagt aber auch: „Rico will immer den Ball haben, ist immer in der offenen Position. Auch in den Phasen, in denen er mal Fehler macht, will er der Mannschaft helfen. Das spricht für einen guten Charakter.“

Krämer lobt Preißinger

Außerdem ist Krämer davon überzeugt, dass das Tor beim 3:0 für den Mittelfeldspieler ein echter Brustlöser war. Der Spieler will das gar nicht abstreiten: „Das war schon eine Erleichterung. Ich habe mir den Treffer auch noch ein-, zweimal angeschaut. Das habe ich gemacht, um die guten Szenen in Erinnerung zu behalten – damit es nicht bei dem einen Tor bleibt.“

Die Chancen auf eine Startelf-Rückkehr scheinen nach den lobenden Worten des Trainers gut zu stehen. Es wäre eine Rückkehr mit Mehrwert. Denn gerade das Zusammenspiel im Mittelfeld zwischen Jürgen Gjasula, Thore Jacobsen, Sören Bertram und Rico Preißinger hat gegen Haching gut funktioniert. Preißinger passte mehrfach in die gefährliche Zone rund um den Strafraum, suchte auch mal den Weitschuss. „Ich mache das oft intuitiv. Wenn sich der Laufweg ergibt, gehe ich ins Risiko“, sagt er.

Ingolstädter Stil kommt Preißinger entgegen

Und diese Qualität, dieser Mut könnte heute gegen Ingolstadt besonders wertvoll sein. Der Zweitliga-Mitabsteiger sucht neben den langen Bällen auf Stefan Kutschke auch immer spielerische Lösungen. Dadurch könnten sich für den Club Räume ergeben, die wie für Preißinger gemacht wären. „Ich habe im Training versucht, mich zu zeigen. Die Entscheidung trifft jetzt der Trainer“, sagt er.

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