Magdeburg l Christian Beck und Sören Bertram war der Ehrgeiz deutlich anzumerken. Im Training des 1. FC Magdeburg standen Standardsituationen auf dem Programm. Bertram war der Mann für die Freistöße und Ecken, Beck wartete im Strafraum. Nach gelungenen Aktionen ballten beide die Faust, feuerten sich und ihre Mitspieler an.

Der auffällig hohe Einsatz ist kein Zufall – stehen nach dem 0:1 gegen Rostock doch gerade die erfahrenen Spieler im Fokus der Kritik. Sportchef Maik Franz forderte, dass sich die Führungsspieler in kritischen Situationen wie nach dem Gegentor gegen Rostock mehr aufbäumen müssen. Nach der zweite Saisonniederlage stellt sich deshalb die Frage: Wer geht jetzt beim FCM voran?

Bei Sören Bertram und Christian Beck scheint die Botschaft des Sportchefs angekommen zu sein. „Maik Franz hat recht mit seiner Kritik“, betont Kapitän Beck – und nennt auch Namen: „Tobias Müller, Jürgen Gjasula, Sören und ich müssen vorangehen, noch mehr reden und die jungen Spieler mitziehen.“

Weniger Beschwerden beim Schiedsrichter

Genau dieses Antreiben der eigenen Mitspieler kam gegen Hansa Rostock viel zu kurz. Gerade in der zweiten Halbzeit war auch Beck viel mit sich selbst beschäftigt, beschwerte sich häufig beim Schiedsrichter. Der Kapitän gibt sich selbstkritisch: „Daran werde ich definitiv arbeiten. Ich weiß, dass ich meinen Ärger nicht am Schiedsrichter auslassen darf.“

Beck hat sich eine Strategie überlegt, wie es spürbar besser werden soll. „Ich versuche, meinen Ärger im Sinne der Mannschaft in positive Energie umzuwandeln. Es bringt nichts, die Entscheidung des Schiedsrichters zu kritisieren, da sie ja eh gefallen ist“, sagt der 31-Jährige. Und: „Ich will mich jetzt noch mehr um meine Mitspieler kümmern, sie anfeuern, ihnen Mut zusprechen. Das kam bei mir bisher etwas zu kurz.“

Mehr Ruhe auch in kritischen Phasen

Mit Sören Bertram hat er nicht nur auf dem Rasen einen Spieler an seiner Seite. Der 28-Jährige hat sich in den vergangenen Tagen viele Gedanken gemacht, warum es beim FCM ergebnismäßig nicht läuft. „Nach unserem guten Start gegen Rostock darf uns ein Gegentor nicht so sehr aus der Bahn werfen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Spiele, war schon beim 1:1 gegen Duisburg unser Problem“, ärgert er sich.

Wie Beck nimmt auch Bertram in erster Linie sich selbst in die Pflicht: „Es liegt an den erfahrenen Spielern, also auch an mir, in hektischen Phasen für Ruhe zu sorgen. Da muss ich dann mal auf den Ball treten, den Rhythmus brechen.“

Dass die Serie des FCM von zehn Spielen ohne Niederlage jetzt beendet ist, sieht Bertram gar nicht als Nachteil. Im Gegenteil: „Jetzt können wir mit den ganzen Unentschieden, mit der ersten Saisonphase abschließen.“

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