Magdeburg (dpa) l Klare Worte, klare Ziele. Trainer Claus-Dieter Wollitz soll beim 1. FC Magdeburg eine "neue Zeitrechnung" einleiten. Ein klares Ziel hat er von der Vereinsführung des Fußball-Drittligisten mit auf dem Weg bekommen: Rückkehr in die 2. Bundesliga. "Wir müssen alle die Komfortzone verlassen und hart arbeiten. Es zählt nur das Hier und Jetzt, nicht die Vergangenheit. Der Verein möchte schnellstmöglich zurück und da haben alle eine Verantwortung", sagte Wollitz am Donnerstag bei seiner offiziellen Vorstellung in Magdeburg.

Er sieht beim Traditionsverein ein enormes Potenzial für den Aufstieg, mag aber nach eigenen Worten keine Alibi-Aussagen. "Wie schnell und ob er kurzfristig realisierbar ist, das werden wir sehen", sagte der 54-Jährige, der beim FCM einen Vertrag bis Ende Juni 2021 unterschrieben hat. "Ich sehe es als große Chance an, als große Herausforderung bei einem strukturierten Verein mit klaren Linien."

Neuer Co-Trainer an seiner Seite wird René Renno, mit dem er auch in Cottbus zusammengearbeitet hatte. Silvio Bankert bleibt weiterhin als Assistent des Cheftrainers im Team. Am Nachmittag stand Wollitz das erste Training an. Er wolle mit den Spielern auf Augenhöhe kommunizieren, aber als Chef klar die Richtung vorgeben, erklärte Wollitz, der mit einer FCM-Kappe und einem Kapuzenpullover mit großem Vereins-Logo erschien.

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FCM-Sportchef Maik Franz unterstrich erneut die ambitionierten Ziele des Zweitliga-Absteigers: Aufstieg innerhalb der "nächsten drei Jahre". Das solle ab sofort noch klarer kommuniziert werden. Neuzugänge sind in den nächsten Wochen möglich, aber nicht um jeden Preis. "Wenn es passt, dann handeln wir, ansonsten nicht", betonte Franz.

Hohe Erwartungen

Die Last auf Wollitz ist enorm. "Es beginnt eine neue Zeitrechnung. Wir richten ab sofort mit aller Konsequenz alles auf das große Ziel aus, so schnell wie möglich in die 2. Bundesliga zurückzukehren", sagte FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik in einem Interview der "Volksstimme" (Donnerstag).

Kallnik, der seit 2012 für den Bereich Sport und Finanzen beim FCM zuständig ist, steht mit dem vierten Trainerwechsel in seiner Amtszeit ebenfalls unter Druck. Viele FCM-Fans sahen vor allem die Trennung von Jens Härtel im November 2018 kritisch. Der heutige Hansa-Coach, der im Sommer 2012 für Andreas Petersen kam, hatte beim einzigen DDR-Europapokalsieger (1974) eine neue Ära eingeleitet und den Club von der Regionalliga in die 2. Liga geführt. Nachfolger Michael Oenning konnte den Abstieg in die 3. Liga nicht verhindern.

Beim daraufhin geholten Stefan Krämer vermisste Kallnik die "fehlende Konsequenz" und das "Leistungsprinzip". Sportchef Franz und Kallnik waren von den Leistungsschwankungen genervt. Allerdings war der FCM-Kader vom Duo Franz/Kallnik zusammengestellt worden. Im November sprach Kallnik noch von "einer klaren Entwicklung" der Mannschaft, die er gesehen habe. Nun fehlte wohl die Geduld an der Elbe angesichts der sechs Punkte Rückstand des Tabellen-Zwölften zum Relegationsplatz. Sechseinhalb Wochen später musste Krämer gehen, weil die "Entwicklungsziele gefährdet" seien. Wollitz will das ändern. "Ich möchte erfolgreichen Fußball spielen, da geht es nicht um Systeme oder Namen."

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