Paderborn l In der Volksstimme gibt er einen exklusiven Einblick, wie der Wechsel seinerzeit zustande kam.

22 Punkte nach acht Spielen – die Bilanz des Drittliga-Tabellenführers SC Paderborn ist beachtlich. Vor allem steht dieses Hochgefühl im krassen Gegensatz zum Saisonende, als der Verein sportlich abgestiegen war und vermeintlich vor einem Scherbenhaufen stand. Erst durch den Rückzug des Zweitliga-Absteigers TSV 1860 München in die Regionalliga rückte Paderborn als erster Absteiger nach und blieb doch noch in der 3. Liga.

Löwen-Rückzug gab Ausschlag

Der Rückzug von 1860 war auch für Leopold Zingerle ein Moment, den er wahrscheinlich nie vergessen wird. „Als gebürtiger Münchner habe ich die Situation der Löwen genau verfolgt“, sagt er. Zum Zeitpunkt der sportlichen Unklarheit des Traditionsvereins herrschte auch bei Zingerle Unklarheit, welches Trikot er in der neuen Saison tragen würde. Vor einem Jahr wechselte der 23-Jährige von der SpVgg Greuther Fürth zum FCM, wurde im Winter zur Nummer eins. Als sein auslaufender Vertrag allerdings nicht verlängert wurde, hing Zingerle in der Luft, die sportliche Zukunft war unklar. „Ich habe die Geschehnisse an dem Tag, als die Löwen bekanntgeben wollten, wie es weitergeht, intensiv verfolgt“, sagt er. „30 Minuten nachdem klar war, dass 1860 in der Regionalliga spielen will, meldete sich jemand bei mir, dass Paderborns Torwarttrainer Nico Burchert gerne mit mir sprechen würde.“

Paderborn war klar, dass die doch noch gesicherte Klasse auch bedeutet, dass der ausgedünnte Drittligakader möglichst schnell neu zusammengestellt werden muss. Ein Kandidat war Zingerle, der den nach Kiel gewechselten Lukas Kruse im Tor ersetzen und sich mit Michael Ratajczak um die Nummer eins streiten sollte. „Es ging dann sehr schnell von den Verhandlungen bis zur Unterschrift“, sagt Zingerle. Bei seiner Ankunft herrschte eine positive Stimmung. „Es gab einen Umbruch im Kader. Es war deshalb wie ein Neustart für die Spieler und den Verein“, betont er.

Kontakt mit Ex-Kollegen

Mit Trainer Steffen Baumgart, der auch eine Vergangenheit beim FCM hat, sprach er im Zuge der Verhandlungen kurz über den gemeinsamen Ex-Verein. Vor dem Top-Spiel heute ist auch der ohnehin schon regelmäßige Kontakt zu FCM-Spielern wie Nico Hammann, Christopher Handke und Jan Glinker noch mal intensiver geworden. Über seine Zeit beim Club möchte Zingerle nach seinem umstrittenen Abgang gar nicht viel sagen. „Ich habe beim FCM gezeigt, dass ich in der 3. Liga spielen kann. Es war wichtig, dass ich in dieser Liga schon Erfahrungen gesammelt hatte und nicht von Null anfangen musste. Ich verfolge die Ergebnisse und Spiele der Magdeburger Mannschaft weiterhin, bin jetzt aber glücklich, wie es jetzt gelaufen ist“, sagt er.

Den Konkurrenzkampf mit Ratajczak, den Zingerle für sich entschied, beschreibt er als fair. Der Auftakt in Halle (4:4) wird ihm allerdings auch noch lange in Erinnerung bleiben. Trotz einer 4:1-Führung musste sich der ehemalige Bundesligist noch mit einem Zähler zufriedengeben, die einzigen Punktverluste bisher in dieser Saison. „Die vier Gegentreffer haben mich natürlich geärgert. Eigentlich haben wir aber ein ganz gutes Spiel gemacht. Es war ein verrückter Auftakt“, so Zingerle. Gute Leistungen zeigte er auch in den Folgewochen und hatte damit einen großen Anteil an sieben Siegen in Serie.

Besondere Partie

Die Partie am Dienstag in der MDCC-Arena ist für ihn auf jeden Fall besonders: „Die Stimmung ist sensationell und es ist nicht alltäglich, gegen die Ex-Kollegen zu spielen.“ Die Serie des FCM ist zwar schon am Freitag in Zwickau gerissen, Zingerle wird allerdings sicherlich alles versuchen, mit Paderborn weiterhin ungeschlagen zu bleiben.

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