Von Uwe Tiedemann

Magdeburg. Vor dem Landesderby beim HFC (morgen 19 Uhr, RedBull Arena Leipzig) hat Trainer Ruud Kaiser vom kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg seinen Schützlingen kräftig den Kopf gewaschen.

"Auch der letzte Spieler muss endlich realisieren, wie ernst die Lage ist. Ich bin sehr enttäuscht über die Leistungen der letzten drei Partien. So geht es nicht weiter. Großen Worten müssen endlich Taten folgen", schimpfte der 49-jährige Holländer und nannte rückblickend das Havelse-Match als Beispiel: "Wir quälen uns ein 3:3 ab, Wilhelmshaven dagegen gewinnt jetzt dort mit 4:1."

Kaiser weiß zwar, dass mit einem Erfolgserlebnis gegen den Erzrivalen HFC vieles gutzumachen ist, aber "dafür muss man aggressiv spielen, in die Zweikämpfe gehen und den Fight auch annehmen". Gerade diese Tugenden habe er zuletzt bei seiner Elf vermisst.

Beobachtern fällt es momentan schwer zu glauben, dass der Club nun ausgerechnet morgen den Bock umstößt. Das Team wirkt verunsichert, mut- und ideenlos. Der berühmte Ruck ging auch am vergangenen Sonnabend bei der 0:1-Niederlage in Braunschweig nicht durch die Mannschaft. Morgen kehrt mit Kapitän Daniel Bauer immerhin der "Leader", der Leitwolf, zurück, der seine Gelb-Sperre abgesessen hat. Doch es sieht fast so aus, als zeige der 28-Jährige leichte Anzeichen von Resignation. Nach dem dürftigen 1:1 gegen Türki-yemspor war er erstmals von Mitspielern abgerückt ("Wenn nicht jeder bereit ist, so weit zu gehen, dass es auch weh tun kann, reicht es nicht"), in Braunschweig lehnte er sehr nachdenklich jeden Kommentar ab.

Kaiser freut sich unterdessen, dass ihm wieder mehr personelle Alternativen zur Verfügung stehen. "Wir haben seit langer Zeit erstmals wieder mit 20 Leuten trainieren können", sagte der Coach, der nach wie vor bemängelt, dass Spieler ihre Leistung nicht abrufen. Deswegen werde es gegenüber Braunschweig auch Umstellungen geben. Welche das sind, wollte er mit Ausnahme der Rückkehr von Bauer allerdings nicht verraten.