Der November war beim krisengeschüttelten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg zum "Monat der Wahrheit" erklärt worden und sollte (endlich) die Wende zum Positiven bringen. Doch daraus wurde nichts (nur fünf Punkte aus fünf Spielen, darunter kein einziger Sieg gegen drei Abstiegskandidaten).

Magdeburg. Nun stehen bis zur Winterpause noch die hohen Hürden gegen Holstein Kiel (A), VfB Lübeck (H) und HSV II (A) bevor. Kapitän Daniel Bauer versprüht dennoch ungeahnten Optimismus. "Natürlich wird es schwer, aber ich traue uns da durchaus neun Punkte zu. Ansonsten wäre ich als Kapitän fehl am Platze", geht Bauer in die Offensive und übernimmt damit wieder einmal Verantwortung. Er bleibt dabei, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann und dass das auch für die Blau-Weißen gilt.

Aber wie will der FCM angesichts der schwankenden Leistungen und der unübersehbaren Verunsicherung bei manchen Akteuren das anstellen? Bauer: "Diese mangelnde Konstanz ist genau unser Problem. Mit Chemnitz brauchen wir uns nicht zu messen, und Gegentore gehören zum Fußball dazu, aber durch diese ständigen individuellen Fehler bringen wir uns selbst um den verdienten Lohn. Dennoch verfügt die Mannschaft über die nötige Qualität und die Fähigkeiten, diese Schwäche abzustellen. Das haben wir zuletzt gegen den HFC und in der zweiten Halbzeit auch gegen Hannover gezeigt. Außerdem tun wir uns gegen spielerisch gute Mannschaften einfach leichter."

Dass die Blau-Weißen in echte Abstiegsgefahr geraten könnten, glaubt der 28-Jährige ohnehin nicht: "Wir stehen momentan zwar zu Recht nur auf Platz 13, aber ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir wieder den Anschluss ans Mittelfeld herstellen können."

Allerdings bedauerte auch Bauer, dass es sein Team nicht geschafft habe, die Euphorie aus dem Derbysieg gegen den HFC (2:0) mit ins Heimspiel zu nehmen. Mit einem weiteren Dreier hätte sich der FCM so richtig befreien können. So aber geht das Zittern weiter, wenngleich keine unmittelbare Gefahr besteht (fünf Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang).

Ausgesprochen positiv bewertet Bauer das Verhalten der Anhänger. So gab es nach dem Abpfiff beim 1:2 gegen Hannover 96 II am vergangenen Sonntag keinerlei Pfiffe. Der Kapitän: "Das haben wir sehr wohl registriert. Ohnehin haben uns die Fans in der zweiten Halbzeit enorm gepusht. Gerade für die jungen Spieler ist das in solchen Phasen, wo es nicht nach Wunsch läuft, wichtig."